Zum allgemeinen Wohle

Zwischen lokalen Handwerksbetrieben einerseits und Grosskonzernen und Unternehmen der Finanzbranche andererseits wird im Land der Ideen gerne unterschieden. Die idealistisch veranlagte Andrea Nahles bringt diese ressentimentgeladene Einschaetzung auf den Punkt, wenn sie verlautbaren laesst, dass “Kapitalist” durchaus als Schimpfwort taugt, da der Kapitalist jemand ist, “der die gesellschaftlichen Interessen hinter seine eigenen Profitinteressen stellt.” Im “Gegensatz” dazu sieht sie Unternehmer als “positive Akteure in unserer Gesellschaft. Sie beuten nicht aus, sondern ermöglichen Wertschöpfung und Arbeitskräfte.” Weiterlesen

Wirtschaftskrimi

Wenn die Krise der Finazmaerkte als Wirtschaftskrimi verkauft wird, halten wir uns mit der Suche nach vermeintlich Schuldigen auf, statt die Dynamik des kapitalitischen Wirtschaftens zu beleuchten. Wir stimmen zur Hexenjagd auf geldgeile Baenker und Bonzen jeder Art an und fordern den Mensch ueber den Profit zu stellen. Unsere Rachsucht beruht auf einem idealistischen Wahn, der von einem grundfalschen Verstaendnis des kapitalistischen Wirtschaftens zeugt. Ein Wahn, der in der Krise sprichwoertlich gewaltsam hervorbricht. Weiterlesen

qual der wahl pt.3

Seit die Macht in die Haende des Volkes gefallen ist, hat dieses die Wahl.

An Wahlmoeglichkeiten fehlt es dem Souveraen dabei nicht. Ypsilanti, Koch, TSG, Lorenzo, Lorielle London, Sarkozy, Ingrid von Bergen, Obama, Merkel, Hillary, Annina Ucatis und Ute Vogt sind nur eine Auswahl. Arrivierte Demokraten leiten aus dem Wahlrecht gerne eine Wahlpflicht ab. Wobei sich ihre Aufrufe zur Stimmabgabe meist auf Kommnal-, Landtags- und Buntestagswahlen beziehen. Auf die aus der Staatskasse gesponserten Votings also. Selten rufen sie zur Teilnahme an der Abstimmung zum Superstar, Containerheld oder Dschungelkoenig auf. Zu den aus Eigenmitteln finanzierten Wahlen also. Diese werden sogar nicht selten problematisiert. Weiterlesen

die qual der wahl pt.2

Ein Beispiel, wie schrille Berichterstattung der nuechternen Betrachtung den Rang ablaufen und ein falsches Bewusstsein foerdern wurde vor einem Jahr deutlich, als eine stattliche Anzahl umgeschulter Kumpel von NOKIA an die frische Bochumer Luft gesetzt wurde. Die Folge einer Produktionsverlagerung nach Rumaenien. Nichts, was irgendwie nicht einleuchtend waere. NOKIA ist eine AG, und damit seinen Anteilseignern verpflichtet. Vorstand und Geschaeftsleitung des Unternehmens sind mit der Aufgabe betraut moeglichst gute Rendite zu erwirtschaften. So funktioniert der Kapitalismus. NOKIA muss moeglicht profitbel wirtschaften (a.k.a. masslosen Gewinn anstreben) um den Aktionaeren moeglichst gute Dividende ausschuetten zu koennen. Dazu werden Handys in Bochum gefertigt oder eben in Rumaenien. NOKIA kauft Arbeitskraft, eignet sich die Mehrarbeit an und setzt die Arbeitskraft, fuer die es keine Verwendung gibt, frei. Der Kapitalismus ist nicht die Arbeiterwohlfahrt. Weiterlesen

die qual der wahl pt.1

Meine Freizeit hat einen klar umrissenenen Ablauf. spiegel.de, faz.net, jpost.com, haaretz.com, Maariv, bild.de, zeit.de, Herald Tribune, nzz.ch, kicker.de, ynet.co.il, nytimes.com…. Was irgendwann als Bildungsbestreben angefangen und zunaechst durchaus ehrbare Zuege aufgewiesen hat, verkommt immer mehr zum Trauerspiel. Weiterlesen

Prozessorientiert

“Man muss nur wollen”. Von allen Opiaten, die ein verkehrtes Bewusstsein zu einer falschen Wirklichkeit liefern, stellt der Aufruf, es nur wollen zu muessen, sicher das potenteste Crack.

Schauen sie auf mich. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man es mehr
wollen kann als ich es will. Ich will teuren Rotwein trinken und nur vom Besten essen. Ich will hin- und herjetten u.v.m. Doch offensichtlich reicht mein Wollen nicht aus. Als Sozialarbeiter hab ich mich im Jugendhaus mit Jugendlichen herumgeaergert, die auf den Boden rotzen, als Tellerwaescher mit dreckigem Geschirr und im Krankenhaus mit dem Scheiss, der bei der Pflege an- bzw. durchfaellt. Ich gebe die Hoffnung auf einen ploetzlichen Ausweg aus der Misere aber nicht auf. Weiterlesen