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	<title>Olivers Betrachtungen &#187; Presseschau</title>
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	<description>Anmerkungen zum 21. Jahrhundert</description>
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		<title>Humanitäter</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 18:49:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg und Terror]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>
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		<description><![CDATA[Für Erdogan und die Hamas hätte es nicht besser kommen können. Unter ihren islamistischen Spielführern haben sich die Türken auf die vordersten Plätze des weltweit beliebten Antizionismus propagandiert. Viele Türken scheint das Entschädigung genug für die verpasste Teilnahme an der WM-Endrunde. Dankbar halten &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2010/06/07/humanitater/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
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<p style="text-align: center;"><img class="size-medium wp-image-522 aligncenter" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2010/06/israel-300x168.jpg" alt="Israel" width="300" height="168" /></p>
<p>Für Erdogan und die Hamas hätte es nicht besser kommen können. Unter ihren islamistischen Spielführern haben sich die Türken auf die vordersten Plätze des weltweit beliebten Antizionismus propagandiert. Viele Türken scheint das Entschädigung genug für die verpasste Teilnahme an der WM-Endrunde. Dankbar halten sie  ihre Fahnen in den Wind.  <span id="more-513"></span><br />
Den Offensiv-Spezialisten der Hamas, die seit der Militäroperation cast lead in die Defensive gedrängt schienen, haben die Humanitäter der Marmara eine unverhoffte Konterchance geboten. Evtl. werden sie sich sogar aus der Belagerung ihres Strafraums befreien.<br />
Die Runde geht ganz klar an den islamistischen Block. Vom iranischen Regime, über den syrischen Präsidenten bis zu den Stürmern der Hizbollah bezeugen eingespielte Israelfeinde den Türken standing ovations und feuern die Hamas an.<br />
Von der Muslimbrüderschaft in Ägypten bis zu Hugo Chavez wird die neue Aufstellung gegen Israel gelobt.</p>
<p>Hier in Israel herrscht dagegen eine Stimmung der Unsicherheit, die mit einer Welle des Patriotismus leidlich kaschiert wird. Seit bordende israelische Soldaten auf der Mavi Marmara von einem Lynchmob in Empfang genommen wurden und neun &#8220;Menschenrechtsaktivisten&#8221; bei der Übernahme des Schiffes ihr Leben auf Deck gelassen haben, plagen sich die Israelis mit Bauchweh.<br />
Die Aktion selbst, die Folgen und die möglichen Auswirkungen haben unverkennbar auf den Magen geschlagen.</p>
<p>Die verfügbaren Bilder des fatalen Einsatzes werden wieder und wieder gesichtet. Dass die israelischen Soldaten derart ans Messer geliefert wurden, geht nicht spurlos an den Menschen hier in Israel vorbei.<br />
So wünschen sich auch 2/3 der Israelis eine Untersuchungskomission (Maariv vom 2.6.). Bisher wird nur spekuliert, wo die Fehler gemacht wurden. Der Verteidigungsminister und die Geheimdienste stehen besonders unter Druck.<br />
Den an der Aktion beteiligten Soldaten kommt derweil Zuspruch von allen Seiten zu. Fast jede israelische Familie schickt ihre Söhne und Töchter zur Armee.</p>
<p>Dem Schock über die Geschehnisse folgt die Fassungslosigkeit über die weltweiten Reaktionen. Besonders bitter stößt  den Israelis die Rezeption und Auslegung der Geschehnisse in Europa auf.</p>
<p>Dass in der arabischen Welt israelische Fahnen brennen und &#8220;Tod Israel&#8221; skandiert wird, geschieht in regelmäßigen Intervallen. Auch die Radikalisierung der Türkei unter der Führung der AKP ist ein Prozess, der sich schon so lange hinzieht, dass es kaum für Verwunderung sorgt, dass jetzt Zehntausende in Istanbul ihren antiisraelischen Zorn auf die Straße tragen. Türkisches Fernsehen zeigt schon seit längerer Zeit offen antisemitische Serien und Filme. Jeder hier weiß, dass Erdogan sich schon lange mit Israelfeindlichkeit profiliert und die Nähe zu Iran und Syrien sucht. Dass bisher 300.000 Israelis pro Jahr in der Türkei Urlaub gemacht haben, soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass man hier die Eskalation von Seiten der Türken erwartet hat.</p>
<p>Es ist die Israelfeindlichkeit, in der Europa versinkt, die hier auf das Gemüt drückt. Nicht, dass die Israelis nicht schon seit Jahren den Eindruck haben, dass die Welt gegen sie ist. Der antiisraelischen Stimmung in Europa aber hat man gehofft/geglaubt könnte man mit Erklärungen begegnen.</p>
<p>Dabei hat sich während der Militäroperation in Gaza schon klar gezeigt, dass man sich in Europa hinsichtlich des Nahostkonfliktes nicht für Erklärungen, Zusammenhänge und ideologiekritische Betrachtungen interessiert, sondern seine Ressentiments pflegt, wo es nur geht. Die Israelis haben den europäischen Antizionismus völlig unterschätzt. Die antiisraelische Berichterstattung und die israelfeindlichen Demonstrationen wurden stets als Folge islamistischer Propaganda begriffen. Was sie sicher auch waren. Aber das ist maximal die halbe Wahrheit.</p>
<p>Der in Europa weit verbreitete Antisemitismus im Gewand der Israelkritik wird  hier in Israel konstant verdrängt.</p>
<p>Es wird nicht erwogen, dass die Europäer sich vielleicht nicht nur vor den Karren der Islamisten spannen lassen, sondern deren antisemitische Verständnismuster teilen.</p>
<p>Was der jüdische Staat &#8220;im eigenen Interesse&#8221; zu tun hat, wird obsessiv von jenen Israelfeinden diskutiert, die sich in Europa &#8220;kritische Freunde&#8221; nennen und mit ihren Forderungen stets die israelische Souveränität und Demokratie herabwürdigen.</p>
<p>Von der Militäraktion gegen Raketenbeschuss über die Ausgrenzung von Terroristen bis zum Wohnungsbau in der eigenen Hauptstadt, fordert jede Bewegung der Israelis einen internationalen Aufschrei hervor, in den die Europäer einstimmen.</p>
<p>Dass es bei der Anteilnahme nie wirklich um das Verständnis des Nahostkonfliktes geht, wird daraus ersichtlich, dass trotz seiner viel beschworenen Bedeutung  für das Weltgeschehen  keine Anstrengungen unternommen werden, seine Hintergründe zu beleuchten.</p>
<p>Die Auseinandersetzung mit der Hamas wurde erst interessant, als Israel angegriffen hat. Raketenterror war den Europäern immer nur eine Fusnote.  Dieses dekontextualisierte Interesse lässt das israelische Handeln stets als Aggression erscheinen und koppelt so bestätigend auf die antiisraelischen Ansichten zurück. Bei der Berichterstattung zu Gaza wurde die Vorgeschichte von der einseitigen Räumung bis zur Umwandlung des Küstenstreifens in Hamastan und der Beschuss israelischer Städte ausgeklammert.</p>
<p>Das Interesse an den Geschehnissen ist schlicht der Unterfütterung einer bereits festen Meinung geschuldet.</p>
<p>Neun tote Aktivisten an Bord der Mavi Marmara werden als neuester  Beleg für die Tötungsabsicht der Israels zitiert.</p>
<p>Wie der Schuldanteil von Palästinensern und Israelis an cast lead ständig umgekehrt proportional zu den Opferzahlen berechnet wird.  Propagandalogik. Hinsichtlich des Militäreinsatzes in Gaza bleibt hinter dieser Rechnung stets zurück, dass sich Israel vor seine angegriffene Bevölkerung gestellt hat, während Hamas sich hinter den Menschen in Gaza weggeduckt hat. Es gibt eine viel einfachere Gleichung als das Hantieren mit den Opferzahlen. Ohne Raketenterror der Hamas hätte es gar keine Militäroperation gegeben. Auch würde es heute keine Blockade des Küstenstreifens geben.</p>
<p>Dass die Ereignisse hier im Nahen Osten meist vor dem Hintergrund einer bestimmten Anschauung interpretiert werden, lässt sich ideologiekritisch im Sprachgebrauch nachweisen. Hinsichtlich Israel haben sich eine Reihe von Begriffen durchgesetzt, die unreflektiert angewendet werden und stets schon  ein Urteil über den Sachverhalt beinhalten, den sie darstellen. In Begriffen drückt sich aus, wie etwas begriffen wird.</p>
<p>Ganz klassisch: Was bleibt zu diskutieren, wenn Israelis in Jerusalem illegal auf besetztem palästinensischen Gebiet bauen?</p>
<p>Ganz neu: Was bleibt zu diskutieren, wenn israelische Soldaten einen Hilfskonvoi mit Menschenrechtsaktivisten angreifen?</p>
<p>Anhand der Berichterstattung über die Konfrontation zwischen der Solidaritätsflotte und der israelischen Marine zeigt sich, dass die Europäer nicht leichtgläubig islamistischer Propaganda auf den Leim gehen, sondern ihre eigenen Ressentiments pflegen.</p>
<p>Schon im Vorfeld wurde das Angebot Israels, die Ladung in Ashdod abzuladen und über den regulären Versorgungsweg nach Gaza zu bringen, genauso abgelehnt, wie das Angebot der Familie Shalit, sich bei der israelischen Regierung für die Solidaritätsflotte einzusetzen, wenn dafür ein Päckchen an Gilad Shalit übergeben wird.</p>
<p>Wo blieb die Deutung der Widersprüche, die in der Ablehnung dieser Angebote durch die vermeintlichen Menschenrechtsaktivisten offensichtlich wurden? Wo blieb die Deutung des Widerspruches, der das krude Bündnis von Menschenrechtsaktivisten und Hamas umgibt?</p>
<p>Zahlreiche Videos, die inzwischen veröffentlicht sind, geben offensichtliche Hinweise darauf , dass die Israelis die Lage an Bord der Mavi Marmara völlig falsch eingeschätzt haben und sich in Erwartung max. zivilen Ungehorsams Einzeln mit Paintball Gewehren auf Deck abgeseilt haben. Deutlich wird in den Videos, dass die Aktivisten in totschlägerischer Absicht über sie hergefallen sind. Trotzdem wird das tragische Ergebnis von neun Toten nie ernsthaft <a href="http://www.youtube.com/watch?v=gYjkLUcbJWo&amp;feature=player_embedded">der von den Aktivisten entfesselten Gewalt</a> zugeschrieben. Mit der Konnotation, dass man es für durchaus möglich hält, dass die Israelis auf todbringende Aktivistenjagd gegangen sind und nicht wirklich eine unblutige Übernahme im Sinn hatten. Und das sagt viel darüber aus, wie Israel eingeschätzt wird.</p>
<p>Würde jemand das Bombardement von Kunduz so interpretieren, dass die Deutschen zur Belustigung der Truppe unzählige Zivilisten in Afghanistan umbringen liessen?</p>
<p>Es gibt Videos, die belegen, wie die Aktivisten die Gewalt vorbereiten. Es gibt die Aktivisten, die im Vorfeld bekundet haben, als Märtyer sterben zu wollen. Es gibt noch viel mehr. Einfach auf youtube Marmara eingeben. Dass die Bilder von der IDF freigegeben wurden, ändert nichts daran, dass sie in Ausschnitten zeigen, was passiert ist. Wie kann es trotzdem sein, fragen sich die Israelis, dass die ganze Welt gegen Israel ist?</p>
<p>Vielleicht sollte man einmal die Artikel von Herrn Thumann ins Hebräische übersetzen, um dies beispielhaft aufzuzeigen. Die Frage, ob es sich bei den Organisatoren IHH um <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-06/gaza-Stiftung">Radikalislamisten oder harmlose Helfer</a> handelt beantwortet Michael Thumann mit harmlose Helfer. Als Grundlage dieser Einschätzung dient ihm ein Besuch im Vereinsheim. Dieses haben am selben Tag auch Journalisten der Maariv besucht und im Eingangsbereich der IHH eine übergroße Palästinakarte fotografiert. Eine Karte, auf der Palästina vom Jordan bis zum Mittelmeer reicht. Die muss Herr Thumann übersehen haben. Genauso, wie ihm einige Hintergründe über die IHH entgangen sein müssen. <a href="http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3897783,00.html">Yoram Ettinger sind sie nicht entgangen</a>.</p>
<p>Die Referenzbegriffe zu der Tragödie in der Zeit sind derweil bereits ausgebildet. Am 3.6. bereits beginnt der Artikel <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-06/gaza-israel-ihh-hamas">Gaza-Helfer wollen Israel trotzen</a> mit &#8220;Die von Elitesoldaten angegriffenen Aktivisten&#8230;&#8221;</p>
<p>Nachdem die Geschehnisse ins Weltbild eingepasst wurden, wartet die Welt jetzt darauf, dass Israel von einer unabhängigen Kommission scharf verurteilt wird.</p>
<p>Wenn es Israel irgendwann plötzlich nicht mehr geben sollte, man müsste es der Welt zu Liebe umgehend wieder gründen.</p>
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		<title>Die Anderen &#8211; pt.2 &#8211; Ressentiment</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 21:08:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist nicht einfach, mich durch die europaeische Nahostberichterstattung zu lesen ohne das Sein, das ich vor Ort vor Augen habe, zum falschen Schein zu erklaeren. Zwischen meinen Erfahrungen, die ich inmitten der israelischen Gesellschaft gewonnen habe, und der Einschaetzung &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2009/04/02/die-anderen-pt2-ressentiment/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="postbody">Es ist nicht einfach, mich durch die europaeische Nahostberichterstattung zu lesen ohne das Sein, das ich vor Ort vor Augen habe, zum falschen Schein zu erklaeren. Zwischen meinen Erfahrungen, die ich inmitten der israelischen Gesellschaft gewonnen habe, und der Einschaetzung der europaeischen Journaille besteht eine Differenz, die mich an meinem Verstand oder der Presse zweifeln lassen muss. Schwieriger zu verdauen, und zugleich leichter zu verstehen, werden die israelfeindlichen Toene der Medienlandschaft, wenn die Nahostberichte Leserkommentaren ausgesetzt werden. Dann sind klare Ressentiments auszumachen und Denkmuster zu erkennen, denen der uneingestandene antisemitische Wahnsinn anklebt.<span id="more-194"></span></p>
<p class="postbody">Die Ansichten der kommentierenden Leser sind, insofern sie als repraesentativ aufgefasst werden, ein starkes Argument fuer die Presse, sich in der Nahostberichterstattung voreingenommen gegen Israel zu zeigen. Eine jede Zeitung lebt von ihren Kunden. Alles was ueber deren Wuensche hinausgeht ist brotlose Kunst. Von aufrichtiger Berichterstattung laesst es sich schlecht leben, wenn dieser die Abnehmer fehlen. Wahrscheinlich aber sind Journalisten sich ohnehin mit der Leserschaft einig in ihren Schuldzuschreibungen fuer alles Schlechte in Nahost.</p>
<p class="postbody">Den rennomierten Zeitungen fehlt es dabei meist gaenzlich an offener &#8211;  geschweige denn aggresiver - Verurteilung Israels. Die Voreingenommenheit wird weniger in These und Antithese ihrer Eroerterungen deutlich, als mehr in den unhinterfragten Annahmen, die den Weg zu ihrer ueberparteilich anmutenden &#8220;Kritik an Israel&#8221; pflastern. Wenn etwa kolportiert wird, dass Israel den Palaestinensern grundlegende Rechte vorenthaelt, Besatzungsanspruch durch Siedlungsbau untermauert, die Gegner eines Friedensprozesses in die Regierung waehlt und ein unverhaeltnismaessiges militaerisches Vorgehen pflegt.</p>
<p class="postbody">Dann wird in den Begrifflichkeiten der Eindruck einer israelischen Politik und Gesellschaft reproduziert, die eine Gefahr fuer die Region &#8211;  und darueber hinaus - darstellen.</p>
<p>Die Entkleidung antisemitischer Denkmustern von der moralinsauren Israel-Kritik vollziehen dann oft die Kommentatoren. Dann sind es ausgemachte Rassisten, die in der Regierung sitzen und Palaestinenser brutal unterdruecken und sie in Ghettos einsperren, waehrend sie auf ihrem Land siedeln und den legitimen Widerstand als Vorwand nehmen, um wild auf die Zivilbevoelkerung zu ballern.</p>
<p>Es haengt dabei alles enger miteinander zusammen, als es die zurueckweisende Zensur mancher Kommentare von Seiten der Redaktion vermuten laesst.</p>
<p>Dass Netanjahu die Gruendung eines unabhaengigen palaestinaensischen Staates nicht anstrebt, macht ihn zum obersten Friedensverhinderer in Nahost. Dabei haben alle Entwicklungen der letzten Jahrzehnte aufgezeigt, dass Palestinaenser zu keinem friedlichen Nebeneinander mit den Israelis bereit sind, und ein groeseres Interesse am Verschwinden des juedischen States haben, als am Aufbau eines eigenen Staates. Es gibt nicht die geringsten Anzeichen fuer den Aufbau einer Zivilgesellschaft in den Gebieten, die an Stelle des ueber den Dschihad vermittelten gesellschaftlichen Zusammenhangs treten koennte. Als Folge daraus gibt es auch keine Bestrebungen, sich um eine funktionierende Wirtschaft zu kuemmern, statt sich fortwaehrend von hunderten Hilfsorganisationen aushalten zu lassen. Alles in allem sind fuer die palaestinensischen Gebiete die denkbar unguenstigsten Bedingungen fuer eine Staatsgruendung zu konstatieren.</p>
<p>Dass ein palaestinensischer Staat moeglich ist und letztlich zum Frieden in Nahost fuehren wuerde ist angesichts der palaestinaensischen Gemuetslage ein Wunschdenken, dem alle notwendigen Voraussetzungen fehlen, in die Realitaet ueberfuehrt zu werden. Dass die neue israelische Regierung mit der Revision der Illusion einer Zwei-Staaten-Loesung unter den gegebenen Bedingungen ihre Ansaetze den Realitaeten anpasst, ruft in Europa eine Entgeisterung hervor, die darauf schliessen laesst, dass dort die Schuld fuer das Ausbleiben des friedlichen Miteinander vor allem bei den Israelis gesucht wird.</p>
<p>Statt den tieferen Ursachen des andauernden palaestinensischen Leids auf die Spur zu kommen, wird dieses ueber die Fluechtlichtlingsmaschinerie der UN staendig reproduziert, von tausenden NGO&#8217;s als israelisches Verbrechen gegeisselt, von der arabischen Welt instrumentalisiert und schliesslich auch von den Europaeern den Israelis zur Last gelegt.<br />
Die Notwendigkeit des israelischen Vorgehens zum Schutz seiner Bevoelkerung bleibt gaenzlich unreflektiert, wenn das Bild einer agressiven Besatzungsmacht gezeichnet wird, hinter der ein vermeintlich aggressiver Sozialcharakter steckt. Der Stern hat einmal auf seiner Titelseite in grossen Lettern gefragt, <a class="postlink" href="http://www.stern.de/_content/56/68/566859/titel_300_300.jpg">was das Land so aggressiv macht</a>. Im April 07 hat der Wandersmann Wolfgang Buescher in der Zeit ein Dossier mit suggestiven Klischees über die israelische Gesellschaft vollgepackt. In der Printausgabe aufgemacht mit einem bewaffneter Siedler am Strand von Gush Kartif. Eine sehr merkwürdige Bildauswahl, da der Siedlungsblock Gush Kartif im Gaza lange vor der Rundreise von Buescher geräumt wurde. Nur wenige Wochen nach dem Erscheinen des Artikels war Gaza bereits <a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,489876,00.html">Hamastan</a> und wurde mit freundlicher iranischer Hilfe zu Kassamastan hochgeruestet. Israel hat Gaza geraeumt und dafuer einen <a class="postlink" href="http://www.haaretz.com/hasen/spages/1064578.html">Raketenhagel auf den Sueden des Landes</a> geerntet.</p>
<blockquote class="postbody">
<p class="quotecontent">In 2005, less than a day after Israeli forces removed every last Jew from Gaza, Palestinians set up rocket launchers on the ruins of settlements that had been just been evacuated. They took aim not only at Sderot, but at some of the very kibbutzim who had most strongly championed the cause of an independent Palestine alongside Israel.</p>
</blockquote>
<p class="postbody">Roter Alarm und ein anhaltendes Wunder haben bis dato verhindert das weit ueber zehntausend Raketen nicht tausende Katastrophen ausgeloest haben.</p>
<p>Doch wird der Terror gegen Isarel in den Augen der Europaeer lediglich als mildernder Umstand fuer israelische Aggressionen angefuehrt oder auch als deren Vorwand. Jeder zweite Deutsche <a class="postlink" href="http://www.stern.de/politik/deutschland/:stern-Umfrage-Jeder-Zweite-Israel-aggressiv/651466.html">haelt Israel fuer aggressiv.</a></p>
<p>Nie ist von der Notwendigkeit einer uneingeschraenkten Solidaritaet mit Israel zu lesen. Von einem Schulterschluss mit einem freien demokatischen Land, dem seit seiner Gruendung und schon davor der Kampf um seine Existenz aufgezwungen wurde.</p>
<p>Alle Vernichtungsdrohungen gegen den juedischen Staat und der blutigen Ernst der Islamfaschisten scheinen gegen die europaeische Ueberzeugung, wonach Israel letztlich fuer alles verantwortlich ist, nicht anzukommen. Alle Betrachtung der Misere im Nahen Osten fuehrt zu einer Anklage gegen Israel. Wenn nicht explizit, dann ueber die unrefleflektierten Annahmen vermittelt, die in den Begriffen mitschwingen, mit denen der Nahostkonflikt beschrieben wird. In der Konstruktion eines Suendenbocks zeigt sich der Antisemitismus, der sich als Kritik an Israel verkleidet.</p>
<p>Gegen den Wahn, wonach Israel an allem Schuld ist, kommt Argumentation zu Israels Gusten nicht an. Es geht bei dem ganzen Interesse an Nahost weniger darum, etwas zu verstehen, als sich etwas bestaetigen zu lassen. Das Ressentiment zeigt sich ressistent gegen gegen die Realitaet.</p>
<p><a class="postlink" href="http://www.hagalil.com/antisemitismus/studien/2004/studien-2004.htm">Mehr als die Hälfte aller Deutschen etwa meinten 2004, das Verhalten Israels gegenüber den Palästinensern sei grundsätzlich nicht von dem der Nazis im Dritten Reich gegenüber den Juden zu unterscheiden.</a></p>
<p>Aus dem Verhalten Israels ist die Antipathie, die dem juedischen Staat entgegenschlaegt nicht zu verstehen. Der Blick muss auf die Verstaendnismuster derjenigen Betrachter gelenkt werden, die sich lustvoll zu Anklaegern und Richtern ueber den juedischen Staat aufschwingen. Neben den einseitigen Schuldzuweisungen hinsichtlich des Nahostkonflikts faellt auch die Straflust als ein signifikantes Element des Antisemitismus auf. Die falsch verstandene Moderne, die uns bedrohlich erscheint, erzeugt eine Paranoia, die auf maechtige Schuldige verweist und deren Abstrafung zum Wohle der Menschheit fordert. Als ob es konkrete Machenschaften waeren, die es verhinderten, dass sich der Weltfrieden einstellt und alle Menschen zu dem ihnen versprochenen Glueck finden.</p>
<div class="postbody"><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,272436,00.html">Eine 2003 von der EU-Kommission in Auftrag gegebene Umfrage ergab, dass die EU-Bürger in Israel die größte Gefahr für den Weltfrieden sehen</a></div>
<p>Waehrend Europaeer die Konfrontation mit der islamistischen Bedrohung scheuen und sich dafuer in die eigene Tasche Luegen, stellt sich Israel dieser notwendiger Weise entgegen. Als Folge wird der juedische Staat als aggressiv und faschistisch verurteilt. Je mehr sich das europaeische Appeasement als Fehler herausstellt, desto staerker scheint es in Europa verteidigt.</p>
<p>Europaer uebersehen bei ihrem bestimmten Versuch, auch Israel dieses Appeasement aufzudraengen, dass eine Niederlegung der Waffen den Palaestinensern zu einem Leben in Frieden verhilft, waehrend Israel nur durch seine militaerische Ueberlegenheit verhindern kann, dass seine Bewohner durch die Hoelle gehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Sie uebersehen vor allem den Antisemitismus, der in die Ideologie der arabischen Welt eingeflochten ist. Ein Export der Nazionalsozialisten in die arabische Welt, wie Kuenzel in &#8220;Dschihad und Judenhass&#8221; hervorragend herausgearbeitet hat. Dort tritt er heute als islamisierte Variante der Vorstellung einer juedischen Bedrohung, die es um jeden Preis auszumaerzen gilt, in Erscheinung.</p>
<p>Bei der Betrachtung des Nahostkonflikts muss Antisemitismus in doppelter Weise konstatiert werden. Zunaechst im stets relativierten Streben islamfaschistischer Kraefte, die dem juedischen Staat nach der Existenz trachten. Dann auch als stets verneinter Bestandteil der Weltanschauung europaeischer Betrachter.</p>
<p>Ein weiteres dieser Elemente des Antisemitismus ist die Vorstellung, wonach Israel nicht kritisisert werden duerfte. Auch dies suggeriert eine maechtige Sonderstellung, die sich wunderbar kompatibel mit allen Arten von Verschwoerung erweist. Sie findet prominente Befuerworter, wie Martin Walser, der dem sekundaeren Antisemitimus mit dem Begriff &#8220;Auschwitzkeule&#8221; eine Wunderwaffe an die Hand gegeben hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das herbeihalluzinierte Verbot Israel zu kritisieren und die Grundfalsche Behauptung einer Gewaltspirale, die durch die europaeische Medienlandschaft geistert und eine Vorstellung schafft, wonach sich Terror und Staatsterror Zahn um Zahn vergelten, muendet nicht selten in der Romatisierung radikalislamistischer Terrorgruppen zu Widerstandsbewegungen. Statt offen gegen Israel zu giften, kann das Ressentiment sich ueber die Solidaritaet mit diesem Widerstand vermeintlich unverdaechtig auessern.<br />
Mit bitteren Folgen fuer die Israelis, die sich mit einer ungeliebten aber notwendigen Mauer gegen Selbstmodattentate schuetzen und dafuer den Vorwurf ernten, Ghettos zu schaffen. Israelis, die sich gegen den Raketenbeschuss durch die Hamas zur Wehr setzen muessen um im Anschluss antisemitische Auflaeufe queer durch Europa zu Friedensdemos verklaert zu sehen. Israel ist Ziel iranischer Vernichtungsphantasien und gilt gleichzeitig als Gefahr fuer den Weltfrieden.</p>
<p>Queer durch Europa zieht sich Israel nicht nur freundschaftlich gemeinte Kritik auf sich, sondern muss sich auch mit einer neuen Qualitaet des Antisemitismus abfinden, bei dem islamische Gruppierungen in weiten Teilen europaeischer Gesellschaften Verbuendete findet, die ihn zugleich stuetzen und abstreiten. Fuer vorgebliche Friedensfreunde in Europa hat diese Allianz den Vorteil, dass sie das Unaussprechbare nicht selbst aeussern muessen, sondern mit <a class="postlink" href="http://www.dig-frankfurt.de/site/aktuelles/dignews/pressemitteilung-15.01.2009.html">Verstaendnis fuer krasse Aussagen</a>von Islamisten operieren koennen.</p>
<p>Wobei der Schriftsteller Gaader andererseits 2006 in einer antisemitischen Polemik unumwunden die <a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,431138,00.html">Delegitimation Israels gefordert</a> hat und damit schon einen ganzen Schritt weiter gegangen ist.</p>
<p>Israelis fliegen sehr gerne nach Europa und die Tageszeitungen sind entsprechend tagtaeglich voll mit Angeboten fuer Kurzurlaube. Dabei sind sich die Israelis durchaus bewusst, dass Europa ein nicht ungefaehrliches Pflaster ist. Dass der Antisemitismus auf dem Vormarsch ist, wird hier sehr wohl regisitriert.</p>
<p>In Malmoe <a class="postlink" href="http://www.lizaswelt.net/2009/03/rache-ist-blutwurst.html">stachelt der Stadtrat israelfeindliche Proteste an</a> und daemonisiert israelische Sportler. In Duisburg macht sich die <a class="postlink" href="http://www.lizaswelt.net/2009/01/geschichtsbewusste-gefahrenabwehr.html">Polizei zum Freund und Helfer</a>eines antisemitischen Mobs. Die Briten sind zur Aussoehnung mit Hizbollah und Hamas genauso bereit, wie fuer die spezielle Kennzeichnung israelischer Produke aus Judaea und Samaria.  Queer durch Europa werden Israelfahnen auf Plakaten mit Hakenkreuzen versehen.</p>
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		<title>die qual der wahl pt.2</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 09:48:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Ideologiekritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Beispiel, wie schrille Berichterstattung der nuechternen Betrachtung den Rang ablaufen und ein falsches Bewusstsein foerdern wurde vor einem Jahr deutlich, als eine stattliche Anzahl umgeschulter Kumpel von NOKIA an die frische Bochumer Luft gesetzt wurde. Die Folge einer Produktionsverlagerung nach Rumaenien. Nichts, was &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2009/02/16/die-qual-der-wahl-pt2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beispiel, wie schrille Berichterstattung der nuechternen Betrachtung den Rang ablaufen und ein falsches Bewusstsein foerdern wurde vor einem Jahr deutlich, als eine stattliche Anzahl umgeschulter Kumpel von NOKIA an die frische Bochumer Luft gesetzt wurde. Die Folge einer Produktionsverlagerung nach Rumaenien. Nichts, was irgendwie nicht einleuchtend waere. NOKIA ist eine AG, und damit seinen Anteilseignern verpflichtet. Vorstand und Geschaeftsleitung des Unternehmens sind mit der Aufgabe betraut moeglichst gute Rendite zu erwirtschaften. So funktioniert der Kapitalismus. NOKIA muss moeglicht profitbel wirtschaften (a.k.a. masslosen Gewinn anstreben) um den Aktionaeren moeglichst gute Dividende ausschuetten zu koennen. Dazu werden Handys in Bochum gefertigt oder eben in Rumaenien. NOKIA kauft Arbeitskraft, eignet sich die Mehrarbeit an und setzt die Arbeitskraft, fuer die es keine Verwendung gibt, frei. Der Kapitalismus ist nicht die Arbeiterwohlfahrt.<span id="more-35"></span></p>
<p>Wer sich darueber aufregt, bringt hartnaeckig Symtome mit Ursachen durcheinander. Ein Unternehmen muss seine Profite steigern und seine Marktstellung festigen und ausbauen (ob das Nokia oder der Springer-Verlag oder Allnatura ist).</p>
<p>Es ist keine moralische Verfehlung als Unternehmen Arbeiter und Subventionsgeber auszubeuten, sondern eine systembedingte Notwendigkeit. Wuerden alle &#8220;fair&#8221; von NOKIA behandelt wuerde der Laden unter der gegebenen Wirtschaftsordnung nicht bestehen, geschweige denn erfolgreich sein.</p>
<p>Dass Politiker entzuernt Handys zurueckgeben haben war Ausdruck massloser Dummheit und patriotismus-populistische Aufhetzung der Massen.</p>
<p>Das Theater hat sicher nicht viel zum Verstaendnis der Dynamiken unserer Zeit beigetragen.</p>
<p>Ein Jahr nach den Protesten erfaehrt der Kapitalismus eine seiner schlimmsten Krisen. Von einer nuechternen Betrachtung der Verhaeltnisse fehlt aber weiterhin jede Spur. Statt das destruktive Potenzial, dass dem Expansionszwang im Kapitalismus zu Eigen ist, als Ursache des weltweiten Chaos zu erkennen, wird weiter moralisiert und Schuld personalisiert. Wer Expansion, wie auch Ausbeutung, nicht als moralische, sondern eine oekonomiekritische Kategorie ansieht, erkennt, wie sehr die Daemonisierung von Spekulanten und Investoren die Verschleierung der Verhaeltnisse befoerdert.</p>
<p>Als ob die Akteuere im Kapitalismus nicht gezwungen waeren, staendig zu investieren und als ob nicht jede Investition spekulativ waere. Anleger wuenschen sich hohe Rendite. Investoren muessen unter Wettbewerbszwang hohe Rendite versprechen und ihren Renditeversprechen nachkommen. Investitionen muessen Profit abwerfen um die Versprechen einzuloesen.</p>
<p>Auch die Stimulationsplaene der Regierungen weltweit sind spekulative Investitionen.</p>
<p>Solange sich Politiker und andere Fachleute hinstellen und die Gier der Investoren anprangern, helfen sie v.a. sich selbst und ihrer Beliebtheit.<br />
Gleiches gilt fuer das Ausschuetten von Milliarden, mit denen ein System weiter gestuetzt wird, dass aufgrund seiner Eigendynamik immer wieder heiss laufen wird.</p>
<p>Der falsche Schein, der die Krise umgibt naehrt sich nicht nur aus der Vorstellung von Raubtierkapitalismus, Heuschrecken und Casino. Um die Krise zu erklaeren, ohne das kapitalistische wirtschaften in Frage zu stellen, braucht es konkrete Schuldige. Feindbilder haben in der Krise Konjunktur. Statt sich mit der Dynamik kapitalistischer Oekonomie zu befassen wird mit krudem Idealismus operiert.</p>
<p>Medien und Politik verkaufen sich besser, wenn sie gegen Bonuszahlungen wettern. geraten   Ob der Griff nach millionenschwerem Bonus moralisch verwerflicher ist, als sich vom Kollegen ausstempeln zu lassen oder schlichtweg die gleiche Mentalitaet bei unterschiedlichen Moeglichkeiten soll jetzt erst mal dahingestellt sein.</p>
<p>Sicher ist, dass personalisierte Schuldzuweisung das System durch Entlastung stuetzt.</p>
<p>Gierige Ami-Baenker, heuschrecken, juedische Weltverschwoerung, Fremdarbeiter,&#8230; Je lauter der Missbrauch der Wirtschaftsordnung angeprangert wird, desto unverdaechtiger erscheint sie.</p>
<p>Begleiterscheinung sind die vorprommamierten Ausschreitungen. Solange die Ursachenforschung aussschliesslich mit personalisierten Schuldigen und moralischen Verfehlungen hantiert, stellt sie dem Poebel einen Freischein aus, es ebenso zu haendeln.</p>
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		<title>die qual der wahl pt.1</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Feb 2009 15:56:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine Freizeit hat einen klar umrissenenen Ablauf. spiegel.de, faz.net, jpost.com, haaretz.com, Maariv, bild.de, zeit.de, Herald Tribune, nzz.ch, kicker.de, ynet.co.il, nytimes.com&#8230;. Was irgendwann als Bildungsbestreben angefangen und zunaechst durchaus ehrbare Zuege aufgewiesen hat, verkommt immer mehr zum Trauerspiel. Ich halte es &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2009/02/15/die-qual-der-wahl-pt1/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Freizeit hat einen klar umrissenenen Ablauf. <a title="Spiegel Online" href="http://www.spiegel.de" target="_blank">spiegel.de</a>, <a title="FAZ" href="http://www.faz.net" target="_blank">faz.net</a>, <a title="Jerusalem Post" href="http://www.jpost.com" target="_blank">jpost.com</a>, <a title="Haaretz" href="http://www.haaretz.com" target="_blank">haaretz.com</a>, Maariv, <a title="BILD" href="http://www.bild.de" target="_blank">bild.de</a>, <a title="Die Zeit" href="http://www.zeit.de" target="_blank">zeit.de</a>, Herald Tribune, <a title="Neue Züricher Zeitung" href="http://www.nzz.ch" target="_blank">nzz.ch</a>, <a title="Kicker" href="http://www.kicker.de" target="_blank">kicker.de</a>, <a title="ynet" href="http://www.ynet.co.il" target="_blank">ynet.co.il</a>, <a title="New York Times" href="http://www.nytimes.com" target="_blank">nytimes.com</a>&#8230;. Was irgendwann als Bildungsbestreben angefangen und zunaechst durchaus ehrbare Zuege aufgewiesen hat, verkommt immer mehr zum Trauerspiel.<span id="more-30"></span></p>
<p>Ich halte es fuer nicht sehr wichtig informiert zu sein. Vielleicht liegt darin der Grund, warum ich mich mit Zeitungen und ihren online-Ausgaben beschaeftige. Doch wird der Zeitvertreib immer mehr zur Zeitverschwendung. Nicht, dass ich nichts besseres zu tun haette. Theoretisch. In Neve Zedek gibt es ein Buecherregal mit einem unerschoepflichen Fundus an hochklasssiger Literatur. Ich wohne zehn Minuten vom Mittelmeer entfernt und habe sogar RTL. Trotzdem klicke ich mich pro Tag mindestens fuenf Mal durch die Presselandschaft im Internet. An manchen Tagen vielleicht sogar zwanzig Mal. Dazu stapeln sich diverse Zeitungen auf dem Tisch. Nicht selten lese ich Haaretz in der englischen print-Ausgabe und klicke mich am gleichen Tag durch <a href="http://www.haaretz.com" target="_blank">haaretz.com</a>. Ich verzichte auch dann nicht auf <a title="Frankfurter Allgemeine Zeitung" href="http://www.faz.net" target="_blank">faz.net</a>, wenn ich bei Steimatzky eine Frankfurter Allgemeine ergattere. Um mir selbst nicht die Illusion zu rauben ein durchaus abwechslungsreiches Leben zu fuehren, integriere ich die alternativen Bildungs-, Unterhaltungs- und Freizeitmoeglichkeiten in meine Presseobsession. Waehrend ich Zeitung lese, laeuft meist ein Hoerbuch oder Hoerspiel und/oder TV. Ausserdem ist immer ein Fesnster geoeffnet um mich des Lebens zu versichern, das um mich herum tobt.</p>
<p>Ich bin zu sehr Marxist um zu glauben, dass es sich bei Zeitungen um mehr als Waren handelt, die auf dem Markt gewinntraechtig veraeussert werden. Verlage sind so sehr gezwungen profitabel zu handeln wie die Hersteller von Mobiltelefonen. Die Notwendigkeit Anzeigen zu platzieren und Verkaufszahlen zu verbessern muss das Wirken der Redaktionen notwendiger Weise beeinflussen. Die im Kapitalismus entscheidende Massgabe der Verwertbarkeit gilt auch fuer die Medienlandschaft. Ohne Konsument kein Umsatz. Form und Inhalt der von mir konsumierten Medienprodukte sind in erster Linie Verkaufsargumente, die staendig verbessert werden muessen, um sich<img class="alignright size-medium wp-image-31" title="100_1000" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/02/100_1000-300x225.jpg" alt="100_1000" width="300" height="225" /> auf dem Absatzmarkt so zu positionieren, dass Profit erzielt wird. Die Zwaenge, denen die Redaktionen unterliegen, lasten dann auf dem Tun und Lassen der Journalisten. Ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht.</p>
<p>Das Verhaeltnis der Zeitung zum Leser ist also weniger eines der Informationsweitergabe als mehr eines der Anbiederung. Ich behaupte, dass die Meinung des Lesers die Berichterstattung mehr beeinflusst als die Berichterstattung die Meinung des Lesers. Der Kunde ist Koenig. Zwangslaeufig.</p>
<p>Schaut man sich die unterschiedliche Berichterstattung verschiedener Presseerzeugnisse zum gleichen Thema an, so sagt der zu verzeichnender Unterschied viel ueber die verschiedenen Zielgrupen aus, die anvisiert werden.</p>
<p>Das Schauspiel das sich da vollzieht wird noch potenziert, wenn Anbiederung nicht nur die Art der Berichterstattung kennzeichnet, sondern sich auch ein Geschehen zum Gegenstand nimmt, dass mit Kundenfang nur unzureichend beschrieben waere. Bei meiner obsessiven Observation der Presse hat es mir vor allem der nie endende Wahlkampf angetan. Die Inszinierung der Wahlkaempfer steht ohne Zweifel in Abhaengigkeit zum Forum, dass ihnen die ihrerseits auf schrille Geschehnisse angewiesenen Redaktionen, bieten. Wuerde niemand darueber berichten, wie ein Politiker ein Nokia-Handy abgibt um gegen eine Werksverlagerung zu protestieren wuerde er so eine kreuzdumme Aktion vermutlich gar nicht erst in Erwaegung ziehen.</p>
<p>Wo sich das Spektakel besser verkauft als die nuechterne Betrachtung, darf zweiteres nicht erwartet werden. Weder von Politik noch von Zeitungen.</p>
<p>Politiker bemuehen sich um die Gunst der Waehler und die Presse um die Gunst der Leser. Dabei kommt es zu strategischen Allianzen und kalkulierten gegenseitigen Diskreditierungen. Eine Inszinierung, die auf allen Seiten der Rentabilitaet folgt. Mit unkalkulierbaren Risiken fuer die Vorstellung, die wir uns von unserer Wirklichkeit machen.</p>
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		<title>Grossputz</title>
		<link>http://derpartisan.com/2009/02/12/grossputz/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 08:29:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Da ich heute Spaetschicht habe, widme ich den Morgen der Kontemplation. Bei 22 Grad im Februar erscheint Yafo von seiner friedlichsten Seite. Zeit etwas durch die Nachbarschaft zu zigeunern und am Mittelmeer zu chillen. Zeit fuer Cappuchino Gelegenheit mein Hebraeisch an &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2009/02/12/grossputz/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da ich heute Spaetschicht habe, widme ich den Morgen der Kontemplation. <img class="alignleft size-medium wp-image-20" title="sonnenuntergang_yafo" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2009/02/sonnenuntergang_yafo-300x196.jpg" alt="sonnenuntergang_yafo" width="300" height="196" />Bei 22 Grad im Februar erscheint Yafo von seiner friedlichsten Seite. Zeit etwas durch die Nachbarschaft zu zigeunern und am Mittelmeer zu chillen. Zeit fuer Cappuchino Gelegenheit mein Hebraeisch an der heutigen Ausgabe der Maariv zu probieren. Zu oft muss ich meine wertvolle Zeit auf Arbeit verbringen, wo mir einiges entgeht.<span id="more-19"></span></p>
<p>Als Ulrike Putz <a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,598584,00.html">am 28.12. Yafo besucht hat</a>, war ich 16 stunden im Dienst am Menschen eingespannt. Wenn ich ihren Artikel nicht entdekt haette, waere mir Idee eines ploetzlichen Endes des friedlichen Zusammenlebens von Juden und Arabern hier schlichtweg entgangen. Als ich spaet aus Yad Eliyahu nach Hause gekommen bin, schien mir die Vorstellung, dass meine arabischen Nachbarn ploetzlich das Randalieren anfangen, verrueckt. Ohne dass ich der rasenden Reporterin Frau Putz unterstellen moechte, dass sie ihre Geschichten aufbauscht um sie gewinnbringend an ihre Redaktion zu veraeussern. Es erscheint mir nur absurd anhand meiner Erfahrungen hier. So absud, wie mir die Moeglichkeit eines Aufstands der israelischen Araber schon <a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,584121,00.html">am 14.10. erschien</a>.</p>
<p>Vorerst halte ich fest, dass der Flaechenbrand mindestens aufgeschoben ist. Wenn schon Ramallah <a class="postlink" href="http://www.haaretz.com/hasen/spages/1055557.html">nicht auf die Barrikaden geht</a> ist mein subjektiver Eindruck vielleicht auch ein Stueck weit objektivierbar.</p>
<p>Noch im alten Jahr hat Frau Putz dann auch <a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,598970,00.html">israelische Befindlichkeiten ins Visier genommen</a>. Ein paar vermeintlich repraesentative Stimmen aus einem Imbiss in Jerusalem um die gleichfoermige israelische &#8220;Kriegsbegeisterung&#8221; der ansonsten zersplitterten israelischen Bevoelkerung zu skizzieren. Fachmaennisch dann von der per se ehrbaren Friedensbewegung analysiert.</p>
<p>Die Berichterstattung ueber Israelis bedient sich in letzter Zeit mit Vorliebe dem suggestiven Verfahren, sich die israelische Gesellschaft von israelischen Friedensaktivisten o.ae. darzustellen zu lassen. Oder aber &#8211; nicht minder suggestiv &#8211; von rechten Randphaenomenen auf den gesellschaftlichen Konsens zu schliessen.</p>
<p>Wer in Israel Appeasement statt entschlosssenem Handeln hinsichtlich der immensen Bedrohungslage fordert, hat Erwaehnung und Lob in europaeischer Berichterstattug sicher. Ungeachtet der Naivitaet, die solche Forderungen in Bezug auf den Umgang mit palaestinensichem Terror v.a. in den Jahren nach Oslo und v.a. auch angesichts der Entwicklungen im Gaza seit dem einseitigen Rueckzug der Israelis, offenbart haben.</p>
<p>Als ob es immerzu am guten Willen der Israelis scheitern wuerde und nicht am eliminatorisch gesinnten Terror von allen Seiten, der sich noch von keinem Entgegenkommen hat beeindrucken lassen.</p>
<p>Wo die Haltung der israelischen Mehrheitsgesellschaft einem Frieden in Nahost vermeintlich im Wege stecht, bekommen  <a class="postlink" href="http://www.faz.net/s/Rub501F42F1AA064C4CB17DF1C38AC00196/Doc~E117D7572F8454A548D79E7A3E62B0490~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Aviv Geffen und seine Fans</a> in der Faz ein sich andienendes Portraet.</p>
<p>Natuerlich respektiere ich die Berichterstattung der Damen und Herren, die hier und da in Jerusalem und Tel Aviv aufkreuzen um aus erster Hand von den Befindlichkeiten vor Ort zu berichten und verkenne auch keineswegs den Zwang sich auf dem hart umkaempten Medienmarkt mit schriller Aufmachung gehoer zu verschaffen. Dazu gehoert dann natuerlich auch das Verdrehen von Ursache und Symptom. Die israelischen Bemuehungen um eine vor staendigen Uebergriffen geschuetzte  Existenz  werden zur Friedensverweigerung diskreditiert. Es muss letztlich geschrieben werden, wass der Kunde zu lesen wuenscht. Um die Ressentiments zu verpacken wird dann Aviv Geffen das Wort erteilt. Der <a class="postlink" href="http://www.zeit.de/2009/06/Traum-Geffen">eignet sich fuer die Friedenswuensche wie kaum ein anderer</a>. Wer wuerde in Euopa nicht gerne sehen, dass Schulen in Israel bunt angestrichen und Songtexte von Kurt Cobain unterrichtet wuerden. Wenn es so nicht klappt mit dem frieden, wie dann? Lesenswerter als der Ruetli-Kram vor der eigenen Haustuer ist das allemal.<br />
Was soll ich als einfacher Angesteller am Pressezirkus gross kritisieren?</p>
<p>Da sich der Blog um Tel Aviv dreht, moechte ich aber doch noch anmerken, dass mir  immer wieder Merkwuerdigkeiten in der Darstellnug meiner Wahlheimatstadt auffallen, die ich nicht unkommentiert lassen moechte. In dem FAZ-Portraet ueber Aviv Geffen wird der alte Hafen von Tel Aviv als angesagteste Partymeile der Stadt bezeichnet, &#8220;in der die Szenekultur wie nirgendwo sonst im Nahen Osten vibriert&#8221;. Das ist eine etwas gewagte Aussage um nicht zu sagen ausgemachter Bloedsinn. Der alte Hafen ist nach meiner bescheidenen Sichtweise eine durchkommerzionalisierte Ausgehmeile. So sehr Szenekultur, wie Yafo Pulverfass ist. Interessantere Lokalitaeten werden dann schon im Tel Aviv-bericht von <a class="postlink" href="http://www.faz.net/s/RubB4457BA9094E4B44BD26DF6DCF5A5F00/Doc~E7BBB99880F0D46738E10651D4DC48D18~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Olaf Tarmas vom 22. Januar</a> erwaehnt. Minzar und Mezcal suche ich selbst gerne auf. Auch sonst kann ich seine Cafe- und Kneipentour durchaus nachvollziehen. Den eigentlichen Kracher seiner Geschichte verfolgt er aber leider als einziger Zeuge:</p>
<blockquote><p>&#8220;Auf dem Bildschirm meines Fernsehers flackern die Bilder aus Gaza, gegenüber toben fünf kleine Kinder im Schlafanzug mit Plastikmaschinengewehren durchs Wohnzimmer und gehen hinter dem Sofa in Deckung. Der Kleinste wird mit einem Laserpointer ins Visier genommen, auf seinem Körper erscheint ein roter Lichtfleck. Das einzige Mädchen hat zusätzlich noch ein leuchtendes Zauberschwert.&#8221;</p></blockquote>
<p>Alles klar, Olaf. Das war sicher so und nicht anders.<br />
Den besten Tel-Aviv-Bericht hat bis dato <a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,599702,00.html">Broder geschrieben.</a> Ohne dass ich sagen wuerde, dass seine Favoriten auch meine sind. Den besten Artikel ueber Israel in Bezug auf die Militaeroperation in Gaza hat meiner Meinung nach <a class="postlink" href="http://www.zeit.de/2009/04/oped-Israel?page=1">Nevo Eshkol als Gastbeitrag fuer die Zeit geschrieben.</a> Man beachte den Unterschied seiner Differenzierungen zu denen der Auslandskorrespondenten.</p>
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