Nachdem er die Briten ueber sein Alter taeuschen konnte und schliesslich von Zypern nach Palaestina gekommen war, fuehrte der Weg von Ephraim P. zum Palmach. Er kam ins Kibbuz Sha’ar HaGolan, wo er gearbeitet hat und militaerisch ausgebildet wurde. Im Fruehjahr 48 eskalierten die arabischen Milizen ihre gewaltsamen Uebergriffe. Die Hagana entschied sich zu ihrer ersten offensiven Militaeroperation. Ziel war es, die von der UN zugesagten Gebiete zu sichern und strategische Punkte zu erobern, die an den Einfallrouten der arabischen Armeen lagen. Die Juden rechneten fest mit dem angekuendigten Ueberfall der arabischen Nachbarn als Reaktion auf die Deklaration eines juedischen Staates. Ephraim P. war im unteren Galilaea beim Kampf um das Dorf Zemach eingesetzt. Zemach liegt in der Jordansenke am Suedende des See Genezareth und war eine Haltestelle der Eisenbahn, die zwischen Haifa und Damaskus verkehrte. Nahe Zemach gelang es den juedischen Kaempfern ein Polizeiquartier der Briten einzunehmen.
Nach Ablauf des britischen Mandats und der Verkuendung der israelischen Unabhaengigkeit am 14. Mai 1948 griffen fuenf arabische Armeen an, um den juedischen Staat zu vernichten. Im Norden die syrischen, irakischen und libanesischen Streitkraefte, im Sueden die aegyptische Armee und aus Jordanien die arabische Legion, eine von den Briten aufgebaute und ausgeblidete Armee, die von britischen Offizieren kommandiert wurde. Die Gruendung der integrierten israelischen Streitkraefte fand dagegen in den Wirren des Krieges statt. Auch die Bewaffnung der Soldaten und die Ausruestung der Einheiten mit notwenigem militaerischem Geraet, um gegen regulaere Armeen zu bestehen, vollzog sich waehrend der Kampfhandlungen. Die Luftwaffe formierte sich erst waehrend des Krieges.
Ephraim P. wurde in den Sueden verlegt und diente waehrend des Unabhaengigkeitskrieges in der Brigade Negev, einer von drei Elitebrigaden, ueber die der Palmach in die israelischen Streitkraefte eingegliedert wurde. Er erinnert sich noch an die Kaempfe in der Wueste und daran, wie der Negev von den vorrueckenden Aegyptern abgeschnitten wurde. Leichte Pipercub Flugzeuge haben Mazzen fuer die Soldaten abgeworfen, die anders nicht mehr versorgt werden konnten. Sein Battalion innerhalb der Brigade hiess “Tiere des Negev”. Es bestand vor allem aus Freiwilligen aus Uebersee. Die Freiwilligen – Mahal – haben mit ihrer militaerischen Erfahrung einen unschaetzbaren Wert fuer die israelischen Streitkraefte gehabt. Im Battailon “Tiere des Negev” haben viele suedafrikanische Juden gekaempft. Doch auch mit den Mahal-Kaempfern waren die juedischen Einheiten an allen Fronten im Grunde hoffnungslos unterlegen. Auch in der Wueste gegen die aegyptische Armee.
Die Aegypter, erinnert sich Ephraim P., seien nicht nur zahlenmaessig ueberlegen gewesen, sondern als richtige Armee auch besser ausgeruestet. Ausserdem haetten sie riesige sudanesische Soeldner in ihren Reihen gehabt. Die eigenen Truppen waren dagegen nicht austrainiert und nur notduerftig bewaffnet.
Die Hagana hatte ihre Waffen aus der einheimischen Ruestungsindustrie, die waehrend der britischen Herrschaft im Untergrund operieren musste.
Eli S. ist mit seiner Familie aus Leipzig nach Palaestina gekommen. Waehrend des zweiten Weltkrieges war er wie Ahron G. beim Ingineurscorps R.E.M.E. der britischen Armee. Seit ich das Elternheim kenne, macht Eli S. Freitag Abend den Kiddush fuer die selbststaendigen Bewohnerinnen. Der nette Mann sitzt viel in der Lobby oder im Garten. Manchmal bei einer Partie Scrabble mit einer der Damen und manchmal in ein Kreuzwortraetsel versunken. Er ist hoeflich und zuvorkommend und war bei der Ta’as, der geheimen Ruestungsindustie der Hagana. Im Herzen von Tel Aviv haetten er und andere Waffenschmiede, von den Englaendern unbemerkt, PIAT Panzerabwehrwaffen gebaut, erzaehlt er. Und weil er sehr gerne erzaehlt fuegt er an, dass sie dafuer Eisenbahnachsen verwendet haetten. Ausserdem waeren in einer Orangenplatage nahe der Stadt, wo er auch eingesetzt war, aus Wasserrohren Moerser gefertigt worden. Die Bauplaene fuer eigene 3” Moerser haben juedische Ingenieure erstellt, nachdem sie mittels einer List die Moeglichkeit erhielten, sich von englischen Soldaten vor ihren Augen einen Moerser auseinandernehmen zu lassen. In einer weiteren versteckten Staette war Eli S. bei der Herstellung von Sprengstoff beteiligt. Obwohl die Briten mit Nachdruck nach den geheimen Waffenfabriken gefahndet haben und manche hochgingen liessen, blieben die drei, in denen Eli S. taetig war bis zum Schluss unentdeckt.
Die hauseigene Ruestungsindustie war trotz der geistigen Frische der Ingenieure unzureichend geeignet, die juedischen Truppen fuer den Kampf mit regulaeren arabischen Armeen auszuruesten. Die Bewaffnung der Hagana hing am Waffenschmuggel. Weltweit wurden Waffen gekauft und am britischen Embargo vorbei in allen moeglichen und unmoeglichen Behaeltnissen und Machinen mit doppeltem Boden ins Land geschafft. Die juedischen Streitkraefte wurden erst im Verlauf des Krieges mit brauchbaren Waffen, die im Ausland gekauft und ins Land geschmuggelt wurden, ausgestattet.
In seinen Erinnerungen schreibt Ben Gurion, dass die geringe Ausruestung der Hagana muehselig und haeufig durch Anwendung wagemutiger List erworben wurde. Die Einfuhr aus dem Ausland erforderte Hingabe und ungewoehnliches Organisationstalent.
Ephraim P. hat zu Kriegsbeginn mit einem Gewehr aus dem Depot der Polizeistation in Zemach gekaempft. Mit dem in Kanada produzierten Lee Enfield Gewehr war er fuer die Verhaeltnisse der ersten Kriegstage gut bewaffnet. Weite Teile der Hagana waren mit Revolvern oder Buechsen aus vergangenen Kriegen unterwegs oder gar nicht bewaffnet. Viele Siedlungen mussten tatsachlich mit blossen Haenden und Molotowcocktails gegen regulaere Armeeverbaende der arabischen Aggressoren verteidigt werden. An schweren Waffen hat es ueberall gefehlt. Ephraim P. erzaehlt, dass die Artellerie der Negev Brigade u. a. drei Kanonen umfasst habe, die Napoleon im Land zurueckgelassen haette. Kanonen mit Holzraedern, die nun fuer den Kampf um den juedischen Staat reaktiviert wurden. Obwohl die Aegypter an seiner Front auf dem Vormarsch gewesen waeren und quasi schon vor Tel Aviv gestanden seien, sei die Moral der Juden ungebrochen gewesen. Ephraim P. erzaehlt mir, dass die Israelis keine andere Option gehabt haetten, als den Krieg zu gewinnen und es am Kampf um die Unabhaengigkeit keine Zweifel gegeben haette.
Es gab in der Kriegsphase vor dem ersten Waffenstillstand an allen Fronten wundersame Erfolge in einzelnen Schlachten, die trotz des negativen Kriegsverlaufes eine sehr aufbauende Wirkung hatten. Die eigentlich unmoegliche Verteidigung des suedlichsten Kibbutz Negba und das zaehe Standhalten des Kibbuz Yad Mordechai, das die Aegypter lange nicht einnehmen konnten, was ihren Vormarsch auf Tel Aviv bremste. Im Norden wurde eine syrische Panzerkolonne von den Verteidigern des Kibbuz Degania Alef gestoppt. Im zentralen Frontabschnitt gelang es die Belagerung von Jerusalem zu durchbrechen. Mit dem Eintreffen kampftauglicher Flugzeuge gewannen die Israelis die Initiative in der Luft, was die trueben Aussischten aufgehellt hat.
Ephraim P. erzaehlt mir vom Angriff auf die Polizeistation Irak Siudan in der Naehe des Kibbuz Negba kurz vor der ersten Waffenruhe. In der Nacht haetten sie sich dem Polizeigebaeude aus Mandatszeiten genaehert, in der die aegyptische Armee einen Stuetzpunkt gehabt haette. Viele sudanesische Soeldner seien in dem Polizeifort gewesen, das mit Stacheldraht und Minen gefestigt worden sei. Zur Annaeherung haetten sich die juedischen Angreifer immer wieder eingraben muessen. Die Einnahme der Station misslang und forderte viele Tote auf Seiten der Israelis.
Moshe G aus Siebenbuergen – Ehemann von Tova G. – fiel waehrend des zweiten Weltkrieges den Nazis in die Haende. Als er noch besser zu Fuss war, ist er zwei Mal die Woche in den hauseigenen Pool gegangen. Einmal hat er mir nach dem Schwimmen seine Nummer auf dem Unterarm gezeigt und mir erklaert, dass diese nicht abgehe, so sehr er sich auch wasche. Er kam als Ausschwitzueberlebender mit Bricha ins Land. Nach seiner Einwanderung konnte er ein Wiedersehen mit seinem Bruder feiern, der noch vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs nach Palaestina gefluechtet war. Wobei das Wiedersehen von der Ermordung des Groessten Teils ihrer Familie und aller nahen Angehoerigen von Moshe G. waehrend des Holocaust ueberschattet war. Zusammen haben sie zu Beginn des Unabhaengigkeitskrieges im Galilaea gekaempft. Moshe G. wurde einer der zahlreichen Holocaustueberlebenden in den Reihen der israelischen Streitkraefte waehrend des Unabhaengigkeitskrieges. Lange hat er nicht an der Seite seines Bruders gekaempft. Seit dem Unabhaengigkeitskrieg faehrt Moshe G. jedes Jahr am Gedenktag fuer die Gefallenen der Kriege ins Galilaea ans Grab seines Bruders.
Entscheidend fuer die israelischen Streitkraefte im Befreiungskrieg gegen die arabische Uebermacht wurden, ueber die Motivation hinaus, umfangreiche Waffenlieferungen aus aller Welt, die am Embargo vorbeigeleitet wurden und seit dem Fruehjahr 48 eintrafen. Emissaere der Hagana suchten rund um den Erdball fieberhaft nach Maschinengewehren, Munition, Moersern, Kanonen und schwerem Geraet, womit sich ein Krieg gegen regulaere Armeen gewinnen liess. In der Tschechoslowakei gelang es der Hagana ein Waffengeschaeft in grossem Umfang abzuschliessen. Die Lieferungen aus der Tschechoslowakei gelten als Wende des Krieges. Die Produktionsstaetten waren Teil der Ruestungsindustrie der Nazis an der Ostfront gewesen, die spaeter an die Tschechoslowakei fielen. In die Haende der juedischen Soldaten gelangten daher auch viele Waffen, die noch fuer die Nazis gedacht waren. Aus manchen Mausner Karabinern musste erst die Nazikennung herausgestanzt werden. Und die ersten Kampfflugzeuge waren Derivate der deutscher Messerschmitt, die fuer Hermann Goerings Luftflotte auch in der Tschechoslowakei produziert wurden.
Yehuda Z. kam als Kind aus Konstantinopel und hat im Befreiungskrieg der Artellerie als Kanonier gedient. Er hat eines der wenigen Flugabwehrgeschuetze bedient, die den Juden zur Verfuegung standen. Warum er als Kanonier eingesetzt wurde, weiss er nicht. Sein 20 mm Geschuetz, das sowohl zur Flug- als auch zur Panzerabwehr eingesetzt werden sollte, kam am Hafen von Yafo an – versteckt unter einer Ladung Zwiebeln. Er war beauftragt, die Hispano Suiza abzuladen und in die Landwirtschaftsschule Mikve Israel zu bringen. Dort wurden er und weitere Mitglieder der Hagana in der Bedienung des Geschuetzes unterrichtet. Da die Kaempfe bereits in vollem Gange waren, fiel die Unterweisung sehr knapp aus. In die Bedinung des Geschuetzes wurden die Rekruten von Mahal-Freiwilligen eingefuehrt und waehrend sie ihre Panzer- und Flugabwehrkanonen noch erklaert bekamen, wurden sie aufgrund der Dringlichkeit auch schon eingesetzt. In der Waffenausstellung des Museums der israelischen Streitkraefte in Yafo habe ich natuerlich nach der 20 mm Hispano gefahndet und sie dann auch gesichtet. So veranschaulicht habe ich mir weitere Schilderungen eingeholt. Eingesetzt wurde Yehuda Z. an verschiedenen Stellungen. Einsaetze und Unterweiseung gingen parallel. Als er mit der Kanone einmal in Herzelia Pituach eingesetzt war, kam Ben Gurion zur Inspektion. Yehuda Z. erinnert sich nicht mehr daran, ob und was er gesagt hat, aber er weiss noch ganz genau, dass im Gesicht des Ministerpraesidenten und Sicherheitsbeauftragten der provisorischen Regierung Zweifel geschrieben standen. Zweifel darueber, ob es wohl gelingen wuerde, die Kanoniere im Umgang mit den Geschuetzen ausreichend zu trainieren. Einmal wurde er in die Naehe von Zemach in die Jordansenke beordert. Die Jordansenke war hart umkaempftes Gebiet, in dem sich die Siedler z. T. mit blossen Haenden gegen die Syrer wehren mussten. Am vierten Kriegstag griffen die Syrer, die Zemach und die Polizeistation nahe Zemach erobert hatten, mit Geschuetzen, Panzern und Infanterie das Kibbuz Degania Alef an. Die knapp 70 Verteidiger des Kibbuz mussten den Angriff mit Molotowcocktails und einfachen Feuerwaffen abwehren. Zur Panzerabwehr hatten sie lediglich eine PIAT Antipanzerwaffe. Zwei 20mm Hispano, die am gegenueberliegenden Ufer des Jordan unweit Zemach stationiert waren, unterstuetzten die Verteidiger.
Als ein syrischer Panzer bereits durch den Zaun des Kibbuz gebrochen war, gelang es den Verteidigern ihn mit Molotowcocktails zu verbrennen. Er steht noch heute an der Stelle, an der er gestoppt wurde. Schliesslich kamen israelische Truppen unter dem Kommando von Moshe Dayan den Verteidigern zu Hilfe, verscheuchten die Syrer und erbeuteten dabei ein paar Panzer. 52 Israelis sind bei den Kaempfen um Zemach und Degania gefallen. Die Verteidigung des Kibbuz gilt als wundersames Ereignis. Militaerisch mag die vorausschauende Entscheidung, die Kanonen nahe Zemach zu positionieren, entscheidend gewesen sein. Dass Yehuda Z. als Kanonier bei der legendaeren Schlacht dabei war, haelt er keiner besonderen Wuerdigung wert. Er sei abkommandiert worden, sagt er lapidar. Ihm ist in Erinnerung geblieben, wie der Kampf noch in der Nacht begann. Die Syrer rueckten vor und Yehuda Z. wurde geweckt um auf Leben und Tod zu kaempfen. Dass die Schlacht zur Legende wurde sei Sache der Geschichtsschreiber, wie er meint.
Die meisten Einsaetze von Yehuda Z. waren in Tel Aviv und den umliegenden Staedten, die mehrmals Ziel aegyptischer Luftangriffe waren. Als ich ihn frage, ob so ein Job nicht besonders gute Nerven verlangt, sagt er, dass es kein Spass gewesen sei, als er einmal bei der Verteidigung des Flughafens eingesetzt gewesen sei und dieser von mehreren Spitfire der aegyptischen Luftwaffe angegriffen worden sei. Wenn so ein englisches Kampfflugzeug seine Bomben auf dich wuerfe, erinnert er sich, sei das keine leichte Situation. Zumal fuer einen Artellieristen, der ohne jede Vorwarnung und Erfahrung zur Luftabwehr beordert worden sei. Und nicht nur an Kanoniers herrschte Mangel. Das Flugortungsradar bestand aus Jungs, die ihre Augen zum Himmel gerichtet haben. So erschien in der Maariv ein Artikel ueber einen Jungen, der Tel Aviv mehrere Male in die Bunker geschickt hat. Der Junge, um den es ging, wurde alt und erschien eines Tages als Moderator einer Veranstaltung zum Unabhaengikeitstag im Heim, wo er sich als der im Artikel beschriebene Alarmgeber eroeffnete.
Auch die israelischen Luftwaffe hat sich erst im Kriegsverlauf formiert. Zu Beginn waren die Juden den Arabern in der Luft so unterlegen wie auf dem Boden. In ihren Bestaenden fanden sich lediglich ein paar leichte Maschinen, die von geringstem militaerischen Nutzen waren.
Erst die in der Tschechoslowakei erworbenen Aviva Flugzeuge wendeten die Lufthoheit. Die Piloten fuer die Messerschmittderivate wuden in der Tschechoslowakei als Teil des Abkommens ueber die Waffenlieferungen ausgebildet. Viele Piloten der ersten Stunde waren Mahal Freiwillige.
In einem ersten Einsatz gelang es mit den ersten vier vorab gelieferten Aviva Flugzeugen einen aegyptischen Vormarsch auf Tel Aviv zu stoppen.
Die Flugzeuge waren bedeutender Teil des militaerischen Geraetes aus der Tschechoslowakei, die dem juedischen Staat das Ueberleben gesichert haben. Die Waffen aus der Tschechoslowakei haetten uns gerettet, sagt Ephraim P., der waehrend der ersten Waffenruhe ein Gewehr bekam, auf dem Bruenn als Herstellungsort verzeichnet war.
Als sie mit Gewehren aus der Tschechoslowakei versorgt wurden, gelangte das Battalion von Ephraim P. auch in den Besitz eines deutschen Spandau Maschinengewehrs, eines MG 34, das eine weit hoehere Feuerkraft als das britische Sten hatte. Es sei ueber einen Munitionsguertel geladen worden und nicht ueber ein Magazin erzaehlt mit Ephraim P. und holt so weit aus, die deutsche Ingineurskunst zu loben.
Auf die erste Waffenruhe im israelischen Unabhaengigkeitskrieg folgten zehntaegige Kampfhandlungen.
Auch Akiva L. war bei der Palmach Brigade Negev, allerdings in einem anderen Battalion als Ephraim P. Akiva L. erzaehlt, dass seine Einheit waehrend der Feuerpause Mauser Karabiner und drei schwere deutsche Maschinengewehre erhalten haette. Zuvor haette sein Battailon nur ein vollautomatisches Gewehr gehabt, erinnert er sich. Staendig sei es zu Schusswechseln mit den Aegypern gekommen. Im Kibbutz Bror Hayil sei er mit einem schweren Maschinengewehr auf einen Wachposten beordert worden, erinnert er sich. Ploetzlich sei ein Trupp aegyptischer Soldaten aufgetaucht. Der Sabre war ploetzlich gezwungen, sich im Kampf zu beweisen. Das Feuergefecht hallt bis heute in seinem Gedaechtnis nach.
Nach der zweiten Waffenruhe gingen die Israelis an allen Fronten in die Offensive. Der israelischen Marine erbeutete in einer spektakulaeren Operation im Mittelmeer eine fuer Syrien bestimmte umfangreiche Waffenlieferung. Durch raffinierte Taeuschungsmanoever gelang es, Tausende Gewehre und Millionen Kugeln in die Bestaende der israelischen Streitkraefte zu ueberfuehren.
An der Front im Negev wurden Truppen zusammengezogen, um die Stadt Beer Sheva zu befreien. Fuer Ben Gurion hatte der Negev eine grosse Bedeutung hinsichtlich der Zukunft des juedischen Staates. Er sah die Moeglichkeit, die Weiten der Wueste fruchtbar zu machen und fuer die Ansiedlung zu erschliessen. Ephraim P. und Akiva L. waren bei der Einnahme von Beer Sheva dabei und auch bei der Einnahme von Eilat am Roten Meer. Die aus Leintuch und Tinte improvisierte Fahne, die in Eilat gehisst wurde, beschrieb die Eroberung des gesamten Suedens mit Ausnahme des Gaza Streifens, den die Aegypter halten konnten.
Die Zeit bei der Negev Brigade hat das Selbstverstaendnis von Ephraim P. und Akiva L. gepraegt. Gerade Ephraim P. erzaehlt stolz von seiner Zeit im Palmach. Und auch unter seinen Kindern wird sein Militaerdienst in Ehren gehalten. Eine Hochachtung dieser Art muss deutschen Familien fremd sein.
Ephraim P. bleibt von seinen Heldentaten die verblassende Erinnerungen und der Schnauzer, den er sich seit seiner Zeit bei den Tieren des Negev hat stehen lassen.


