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	<title>Olivers Betrachtungen</title>
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	<description>Anmerkungen zum 21. Jahrhundert</description>
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		<title>Israel &#8211; pt.6(4)/24 &#124;&#124; Von Kishiniev nach Teheran</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 02:25:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Israel fuer Deutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg und Terror]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
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		<description><![CDATA[ Der juedische Staat war nach dem Sechstagekrieg bereits 18 mal groesser als von der Peel-Komission 1936 vorgesehen. Deren Teilungsplan waren die Juden seiner Zeit bereit anzunehmen, die Araber aber lehnten ihn ab. Gegen den UN Teilungsplan von 47, der von &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2012/01/19/israel-pt-6424-von-kishiniev-nach-teheran/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_904" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2012/01/19/israel-pt-6424-von-kishiniev-nach-teheran/ramat-gan-unabhaengigkeitstag/" rel="attachment wp-att-904"><img class="size-medium wp-image-904" title="Unabhaengigkeitstag " src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2012/01/ramat-gan-unabhaengigkeitstag-300x220.jpg" alt="Unabhaengigkeitstag (Ramat Gan 2011)" width="300" height="220" /></a><p class="wp-caption-text">Unabhaengigkeitstag (Ramat Gan 2011)</p></div>
<p> <span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Der juedische Staat war nach dem Sechstagekrieg bereits 18 mal groesser als von der Peel-Komission 1936 vorgesehen. Deren Teilungsplan waren die Juden seiner Zeit bereit anzunehmen, die Araber aber lehnten ihn ab. Gegen den UN Teilungsplan von 47, der von den Juden akzeptiert wurde, boten die Araber seiner Zeit ihre Armeen auf. Der Krieg brachte die Waffenstillstandslinien von 49. Mit dem Krieg 67 vervierfachte Israel sein Gebiet gegenueber 49. Fuer die Araber war der Sechstagekrieg in jeder Hinsicht eine Katastrophe. Doch noch im August 67 wurden auf einer Gipfelkonferenz der arabischen Liga in Khartoum die drei Neins zu Versoehnung, Verhandlungen und Anerkennung formuliert.</p>
<p>Derweil ueberarbeitete die 64 gegruendete Palaestinensische Befreiungsorganisation (PLO) ihre Charta. Unter dem Eindrueck des Sechstagekrieges erfand die PLO die in Palaestina lebenden Araber als eigenstaendiges palaestinensisches Volk und verstand sich als dessen Befreiungsbewegung. Bis dato hatten sich die Araber in Palaestina nicht als eigenes Volk definiert, dass von anderen arabischen Voelkern zu unterscheiden sei und eigene nationale Ansprueche besaesse, sondern vielmehr als Teil eines arabischen Volkes. Die Konstruktion einer eigenen palästinensischen Identität kann als politische, aber auch taktische Reaktion auf den Zionismus verstanden werden. Wer sich die Muehe macht, die urspruengliche PLO Charta mit derjenigen zu vergleichen, die nach dem Sechstagekrieg verfasst wurde, erkennt anhand der vorgenommenen Veraenderungen die Ueberfuehrung der urspruenglich panarabisch angelegten Bewegung in eine Natioalistisch gesinnte. Die PLO formulierte nationale Ansprueche des palaestinensischen Volkes und verfolgte diese mit terroristischem Eifer. Jerusalem gelangte ins Zentrum dieser nationalen Ansprueche, obwohl die Stadt in langen Jahren arabischer Herrschaft niemals Haupstadt war (und auch im Koran kein einziges Mal erwaehnt wird).</p>
<p>Die starkste Fraktion der PLO, die Fatach Bewegung, baute unter der Fuehrung von Yassir Arafat, nach dem Sechstagekrieg ein Terrorcamp in Karame im Jordantal auf. Von dort kam es zu mehreren blutigen Uebergriffen. Einer der terroristischen Ueberfaelle zielte auf einen Bus mit Kindern auf einem Schulausflug ans Tote Meer.<br />
Im Maerz 68 kam es in Karame zur militaerischen Auseinandersetzung zwischen israelischen Streitkraeften und der Fatach, die Unterstuetzung von der jordanischen Armee erhielt. Fuer arabische Massstaebe war die Schlacht, die 29 israelischen Soldaten das Leben forderte, ein Erfolg. Der Fatach-Fuehrer Arafat wurde Vorsitzender der PLO. Er beerbte Yahya Hammuda, der den Vorsiz von Ahmed Shukeiri uebernommen hatte. Mohammed Amin al-Husseini, der Nazi-Verbuendete und gluehende Verfechter des Holocaust, diente Arafat als politischer Mentor.</p>
<p>Auf Betreiben mancher PLO-Fraktionen kam es zwischen der von Jordanien aus agierenden PLO und der jordanischen Fuehrung zu Spannungen, die sich zunehmend verschaerften. ine vierfache Flugzeugentfuehrung durch die PLO Fraktion PFLP, in deren Verlauf die Flugzeuge gesprengt wurden, brachte die offene Auseinandersetzung. Im September kam es zum Zusammenstoss zwischen der PLO und den jordanischen Streitkraeften. Die PLO flog aus Jordanien und re-formierte sich im Libanon. Israel erlebte nach der Vertreibung der PLO aus Jordanien in den Libanon den Terror im Norden. 74 starben bei einem Ueberfall auf Kiriat Shmona 18 Menschen, darunter 8 Kinder, wenig spaeter wurden bei der Besetzung einer Schule in Ma&#8217;alot 22 Schueler getoetet.</p>
<p>Vom Libanon aus instruierte die PLO 72 auch den Terror gegen das israelische Olympia-Team in Muenchen, das 11 israelischen Sportlern das Leben kostete. In einer Vergeltungsoperation toeteten israelische Kommandos alle Verantwortlichen fuer Muenchen.</p>
<p>76 haben deutsche und palaestinensische Terroristen ein Flugzeug der Air France nach Entebbe entfuehrt. Es kam zu einer Aussonderung juedischer Geiseln durch den Deutschen Wilfried Boese. In der wohl spektakulaesten Geiselbefreiung aller Zeiten holte ein israelisches Militaerkommando unter der Fuehrung von Yonathan Netanjahu (der bei der Aktion als einziger israelischer Militaer getoetet wurde) die entfuehrten Juden nach Israel. In Limosinen gepackt, die einen Konvoi des ugandischen Diktators Idi Amin vortaeuschten, gelangten die Kommandos an den Terminal des Flughafens, in dem die Geiseln gehalten wurden. Die waghalsige Kommandoaktion hat einen zentralen Platz im Selbstverstaendnis der Israelis. Meine Zeitzeugen berichten von der grossen Beklemmung, die geherrscht hat, als das Schicksal der juedischen Geiseln in den Haenden deutscher und palaestinensischer Terroristen voellig unklar war und welche Euphorie ausgebrochen ist, als die erfolgreiche Operation bekannt wurde. Wer die Bedeutung des israelischen Militaers fuer die Juden &#8211; nicht nur in Israel &#8211; begreifen moechte, dem sei der Film Entebbe empfohlen.</p>
<p>82 kam es dann zum ersten Libanonkrieg und der Besetzung des Suedlibanon. Im August 82 wurde die PLO gezwungen den Libanon zu verlassen und liess sich in Tunesien nieder um von dort den Terror gegen Israel fortzufuehren. 85 wurden 3 israelische Zivilisten auf Zypern von einem PLO Kommando ermordet. Im gleichen Jahr kam es zur Entfuehrung des Kreuzfahrtschiffes Archille Lauro durch Terroristen der PFLP. Diese erschossen einen teilgelaehmten juedischen Amerikaner und forderten u.a. die Freilassung des deutschen Neo-Nazi Odfried Hepp, der fuer die PFLP aktiv war.</p>
<p>87 begann die erste Intifada, die ohne Wissen der PLO Fuehrung in Tunesien ausgebrochen war. Verteidigungsminister Izhak Rabin wurde angewiesen , die Intifada gewaltsam, aber ohne Feuerwaffen niederzuschlagen. Rabin orderte den Einsatz von Schlagstoecken und von Seiten der Palaestinenser wurde dies propagandistisch ausgeschlachtet. Der militaerische Komandant der PLO, Abu Jihad, hatte derweil die Fuehrung ueber die Intifada erlangt und befahl einen Terrorangriff auf einen israelischen Bus, der drei Tote forderte. Israelische Kommandos griffen Abu Jihad daraufhin in seinem Haus in Tunis an und toeteten ihn.</p>
<p>Waehrend der zweiten Amtszeit von Yitzhak Rabin als Premierminister kam es unter der Regie seines Aussenministers Simon Peres zu ersten inoffiziellen Kontakten zwischen Israel und der PLO in Oslo, die einer offiziellen gegenseitigen Anerkennung den Boden bereiteten sollten. Peres hintertrieb mit seinen Geheimgespraechen die offizielle Politik und draengte Israel in die Anerkennung der PLO, die im beruehmten Handschlag zwischen Rabin und Arafat muendete. Es begannen ofizielle Verhandlungen und entsprechend der Oslo Abkommen wurden Teile der besetzten Gebiete in die palaestinensische Autonomie ueberfuehrt. Als Verwaltungsapparat fungiert die dafuer geschaffene Autonomiebehoerde unter dem Vorsitz von Arafat.</p>
<p>Oslo brachte den Israels die Hoffnung auf Frieden. Israelis sind zum Einkaufen in palaestinensische Staedte gefahren und Palaestinenser haben in Israel gearbeitet. Doch Arafat sollte schon bald sein doppeltes Spiel aufziehen. In Israel kam es 95 zur Tragoedie, als Rabin von einem juedischen Extremisten ermordet wurde. Bei den darauf folgenden Wahlen gewann der Oslo-Kritiker Netanyahu vom Likud. Vorausgegangen war im Fruehjahr 96 eine moerderische Welle von Terroranschlaegen queer durch Israel. 99 kam die Arbeiterpartei unter Ehud Barak zurueck an die Macht und Arafat bekam 2000 in Camp David von Barak einen eigenen Staat mit sehr weit reichenden israelischen Zugestaendnissen angeboten. Der in Oslo begonnene Weg zur palaestinensischen Staatlichkeit schien trotz der Eruptionen Mitte der 90er abgeschlossen.</p>
<p>Tatsaechlich erwies sich Camp David als Anfang vom Ende.</p>
<div id="attachment_914" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2012/01/19/israel-pt-6424-von-kishiniev-nach-teheran/srengstoffrobo/" rel="attachment wp-att-914"><img class="size-medium wp-image-914 " title="Sprengstoffroboter" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2012/01/srengstoffrobo-300x212.jpg" alt="2008 - vor meinem Fenster - Bombenalarm" width="300" height="212" /></a><p class="wp-caption-text">2008 - vor meinem Fenster - Bombenalarm</p></div>
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<p>Die Palaestinenser unter Arafat, dem Vorsitzenden von Fatach, PLO und Autonomiebehoerde, entschieden sich gegen die Etablierung eines eigenen Staates und fuer die zweite Intifada. Statt Frieden haben die Israelis fuer ihr Entgegenkommen blutige Selbstmordanschlaege und ein nachwirkendes Trauma geerntet. Die zweite Intifada, in die sich eine Vielzahl von Organisationen eingerastet haben, sah beispiellose Gewaltexesse. Unter den verschiedenen Terrororganisationen, die eine Allianz gegen die israelische Bevoelkerung eingegangen sind, war auch die waehrend der ersten Intifada geborene Hamas. Ueber ihren Hass auf Israel hinaus finden sich bei den verschiedenen Akteuren der zweiten Intifada keine verbindenden Elemente. Wie der Versuch die Juden ins Meer zu treiben die Terroristischen verschiedener Lager zusammenbrachte, verfestigte sich der “Widerstand” zur Essenz der palaestinensischen Identitaet.</p>
<p>Arafat propagierte die moerderischen Anschlaege auf israelische Zivilisten als legitimen Befreiungskampf. Tatsaechlich erreichte er trotz perpetuierten Terror die Palaestinenser als brutal unterdruecktes Volk zu vermarkten.</p>
<p>Die zweite Intifada hat den Israelis die Palaestinenser verleidet. Meine ehemalige Freundin sah einen Bus an der Kreuzung Yagur in die Luft fliegen. Das Blutbad traumatisierte sie fuer lange Zeit.<br />
Am 1. Juni 2001 forderte ein Selbstmordattentaeter der Hamas das Leben von 21 Menschen in der Warteschlange vor der Diskothek Dolphinarium, wo eine Feier fuer Neueinwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion steigen sollte. Unter seinen Opfern waren 13 Minderjaehrige. Im August 2001 starben 15 Israelis bei einem Selbstmordanschlag in einer Pizzeria in Jerusalem. Als im Dezember weitere zwei Dutzend Israelis bei Selbstmordanschlaegen in Haifa und Jerusalem getoetet wurden, erklaerte Israel die PA schliesslich zu einer Terrororganisation und begann mit der Abriegelung der palaestinensischen Gebiete. Im Januar 2002 konnte die israelische Marine eine 50 Tonnen schwere Waffenlieferung, die fuer die PA bestimmt war, abfangen. Zu Pessach 2002 toetete ein Selbstmordattentaeter der Hamas 30 Israelis im Park Hotel in Netanya. Zwei Tage spaeter begann Israel eine Militaeroperation gegen den palaestinensischen Terrorismus.</p>
<div id="attachment_911" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2012/01/19/israel-pt-6424-von-kishiniev-nach-teheran/mauer/" rel="attachment wp-att-911"><img class="size-medium wp-image-911" title="mauer" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2012/01/mauer-300x233.jpg" alt="Sperranlage bei Bethlehem" width="300" height="233" /></a><p class="wp-caption-text">Sperranlage bei Bethlehem</p></div>
<p>Aufgrund der Erfahrungen mit den gescheiterten Friedensbemuehungen und der Brutalitaet des Terrors, der entfacht wude, waren die Israelis daran interessiert, sich praktisch vor den Palaestinensern zu schuetzen. Als Reaktion auf die Anschlaege hat Israel im Sommer 2002 mit dem Bau des Sperrwalls begonnen.</p>
<p>Im Oktober 2003 brachte eine palaestinensische Selbstmordattentaeterin vom Islamischen Dschihad 19 Israelis im Familienrestaurant Maxim in Haifa um. Im Maerz 2004 entging Israel nur knapp einer kapitalen Katastrophe, als im Hafen von Ashdod Bomben gezuendet wurden, die Ammoniaktanks in die Luft jagen sollten. Israel reagierte mit der gezielten Toetung des Hamas Fuehrers Yassin.</p>
<p>Der palaestinensische Terror der zweiten Intifada hat mehr als 1000 Israelis das Leben gefordert. Der “Friedensprozess” brachte den Israelis bis heute keinen Frieden. Die Hoffnung auf ein friedliches Nebeneinander hat sich gruendlich zersetzt.</p>
<div id="attachment_908" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2012/01/19/israel-pt-6424-von-kishiniev-nach-teheran/kassam-3/" rel="attachment wp-att-908"><img class="size-medium wp-image-908" title="Kassam " src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2012/01/kassam1-300x225.jpg" alt="Kassam " width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Kassam</p></div>
<p>Schliesslich wurde auch die Hoffnung Land fuer Frieden tauschen zu koennen begraben. Ariel Sharon, der Barak als Premier folgte, hat 2004 sein ganzes politisches Gewicht in die Waagschalen geworfen, um den Gaza Streifen zu raeumen. Fuer den Rueckzug hat der Siedlervater sogar den Likud, seine politische Heimat, verlassen.<br />
Die von der Mehrheit getragene Unterstuetzung fuer die schmerzhafte Raeumung stand unter der klaren Bedingung Land fuer Frieden zu tauschen. Doch bekam Israel statt Frieden Hamastan in Gaza und Raketenhagel auf den Sueden.<br />
Im Norden folgte auf die Raeumung des Suedlibanon 2001 der Raketenterror der Hisbollah, einer islamistischen Terrororganisation, die sich waehrend der israelischen Besetzung formiert hatte.</p>
<p>Aus den Raeumungen des Libanon und des Gaza Streifens resultierten schliesslich die Militaeroperationen im Libanon und im Gaza. Und dort haben bereits Freunde und Bekannte von mir in meinem Alter gekaempft.<br />
Als ich noch im Krankenhaus gearbeitet habe, hatte ich einen Kollegen, Gil, der als Reservist 2000 bei der Al-Aksa Intifada im Gaza eingesetzt wurde. Er erinnert sich, wie drei Soldaten aus seiner Kompanie bei den Kaempfen gefallen sind.</p>
<p>Gil wurde 2006 als Reservist fuer den zweiten Libanonkrieg eingezogen. Nach einer Woche intensiver Vorbereitung, stand seine Einheit kurz vor dem Einmarsch in den Libanon. Die Anspannung war enorm. Die israelischen Streitkraefte zeigten sich bei der militaerischen Auseinandersetzung mit der Hizbollah in schlechter Verfassung. Freunde aus dem Moshav Alone Aba haben im Libanon gekaempft. Freunde, mit denen ich im Sommer noch WM geschaut habe, als ich fuer drei Wochen im Moshav war und die bei unserem naechsten Widersehen zwei Monate spaeter Eindruecke vom Schlachtfeld zu verarbeiten hatten.</p>
<div id="attachment_923" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2012/01/19/israel-pt-6424-von-kishiniev-nach-teheran/bunker-ix-2/" rel="attachment wp-att-923"><img class="size-medium wp-image-923" title="Bunker in Sderot" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2012/01/bunker-IX-300x225.jpg" alt="Bunker in Sderot" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Bunker in Sderot</p></div>
<p>Mit seiner Frau und vier Kindern wohnt Gil in einem Haus in Ashdod. Waehrend 2008 der Raketenterror im Sueden eskalierte, war seine Familie staendig in die Bunker gezwungen. Mit ihm waren viele meiner ehemaligen Kolleginnen und kollegen im Krankenhaus aus Ashdod, Ashkelon oder einer anderen Stadt,die Ende 2008 unter Dauerfeuer kamen. Waehrend der Arbeit mit einem Auge staendig am Fernseher und bei jedem roten Alarm in Sorge um die Kinder. Im Gegensatz zu anderen Berufstaetigen, koennen Angestellte im Krankenhaus waehrend eines Krieges nicht zu Hause bleiben. Ich bekam die unertraegliche Anspannung der Bewohner der Staedte im Raketenhagel also aus naechster Naehe mit.</p>
<p>So weit ich das verfolge, sind die Israelis zunehmend frustriert darueber, wie die unverstaendlich sich die Weltgemeinschaft gegenueber der Bedrohung des juedischen Staates zeigt. Dem schlechten Ansehen Israels in der Welt liegt, nach Meinung der Israelis, die palaestinensische Propaganda zu Grunde. Die Israelis koennten sich nicht erklaeren meinten meine Bewohnerinnen und Bewohner, sowie deren Angehoerige an einem Nachmittag, als ich im Rahmen der Beschaeftigungstherapie im grossen Kreis die Frage aufgeworfen habe, warum das Ansehen Israels in der Welt so gering sei.</p>
<p>Eine der dubiosen Organisationen, die der palaestinaensischen Propaganda in die Haende spielt ist die UNRWA. <a href="http://lizaswelt.net/2009/01/19/die-hatschelkinder-der-uno-i/">Das UN Fluechtlingshilfswerk fuer Palaestina UNRWA betreibt die stetige Vermehrung palaestinensischer Fluechtlinge.</a> 2004 lernte ich einen Amerikaner kennen, der in einem UNRWA Fluechtlingslager in Jenin arbeitete. Er verbrachte seine Urlaubstage im Tobasco Hostel im arabischen Teil der Altstadt. Das Hostel wurde seiner Zeit von einem Palaestinenser gepachtet, der aus seinem Antizionismus keinen Hehl machte. Mehrere Male hatte er Gruppen auslaendischer BesucherInnen in und durch Fluechtlingslager gefuehrt. Lang und breit konnte er darlegen, warum der Zionismus am Leid der Araber und der Welt schuld sei. Ausserdem wusste der zweifache Ehemann auch einiges ueber den heiligen Koran zu sagen. Uebermuetig habe ich mich gegenueber dem antizionistischen Religionsgelehrten zu der Frage hinreisen lassen, ob es denn keine Entehrung des Koran bedeutete, wenn er sich in der Hand von Selbstmordattentaetern befaende, wie das so oft in den Bekennervideos zu sehen sei. Nein, erklaerte er mir, da die Selbstmordattentate von hoechster Stelle gerechtfertigt seien. Bei einem weiteren Besuch im Tabasco Hostel wurde von einem Freund des Hausherrn bei einer Tasse Tee erlaeutert, dass Gott durch Hitler gehandelt habe.</p>
<p>Nicht weniger schlimm ist es in den palaestinensischen Gebieten. Wenn Deutsche, die in den Gebieten waren, berichten, dass sie auf gebrochenem English gefragt wurden “why did you not finish your job”, dann darf man dies getrost glauben. Auf dem Markt von Hebron wurde mir von Palaestinensern erklaert, dass Hitler mit der Judenvernichtung ein grosses Werk geleistet habe.</p>
<p>Die Weisen von Zion und Mein Kampf sind Bestseller in der arabischen Welt. In palaestinensischen Schulbuechern, von der UNSCO gedruckt, wird antisemitisches Gedankengut verbreitet.</p>
<div id="attachment_926" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2012/01/19/israel-pt-6424-von-kishiniev-nach-teheran/unabhaengigkeitstag1/" rel="attachment wp-att-926"><img class="size-medium wp-image-926" title="Unabhaengigkeitstag" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2012/01/unabhaengigkeitstag1-300x225.jpg" alt="Unabhaengigkeitstag - Yafo 2009" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Unabhaengigkeitstag - Yafo 2009</p></div>
<p>Jedes Jahr feiert Israel seine Unabhaengigkeit als nationalen Feiertag nach dem Datum der Staatsgruendung im juedischen Kalender. Der Feiertag wird sehr ausgelassen begangen. Die Israelis belagern die Parks und Gehwege mit Barbeques. Noch in den unmoeglichsten Ecken wird gegrillt. Die landesweite Massenveranstaltung ist ueberall zu riechen. Zudem sorgt die Armee mit Paraden der Luftwaffe und Marine fuer Stimmung. Im Fernsehen flimmert der Film Entebbe. Am Abend vor dem kollektiven Freiluft Zermenonielll wird der Unabhaengigkeitstag stuermisch begruesst. Juedische Feiertage beginnen mit dem Sonnenuntergang und dauern bis zum Sonnenuntergang. Am Unabhaegigkeitsabend stroemen die Israelis auf Partys, grosse und kleine Strassenfeste. Es sind die stimmungsvollsten Feiern des Jahres. Dabei schliesst der Feiertag direkt an einen Gedenktag an. Der Gedenktag fuer die gefallenen Soldaten und die Opfer des Terror beginnt am Abend zuvor, dessen Ende den Anfang der Feiern zum Unabhaengigkeitstag bedeutet. Am Gedenktag fuer die toten israelischen Soldaten und die Terroropfer ruht der Vergnuegungsbetrieb. Mit Eintritt des Gedenkens schliessen ausnahmslos alle Kneipen, Bars, Kioske, Supermaerkte usw. Am Morgen ertoenen zwei Mal fuer je eine Minute die Sirenen und bringen das ganze Land zum Stillstand.</p>
<p>Aus dem krassen Uebergang zwischen dem Gedenktag und den Feiern zur Unabhaengigkeit laesst sich lernen, dass die Befreiung Opfer gefordert hat und immer noch fordert.</p>
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		<title>Israel &#8211; pt.6(3)/24 &#124;&#124; Von Kishiniev nach Teheran</title>
		<link>http://derpartisan.com/2011/12/14/israel-pt-6324-von-kishiniev-nach-teheran/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 23:12:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Israel fuer Deutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Zionismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Hinsichtlich des Existenzrechtes Israels wird oft kolportiert, dass der Staat als Folge des Holocaust gegruendet worden sei. Doch Israel existiert nicht wegen des Holocaust. Israel wurde trotz des Holocaust gegruendet. Der Holocaust begruendet nicht die Existenz des Staates Israel. Er &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2011/12/14/israel-pt-6324-von-kishiniev-nach-teheran/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hinsichtlich des Existenzrechtes Israels wird oft kolportiert, dass der Staat als Folge des Holocaust gegruendet worden sei. Doch Israel existiert nicht wegen des Holocaust. Israel wurde trotz des Holocaust gegruendet.</p>
<p><a href="http://derpartisan.com/2011/12/12/israel-pt-6224-von-kishiniev-nach-teheran/">Der Holocaust begruendet nicht die Existenz des Staates Israel.</a> Er unterstreicht aber die Notwendigkeit seiner militaerischen Ueberlegenheit.</p>
<p><a href="http://derpartisan.com/2011/07/14/israel-pt-3224-von-warschau-nach-beer-sheva/">Die militaerische Staerke Israels wurzelt in den Anfaengen der juedischen Selbstverteidigung, die bis weit vor die Staatsgruendung zurueckreichen.<br />
</a>Veteranen der juedischen Legion der britischen Armee im ersten Weltkrieg beteiligten sich 20 bei der Verteidigung juedischer Siedlungen im oberen Galilaea gegen marodierende Araber, die aus dem Libanon eingefallen waren. Joseph Trumpeldor fiel mit sieben Mitstreitern in einer legendaeren Schlacht bei Tel Hai und wurde zum Symbol der juedischen Selbstverteidigung.</p>
<p>20 und 21 kam es auch zu den ersten arabischen Aufstaenden. In Reaktion auf die Aufstaende 20 wurde die paramilitaerische Haganah gegruendet, eine Untergrundarmee des Yishuv. 29 kam es zu Massakern in Hebron und Zefat. Als Reaktion auf die Massaker, wurde die Hagana 30 ausgebaut.</p>
<p>36-39 kam es zu den arabischen Aufstaenden. Sie wurden vom Grossmufti von Jerusalem, Amin al-Husseini angefuehrt, einem Verbuendeten der Nationalsozialisten. Die britische Mandatsmacht begann sich im Appeasement der pro-faschistischen Araber im Mandatsgebiet westlich des Jordans indem sie ab 36 die Einreiserestriktionen verschaerfte. Der Vorschlag einer Teilung des verbliebenen Palaestina in einen juedischen und einen arabischen Staat durch die Peel Komission wurde von den Vertretern des Yishuv schweren Herzens aufgrund der Notlage der europaeischen Juden angenommen, von den Arabern aber abgelehnt. Die Vorschlaege der Peel Komission wurden kassiert und die Undurchfuehbarkeit der Teilung beschlossen. Schliesslich implementierte die Mandatsmacht die Weissbuchpolitik und riegelte den europaeischen Juden den rettenden Hafen ab.</p>
<p>Einer meiner Bewohner, Israel D., war auf dem Schiff Struma, das 41 vollgepackt mit Fluechtlingen von Constanza nach Palaestina aufbrach. Das Schiff ging in Istanbul vor Anker. Nur eine Familie war im Besitz legaler Einreisepapiere fuer das britische Mandatsgebiet. Israel D. war bei einer Oelgesellschaft angestellt, die fuer ihn und seine Familie die Visa besorgt hatte. Allen anderen wurde von den Briten die Einreise verweigert. Nach Rumaenien durften sie nicht zurueck und die Tuerken haben die Fluechtlinge ebenfalls nicht an Land gelassen. Nur Israel D. und seiner Familie wurde erlaubt, von Bord zu gehen um ueber den Landweg ueber Syrien nach Palaestina zu gelangen. Die Struma wurde ins schwarze Meer gezogen und dort von einem sowjetischen U-Boot versenkt. Mehr als 700 Fluechtlinge kamen ums Leben.</p>
<p>Ben Gurion legte nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges die Linie des Yishuv fest, die besagte, man muesse das Weissbuch bekaempfen als gebe es keinen Krieg und die Briten im Krieg unterstetzen, als gaebe es kein Weissbuch.<br />
Und nach Ende des zweiten Weltkrieges war es noch ein schwieriger Weg bis zum juedischen Staat, da die Briten weiter gegen die Einwanderung der Juden vorgingen.<br />
Die Weissbuchpolitik wurde nicht aufgehoben und die Briten widersetzten sich der Schaffung eines juedischen Staates und favorisierten die Ueberfuehrung des Mandats in eine internationale Treuhaenderschaft. Das Problem ging an die UN.</p>
<p>Enscheidend fuer die diplomatischen Bemuehungen um eine juedische Heimstaette wurde schliesslich das Schicksal der Exodus. 1947 fuhr ein Fluechtlingsschiff, vollgepackt mit Holocaustueberlebenden, unter dem Namen Hagana Schiff Exodus von der franzoesichen Kueste nach Haifa und wurde wie so viele andere Fluechtlingsschiffe von der britischen Marine aufgebracht. Um ein Exempel zu statuieren, haben Gefangenenschiffe die Fluechtlinge zurueck nach Frankreich gebracht. Als sie sich dort geweigert haben an Land zu gehen, wurden sie nach Deutschland(!) deportiert und dort in Internierungslager gesteckt. Der Umgang mit den Holocaustopfern trug schliesslich dazu bei, die Weltoeffentlichkeit fuer einen juedischen Staat zu gewinnen.</p>
<p>Und wie die Teilung Palaestinas in einen juedischen und einen arabischen Staat beschlossen wurde, begann der Unabhaengigkeitskrieg. Arabische Milizen ueberfielen juedische Siedlungen und <a href="http://derpartisan.com/2011/08/05/israel-pt-4224-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/">schnitten die juedischen Einwohner von Jerusalem von der Versorgung ab</a>. Als Israel 48 ein unabhaengiger Staat wurde, griffen die Armeen fuenf arabischer Laender an, um den jungen juedischen Staat zu vernichten.</p>
<p><a href="http://derpartisan.com/2011/12/14/israel-pt-6324-von-kishiniev-nach-teheran/ny_times/" rel="attachment wp-att-889"><img class="alignleft size-medium wp-image-889" title="ny_times" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/12/ny_times-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Als die aegyptische Armee 48 in Israel einfiel, zielte sie auf die schnelle Einnahme von Tel Aviv. Als regulaere Streitkraft war sie den juedischen Kaempfern in allen Belangen ueberlegen. Die Aegypter boten Panzer, schwere Artellerie und Jagdbomber auf, waehrend es auf juedischer Seite zu Kriegsbeginn trotz numerischer Unterlegenheit weniger Gewehre als Verteidiger gab und kein schweres Kriegsgeraet. Um Tel Aviv zu erobern musste die aegyptische Armee die Kueste hinauf und damit zunaechst ueber den Kibbuz Yad Modechai. Die Kollektivsiedlung wurde 43 von einer Gruppe des HaShomer HaTzair gegruendet, der es als einer der Letzten noch gelungen ist, Polen zu verlassen. Nach Ende des zweiten Weltkrieges nahm der Kibbuz eine Reihe von Holocaustueberlebenden auf. Als die vorrueckende aegyptische Armee auf Yad Mordechai traf, befanden sich dort keine Hundert wehrfaehigen Maenner und Jungen, deren Bewaffnung sich in zwei Maschinengewehren und zwei Moersern, einer Reihe Gewehre unterschiedlichsten Alters und Molotowcocktails erschoepfte. Trotz Unterstuetzung durch die Luftwaffe brauchten die Aegypter fuenf Tage, um den Kibbutz einzunehmen. Die Maschinengewehre der juedischen Kaempfer waren schon unbrauchbar, die Munition fuer die Gewehre zu Ende und ein Drittel der Verteidiger gefallen. Im Museum des Kibbuz wird die Verbindung zwischen Holocaust, dem Widerstand gegen die Nazis, der Errichtung des Kibbutz und seiner erbittert gefuehrten Verteidigung herausgestrichen.<br />
Der Kibbutz Negba wurde zum naechsten Schauplatz des Widerstandes und tatsaechlich gelang es den Aegyptern nicht Tel Aviv zu erreichen.</p>
<p>Im Unabhaengigkeitskrieg kaempften viele Holocaustueberlebende. So wie Ephraim P., <a href="http://derpartisan.com/2011/12/07/israel-pt-6124-von-kishiniev-nach-teheran/">der das Warschauer Ghetto</a> und <a href="http://derpartisan.com/2011/07/09/israel-pt-3124-von-warschau-nach-beer-sheva/">das Konzentrationslager Majdanek ueberlebt hat</a>. Waehrend des Befreiungskrieges <a href="http://derpartisan.com/2011/07/18/israel-pt-3324-von-warschau-nach-beer-sheva/">kaempfte er im Palmach</a>. Moshe G. ist Ueberlebender des Konzentratonslagers Auschwitz. Beim Eichmann Prozess war er einer der Zeugen. <a href="http://derpartisan.com/2011/08/05/israel-pt-4224-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/">Waehrend des Unabhaengigkeitskrieges kaempfte er im Palmach</a>.   </p>
<p>Das Ende des Befreiungskrieges bedeutete bei Weitem kein Ende der Feindseeligkeiten. 67 schienen fuer die Araber einmal mehr die Stunde gekommen, den juedischen Staat zu vernichten. Aegypten, Jordanien, Syrien und der Irak zogen gewaltige Truppenkontingente an den Waffenstillstandslinien von 49 zusammen. Die „Grenze von 67“ sah ohnehin schon die Artellerie der arabischen Legion an die Aussenbezirke des Ballungsgebietes um Tel Aviv und den juedischen Teil von Jerusalem im Visier von Scharfschuetzen.<br />
Ahmed Shukeiri, der erste Vorsitzende der PLO erklaerte, dass alle Israelis, die den Krieg ueberleben wuerden, bleiben duerften und fuegte aber hinzu, dass er nicht davon ausgehe, dass es viele Ueberlebende geben wuerde. Unter den Israelis herrschte Sorge und Angst. Ruth Z. und Tova G. erinnern sich an die Anspannung jener Tage. Durch Aegypten wuetete der Mob und die Israelis konnten sich auf vielfachen Wegen vom Judenhass auf den Strassen des grossen Nachbarlandes ueberzeugen. Yehuda Z. und Ruth Z. sind oefters auf den aegyptischen Sender gesprungen, der in Israel zu empfangen war und der einen klaren Eindruck von der Stimmung dort vermittelte. Tova G. verfolgte auf Radio BBC die Geschehnisse in Aegypten und in der arabischen Welt, um sich ein Bild vom Ausmass des sich zusammenbrauenden Unheils zu machen. Den Israelis war klar, dass die Araber einen erneuten Versuch unternehmen wuerden, den juedischen Staat zu vernichten. Das sei alles andere als angenehm gewesen, erinnert sich Yehuda Z. Man waere sich klar darueber gewesen, dass es um alles ginge, erzaehlt Tova G. Und nicht nur auf den aegyptischen Strassen wuetete der Judenhass. Die Syrer terrorisierten zu der Zeit von ihren Stellungen auf den Golanhoehen den Norden Israels. Die syrischen Truppen zusammen mit der maechtigen aegyptischen Armee mussten ein Alptraum gewesen sein. Irakische Truppen gingen auf jordanischem Gebiet in Stellung. Die Araber boten doppelt so viele Truppe wie die Israelis auf, dreimal so viele Panzer und mehr als dreimal so viele Kampfflugzeuge. Die israelischen Generaele haetten nichts gesagt, erzaehlt Arie K. und erinnert sich ebenfalls, dass BBC Radio und aegyptisches Fersehen aber keinen Zweifel an der dramatischen Situation gelassen haetten. Ausserden sagt Arie K., seien ueberall Lazarette eingerichtet worden und gibt zu, dass viele damals das Schlimmste befuerchtet haetten. Die Israelis haetten zwar ihren Streitkraeften vertraut, erinnert sich Ruth Z und gibt aber zu, dass sie nicht voellig ueberzeugt waren. Schliesslich hatte sich Ben Gurion in die Wueste zurueckgezogen und der blasse Levi Eshkol fuehrte die Regierung. Erst als Moshe Dayan auf massiven Druck in Erwartung der militaerischen Auseinandersetzung als Verteidigungsminister vereidigt wurde, sahen die Israelis den bevorstehenden Kampf um ihe Existenz in guten Haenden. Schrecklich sei die Zeit vor dem Ausbruch des Krieges gewesen, erinnert sich Chaia S. und ich muss unweigerlich an ein Interview mit dem damaligen Kommandanten der Fallschirmjaeger Uzi Narkiss denken, der in einer Dokumentation gesagt hat, dass die Belagerung von allen Seiten das Gefuehl erzeugt haette, von aller Welt verlassen zu sein und dass es sich mit der Erfahrung des Holocaust verbunden haette. Die Folge einer Invasion waere die Vernichtung gewesen. Auch Amos Elon schreibt, dass die Israelis in den zwei oder drei Wohen vor Ausbruch des Krieges eine qualvolle Furcht gespuert haettenen, wie sie nur einer Nation von Fluechtlingen bis ins Mark hinein spuerbar werden koennte.</p>
<p>Die Israelis aber kamen ihrer Vernichtung zuvor und konnten nicht nur die militaerische Auseinandersetzung fuer sich entscheiden, sondern auch ihr Gebiet vervielfachen. Nach dem Krieg hielt das israelische Militaer den Sinai und den Gazastreifen besetzt. Aufgrund einer unerwarteten Entwicklung des Kriegen fielen den Israelis auch die bis 67 von Jordanien besetzten Gebiete zu. Obwohl er von den Israelis angehalten wurde, sich aus den Kaempfen herauszuhalten, entschied sich der Koenig von Jordanien dafuer an der Seite von Nasser zu kaempfen. Statt neutral zu bleiben, begannen die jordanischen Truppen am Morgen des 5. Juni den juedischen Teil von Jerusalem mit Granatbeschuss zu belegen. Kindergaerten und Schulen waren geoffnet als der Angriff erfolgte und Israel reagierte. Im Gegensatz zu 48 hielt die arabische Legion den juedischen Truppen 67 nicht stand. Nach zehn Stunden Strassenkampf war Jerusalem unter israelischer Kontrolle. Es folgte die Eroberung der Gebiete westlich des Jordans. Als Aegypten und Jordanien besiegt waren, nahmen die Israelis schliesslich noch den Golan, um den Beschuss des Nordens des Landes zu unterbinden.</p>
<p>Der Sechstagekrieg ist eine herausragende militaerische Leistung und ein exzellentes Beispiel fuer die Notwendigkeit einer ueberlegenen israelischen Streitkraft. Nicht zu vergessen ist darueber hinweg aber das Leid, das selbst die gewonnen Kriege mit sich bringen. Shmulik K., Sohn jemenitischer Einwanderer, stand 67 in den Bergen von Jerusalem mit einer Einheit von 31 Kaempfern Truppen der Legion gegenueber. Auf wenige Meter haetten die Soldaten beider Seiten aufeinander geschossen, erinnert er sich. Aus seiner Einheit haetten nur er und weitere fuenf das Feuergefecht unbeschadet ueberstanden. Die Anderen seien gefallen oder verwundet worden. Die sechs Tage forderten Hunderte Tote und Tausende Verletzte auf israelischer Seite.</p>
<p>Zur naechsten konzentrierten militaerischen Anstrengung, Israel zu vernichten kam es 73, als aegyptische Truppen israelische Stellungen auf dem Sinai ueberrannten. Der Yom-Kippur Krieg ist ein schwarzes Kapitel in der israelischen Landesverteidigung und fuerhrt vor Augen, wie real die existenzielle Bedrohung fuer den juedischen Staat tatsaechlich ist, wenn die israelische Armee die Initiative verliert.<br />
Noch im Yom Kippur Krieg 73 war Arie K. an der Heimatfront. An dem radikal praktizierten Fastentag Yom Kippur steht das oeffentliche Leben still und Arie K. befand sich in der Synagoge, als Motorengeraeusche Hinweis auf das Unheil gaben. Auch Henni R. erinnert sich, dass sie in der Synagoge war, als es ploetzlich rumorte und alle wehrfaehigen Maenner vom Gebet in den Armeedienst gerufen wurden. Nachdem die Aegypter vorgedrungen waren und die Syrer eine zweite Front eroeffneten, hing die Existenz des juedischen Staates am seidenen Faden. Erst nach schweren Verlusten konnte die aegyptische Offensive gestoppt werden. Der Krieg forderte mehr als 2500 Tote auf israelischer Seite. Der Sohn von Regina K. ist in einem Panzer im Sinai verbrannt.</p>
<p>Yaakov, der private Betreuer von Epraim P. erzaehlt mir vom Einschlag einer irakischen Scud Rakete in Ramat Gan 91, die nur knapp das Gebaeude verfehlt hat, in dem er wohnt und einige Hundert Meter weiter eingeschlagen ist. Alle Scheiben haben nach der Detionation gezittert und die Familie hatte bange Minuten zu ueberstehen, bis klar war, ob die Rakete mit chemischen Sprengkopf ausgestattet war. Instruktionen gab es viele und die Wohnungen waren alle so weit wie moeglich hermetisch verriegelt. Reinigungschemikalien waren an alle Haushalte ausgeteilt. Auch nahe des Heimes ist damals eine Scud Rakete eingeschlagen. Den Instruktionen entsprechend musste sich die Belegschaft mit dem Ertoenen der Sirenen in Sicherheit bringen.<br />
Gleichfalls tragisch, wie komisch sind die Geschichten, die mir die Kolleginnen erzaehlen, die im Jahr 91 frisch aus der Sowjetunion eingewandert waren und weder Hebraeisch konnten, noch sonst irgendwie begriffen hatten, wie sie sich bei den Scud Angriffen zu verhalten haben. Wie die Sirenen ertoent sind, erzaehlt mir Schwester Judith, haben sie die Gasasken aufgesetzt und Reinigungschemikalien vergossen und sind dann in Panik verfallen.</p>
<p>Hanna, die Freiwillige von der israelischen Polizei, die aufgrund des Schicksales ihrer Eltern eine zu Hause eine Holocast-Bibliothek, wie sie es nennt, angelegt hat, kann sich erinnern, wie der Golfkrieg ihren Vater fertig gemacht hat. Das Aufheulen der Sirenen, die Gasmasken und die Ungewissheit und schliesslich die Einschlaege in Ramat Gan und unweit von ihre Haus in Ramat Hen, haben seine Erinnerungen an den Holocaust heraufgespuelt.</p>
<p>Der Holocaust war eine wichtige Referenz, als israelische Bomber 81 den irakischen Atomreaktor Osirak zerstoerten.<br />
<a href="http://derpartisan.com/2009/04/21/sirenen-und-zwei-minuten-stillstand/">Heute droht der Iran Israel mit Vernichtung. Auf einem antisemitischen Wahnsystem bauend, wird die atomare Bewaffnung des Iran zur existentiellen Bedrohung es juedischen Staates. </a>Die Welt ohne Zionismus wird hier nicht nur als iranische Propaganda, sondern durchaus als Programm verstanden. In Israel wird eine iranische Fuehrung, die dem juedischen Staat gegenueber eliminatorisch gesinnt ist, als existentielle Bedrohung wahrgenommen. Die vom Iran finanzierten radikalistamistischen Terrororganisationen Hizbollah und Hamas geben mit ihrem Raketenterror eine Anzahlung auf den blutigen Ernst, mit dem es Israel an den Kragen gehen soll.</p>
<p>Der Holocaust ist in den Augen der Vertreter des Gottesstaates mehr oder minder eine Erfindung und damit ein delegitimierter Vorwand fuer einen juedischen Staat. Hier wuerde der Zusammenhang von Holocaust-Leugnung und einer Welt ohne Zionismus deutlich.</p>
<p>Es handelt sich bei Iran und Israel nicht um verfeindete Parteien, die sich in einem Interessenkonflikt gegenueberstehen. Es gibt zwischen den Laendern weder einen Grenz- noch einen Fluechtlingskonflikt. Trotzdem tachtet der Iran Israel nach der schieren Existenz und streckt die Hand zur Bombe.</p>
<p>Deutschland hat demonstiert, wie grenzenlos der antisemitische Wahn ist und die Geschichte hat gelehrt, wie wirkungslos sich das Appeasement hinsichtlich des eliminatorisch gesinnten Antisemitismus verhält.<br />
Auch in Deutschland ging der tatsächlichen Judenvernichtung der Entschluss und die Planung voraus. Aus dem Holocaust sollte die Lehre gezogen werden, den Wahn eliminatorisch gesinnter Antisemiten nicht zu unterschätzen.<br />
Wo ist die Auseinandersetzung, die Adorno und andere ideologiekritsche Sachbverständige eingefordert haben, um abzusichern, dass Ausschwitz nie wieder sei?</p>
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		<title>Israel &#8211; pt.6(2)/24 &#124;&#124; Von Kishiniev nach Teheran</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 19:08:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Israel fuer Deutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Zionismus]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Hinsichtlich des Existenzrechtes Israels wird oft kolportiert, dass der Staat als Folge des Holocaust gegruendet worden sei. Dieser negative Gruendungsmythos stellt meiner Ansicht nach eine Diffamierung der Zionisten dar, die seit den 1880er Jahren die Wiederherstellung der Selbstbestimmung des &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2011/12/12/israel-pt-6224-von-kishiniev-nach-teheran/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Hinsichtlich des Existenzrechtes Israels wird oft kolportiert, dass der Staat als Folge des Holocaust gegruendet worden sei. Dieser negative Gruendungsmythos stellt meiner Ansicht nach eine Diffamierung der Zionisten dar, die seit den 1880er Jahren die Wiederherstellung der Selbstbestimmung des juedischen Volkes in seinem historischen Heimatland vorangetrieben haben.</p>
<p>Der unabhaengige Staat ist die Folge des zionistischen Engagements fuer die juedische Souveraenitaet im Land Israel. Wobei der Antisemitismus am Entstehen und an der Verbreitung des modernen Zionismus bedeutenden Anteil hat. </p>
<p>Die Einwanderer der ersten Aliya, die 1882 begann, waren Fluechtlinge. Nach dem Attentat auf Zar Alexander II wurden tausende Juden aus Moskau vetrieben. Die Juden im Zarenreich lebten seit der Regentschaft Katarinas II. in einem Ansiedlungsrajon, in dem es ihnen erlaubt war, sich dauerhaft niederzulassen. Das Gebiet wurde unter verschiedenen Zaren neu definiert. Innerhalb des rajons lebten die Juden isoliert in Shtetln, pflegten ihre Religion und sprachen ihre eigne Sprache. Jiddisch war ein Erbe aus der Zeit als die Juden im Mittelalter aus ihren Siedlungen am Rhein vertrieben wurden. Das extrem traditionelle Leben im Shtetl orientierte sich an den religioesen Geboten und am juedischen Kalender. In den Shtetl setzten die Juden ihren Ethos in einer ausgefeilt organisierten Wohlfahrt um. Die Naechstenhilfe war eines der Merkmale der Shtetl. Nach der Vertreibung der Juden aus Moskau lebten 4,8 Millionen russische Juden im Ansiedlungsrajon und unter zunehmender Diskriminierung. Sie litten unter vielfachen Restriktionen und die Mehrheit lebte in desolaten Verhaeltnissen. </p>
<p>Elon schreibt, dass die Juden in den Shtetls, abgeschottet von der Aussenwelt, in einer lange zurueckliegenden Vergangenheit oder einer messianischen Zukunft lebten. Zum Anlass der Entgegennahme des Nobelpreises fuer Literatur fuehrte der 1888 in Galizien geborene S.Y. Agnon aus, dass er „infolge einer geschichtlichen Katastrophe“ in einer der „Staedte der Diaspora“, doch nach seiner Selbsteinschaetzung „in Wirklichkeit in Jerusalem geboren“ worden waere.</p>
<p>Ab 1881 kam es quer durch den Ansiedlungsrajon zu Pogromen und in deren Zuge 1882 zu den Mai-Gesetzen, die den Juden weitere, krasse Restriktionen brachten. &#8220;Warum sollten wir den Tod fuerchten – reitet doch sein Engel schon auf unseren Schultern“ schrieb Haim Nachman Bialik in dieser Zeit. </p>
<p>Der Antisemitismus im Zarenreich befoerderte die Flucht vieler Juden nach Westeuropa und in die Vereinigten Staaten. Viele Juden schlossen sich ausserdem den revolutionaeren Bewegungen an und tatsaechlich waren unter den Revolutionaeren in Russland ueberproportioanl viele Juden vertreten. Zugleich gaben die antisemitischen Ausschreitungen im Zarenreich auch dem juedischen Natonalismus Nahrung. Schliesslich wurde der modernen Zionismus auf den Weg gebracht. 1881/1882 entstand in Russland die Chibbat Zion (Zionsliebe) als erste organisierte zionistische Bewegung, die hinter der ersten Aliya und der Gruendung der ersten zionistischen Ansiedlungen in Palaestina steht. Moses Lilienblum, der den Pogrom von Odessa 1881 erlebte, wurde ein bedeutender Zionist und inspierierte die ersten Auswanderer nach Palaestina. Er setzte sich dafuer ein, den Boden im Land der Vorvaeter zu erwerben und zu besiedeln. Leo Pinskers Pamphlet „Auto-Emanzipation“, das die ideologische Grundlage fuer die erste Aliya bildete, erschien ebenfalls 1882. Auch fuer Pinsker bedeuteten die Pogrome Wendepunkte in seinem Denken. Schockiert nahm Pinsker wahr, dass der Antisemitismus auch vermeintlich kultivierte und fortschrittliche Elemente erfasst hatte. Auch David Levontin, der eine Gruppe von Chibbat Zion anfuehrte, die die erste zionistische Siedlung Rishon LeZion in Palaestina gruendete, stand unter dem Eindruck der traumatischen Ereignisse von 1881. Wenige Monate vor seiner Ausreise nach Palaestina wurde er aus Kharkov geworfen, wo den Juden aus dem Ansiedlungsrajon der Aufenthalt verwehrt war. </p>
<p>Ueberall im Zarenreich, aber auch in Galizien, bildeten sich als Reaktion auf die Diskriminierungen und Pogrome zionistishe Debattierclubs und Lernzirkel, die auf den zionistischen Weltkongressen zusammengefuehrt werden sollten. Die meisten dieser Vereinigungen waren von zionistisch-sozialistischem Gedenkengut gepraegt. Viele der Gruendungsvaeter Israels haben ihre Karriere in diesen Zirkeln begonnen. </p>
<p>Das Ber Borochov an keiner russischen Universitaet studieren konnte, hinderte ihn nicht daran, ein Vordenker der zionistischen Arbeiterbewegung zu werden. Borochov fusionierte den Marxismus mit dem Zionismus und legte damit das ideologische Fundament fuer die Poalei Zion. Um die Jahrhundertwende bildete sich in verschiedenen russischen Staedten die ersten Zirkel von Poalei Zion (die zionistischen Arbeiter), aus denen schlieslich die marxistisch-zionistische Partei Poalei Zion hervorging. Ben Gurion, der ihr in Polen beigetreten war, hat nach seiner Einreise in Palaestina den lokalen Ableger der Poalei Zion Partei gegruendet. Aus ihr sollte schliesslich die Arbeiterpartei Mapai hervorgehen, die ab den 30er Jahren die dominante politische Kraft in Eretz Israel war und seit der Staatsgruendung bis 77 den juedischen Staat beherrschte. </p>
<p>03 bis 06 kam es im Zarenreich zu blutigen Pogromen, die die antijuedischen Ausschreitungen von 1881 bis 1884 an Grausamkeit noh weit ueberboten und Tausenden Juden das Leben kosteten. Den Beginn markierte am Ostersonntag 03 der Pogrom gegen die Juden in Kishinev. Dem Pogrom von Kishinev folgte ein weiterer Auswanderungsschub der ersten Aliya. Haim Nachman Bialik verfasste unter dem Eindruck des Pogroms und nachdem er mit Ueberlebenden geredet hatte das Gedicht „auf der Schlachtbank“ in dem es heisst: „Verflucht sei der, der sagt &#8220;Rache!&#8221; / Vergeltung fuer das Blut eines kleinen Kindes / Hat sich Satan noch nicht ausgedacht.“ 04 schrieb er das Gedicht „In der Stadt des Schlachtens&#8221;, in dem er die laue Verurteilung des Massakers anprangert. Dem Pogrom von Kishinev folgten dutzende weiterer Pogrome, denen sich juedische Selbstverteidigungsorganisationen entgegenstellten. Die Pogrome fanden 05 im Zuge der gescheiterten Revolution in Russland ihren Hoehepunkt. Die blutigsten antisemitischen Uebergriffe ereigneten sich 05 in Odessa. Anfang des 20. Jahrhunderts erschienen auch die „Protokolle der Weisen von Zion“, die dem antisemitischen Wahn einer juedischen Weltverschwoerung Ausdruck verliehen. Das Pamphlet, das vom zaristischen Geheimdienst in Umlauf gebracht wurde und alle antijuedischen Mythen in einer Schrift zusammenfasst, wurde millionenfach verbreitet und von Antisemiten als ideologische Grundlage adoptiert. In der Schrift wird eine vermeintlich juedische Verschwoerung belegt, die den Untergang der Welt nach sich zieht.</p>
<p>In Galizien hatten die Juden indes ebenfalls grosse Not zu leiden. Viele Tausend verhungerten und Zehntausende entschlossen sich zur Flucht nach Westen oder in die Vereinigten Staaten. Arie K. erinnert sich, wie in Berlin ueber die Fluechtlinge aus Galizien gespottet worden waere. Sie kaemen von drueben und seien zum Leiden geboren, wwaere gesagt worden, wie er sich erinnert. Tatsaechlich brachte Galizien einige der schlausten juedischen Koepfe hervor. Die allgemeine Situation war allerdings sehr schlecht. Und eben in Galizien formierte sich eine der bedeutensten zionistischen Bewegungen. 13 wurde dort die sozialistisch-zionistische Jugendbewegung HaShomer HaTzair (Der junge Waechter) gegruendet, die sich fuer die Ausreise nach Palaestina und die Gruendung von Kibbuzim engagierte. In Israel wurde der HaShomer HaTzair als sozialistische nicht-marxistische Partei die bedeutenste Gegenkraft zur marxistischen Poalei Zion. Waehrend des Nationalsozialismus leistete die Bewegung den Nazis Widerstand. <a href="http://derpartisan.com/2011/07/09/israel-pt-3124-von-warschau-nach-beer-sheva/">Nach dem zweiten Weltkrieg leistete der HaShomer HaTzair einen erheblichen Beitrag zur Bricha. </a><br />
Viele Juden aus dem Zarenreich und Galizien fluechteten nach Westen. Doch auch dort formierte sich der Antisemitimus und wurde zu einer Massenbewegung. Aus dem Antijudaismus, der sich auf den juedischen Glauben bezog, wurde der antisemitische Hass auf die juedische “Rasse”. Die fortschrittsfeindliche Ideologie manifestierte sich ab den 1880er Jahren.</p>
<p>Antisemitische Agitation fand sich auch in Frankreich. Theodor Herzl, der Begruender des politischen Zionismus, wurde 1894 als Korrespondent einer Wiener Zeitung in Paris Zeuge der antisemitischen Kampagnen im Zuge der Dreyfus Affaere. Dreyfus war juedischer Kommandant in der franzoesichen Armee und wurde in einem Schauprozess als Verraeter beschuldigt, waehrend auf den Strassen “Tod den Juden” skandiert wurde. Herzl kam zu der Ueberzeugung, dass der Antisemitismus eine gesellschaftliche Konstante und durch Assimilation nicht zu loesen sei. Er glaubte, die Diskriminierung der Juden als ewige Minderheit nur nationalstaatlich loesen zu koennen. 1896 schrieb er “Der Judenstaat”. Sein Ansatz in der Judenfrage war die Schaffung eines souveraenen Judenstaates, in den die Juden einwandern und durch den sie Akzeptanz erreichen koennten. 1898 wurde auf dem ersten zionistischen Weltkongress unter dem Vorsitz von Theodor Herzl die Forderung nach einer &#8220;oeffentlich-rechtlich gesicherter Heimstaette in Palaestina&#8221; erhoben. Einem Buch ueber Theodor Herzl von 1932, dass ich auf dem Flohmarkt ergattert habe (mit einer handschriftlich vermerkten Widmung auf Deutsch von 35) sind Auszuege aus Gespraechen mit Thomas Mann und Albert Einstein vorangestellt. Professor Einstein sagt 31: „Das Grosse an Herzl war, dass er die ungeheure Judennot seiner Zeit ploetzlich auf seinen Schultern ruhen fuehlte, und zwar nicht nur die materielle, sondern vor allem die moralische.“</p>
<p>Thomas Mann berichtet 30 von seiner Palaestina-Reise: „Wissen Sie, es war doch ein ebenso neuer, wie frappierender Eindruck, als ich zum ersten Mal freie Juden in einer freien juedischen Stadt, Juden ungezwungen unter sich sah. Es waren verwandelte Menschen.[...] Ich habe begriffen, dass es die Juden nach Palaestina zieht, damit sie sich dort seelisch erfuellen und befreien“ </p>
<p>Herzl inspirierte die osteuropaeischen Pioniere der zweiten und dritten Aliya sich in Palaestina seelisch zu erfuellen und zu befreien. </p>
<p>Im russischen Buergerkrieg fielen ab 17 zehntausende Juden Pogromen zum Opfer. Aus der 22 entstandenen Sowjetunion war keine Ausreise moeglich und zionistisches Engagement wurde als antirevolutionaer verfolgt. 24 bis 29 wanderten ueber 80.000 Juden aus dem polnischen Mittelstand, denen durch antisemitische Gesetzgebung ihre Lebensgrundlage entzogen wurde, nach Palaestina aus.</p>
<p>Derweil blieb der Zionismus fuer die Juden in Mittel- und Westeuropa meist eine rein spirituelle Angelegenheit. Tatsaechlich nach Palaestina auszuwandern, war fuer die absolute Mehrheit keine Ueberlegung wert. Aus verschiedenen Quellen geht hervor, dass die Juden in Westeuropa die Flucht der „Ostjuden“ nach Palaestina nachvollziehen konnten, selbst aber keinen Anlass sahen, auszuwandern. Wie sich die russischen Juden stoerrisch abkapselten, waren die deutschen Juden um Assimilation in Deutschland bemueht und wurden, wenn ueberhaupt, dann als Reaktion auf ihre zurueckgewiesenen Anpassung Zionisten. Auf die Machtergreifung der Nazis aber folgte auch die Auswanderung Tausender Juden aus Deutschland, Oesterreich und der Tschechoslowakei. Der Zionismus war ab 33 ein rettender Ausweg aus den Faengen der wahnsinnigen Deutschen. Die zionistishe Bewegung bekam eine ueberlebensnotwendige Bedeutung. Die Umsetzung sozialer Utopien in Eretz Israel wurde nun von der dringenden Notwendigkeit ueberschattet, die europaeischen Juden zu retten. </p>
<p>Ich habe, neben dem Buch ueber Theodor Herzl auf dem Flohmarkt auch ein Buch von Walter Clay Lowdermilk gefunden. Herausgegeben 44. Lowdermilk war ein bedeutender britischer Bodenkonservator und ab 39 zu einer Studienreise in Palaestina. In seinem Einfuehrungskapitel ueber Land und Leute in Palaestina beschreibt er die bereits illegalen Einwanderungsschiffe. &#8220;We saw some of those wretched ships floating about on a steaming sea in unbearable summer heat, with refugees packed in holds under intolerably inhuman conditions. The laws governing the transportation of animals for slaughter in the United States do not permit conditions like those which some of the intelligentsia of central Europe had to undergo in these old boats in the Meditterranian.&#8221;</p>
<p>&#8220;Die ganze Welt ist gegen uns“, sagt Fruma W. Aus tiefer Ueberzeugung. Sie ist eine Kuenstlerin, die in beeindruckenden Skulpturen Eindruecke aus dem Leben im Shtetl, wie es ihr in Erinnerung geblieben ist, verarbeitet hat. Eine groessere Skulptur zeigt eine Strassenszene in Wilna vor einem mehrstoeckigen blauen Haus. Fruma W. wurde 41 von den Russen in Wilna verhaftet und in ein Arbeitslager deportiert. Sie erinnert sich an die unertraeglichen Zustaende im Lager. Typhus sei im Lager weit verbleitet gewesen, erzaehlt sie und viele Gefangene seien gestorben. Wie Fruma W. wurde auch einer der bedeutensten Maenner Israels in Wilna von den Sowjets verhaftet. In den Biografien von Menachem Begin ist die mentale und physische Gewalt beschrieben, die er erdulden musste. Fruma W. sagt, dass ihre Zeit im sowjetischen Gefangenenlager ihr aber letztens das Leben gerettet haette. Nahe Verwandten von ihr wurden Opfer des deutschen Einmarsch in Russland. Sie wurden mit allen juedischen Bewohnerinnen und Bewohnern ihrer Stadt in der Syanagoge zusammengetrieben und verbrannt. Fruma W. gelang 48 die Aliya &#8211; eine Woche vor der Verkuendung der Unabhaengigkeit des juedischen Staates.</p>
<p>Mit der Etablierung des Staates Israel wurde die so dringend notwendige Heimstaette fuer das juedische Volk geschaffen. Die Notwendigkeit eines juedischen Staates, in den ale Juden einwandern koennen, erfuhr ab seiner Gruendung 48 vielseitigste Bestaetigung. </p>
<p>Eine Folge des von den Arabern in vernichtender Absicht angezettelten Krieges von 48 war die Verschaerfung des antisemitischen Klimas v.a. im Jemen und im Irak. Im Irak, einem Verbuendeten der Nazis im zweiten Weltkrieg, sahen sich die Juden schwer diskriminiert und ein Pogrom kostete 41 mehr als 150 irakischen Juden das Leben. Ab 48 wurde die Diskriminierung im Irak noch einmal verschaerft. Juedischer Widerstand regte sich gegen das Ausreiseverbot und 50 beschloss der Irak Juden gegen die Aufgabe ihrer irakischen Staatsbuergerschaft und ihrer Besitzes im Zeitfenster von einem Jahr ziehen zu lassen. Der Vater von Jakov, dem privaten Betreuer von Ephraim P., war einer von ihnen. Er besass im Irak drei Haeuser, die er zuruecklassen musste und fuer die er nie entschaedigt wurde. Mit den osteuropaeischen Holocaustueberlebenden stroemten ab 48 Hunderttausende Fluechtlinge aus arabischen Laendern in den neu gegruendeten Staat Israel.</p>
<p>Tatsechlich sind „Mein Kampf“ und die „Protokolle der Weisen von Zion“ auch heute Bestseller in der arabischen Welt.<br />
Auch in Europa war nach Ende des Zweiten Weltkrieges vom Ende des Antisemitismus keine Spur. In der polnischen Stadt Kielice kam es 46 zu einem Pogrom, dem auch Holocaustueberlebende zum Opfer fielen. Rena W. erzaehlt, dass auch in Lodz in der Nachkriegszeit eine ausgesprochen antisemitische Stimmung geherrscht haette. </p>
<p>Meine Bewohnerin Ada R. ist in Bratislava geboren, als die Stadt noch zum Koenigreich Oesterreich-Ungarn gehoerte. Sie lernte als einzige von drei Geschwistern von Kindesbeinen an Slowakisch, die „Sprache des Volkes“. Sie erlebte ihre Kindheit in der tschechoslowakischen Republik und geriet nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges in die Faenge der Nazis. Als Holocaustueberlebende entschloss sie sich nach Ende des zweiten Weltkrieges fuer die Ausreise nach Israel. Ihr Bruder blieb in der Tschechoslowakei und wurde ueberzeugter Kader der kommunistischen Partei. Dies sollte er schwer bereuen. 52 wurden in einem Schauprozess gegen vermeintliche Hochverraeter in der Kommunistischen Partei eine Reihe von hochrangigen Juden um den stellvertretende Ministerpraesident Slansky hingerichtet.</p>
<p><a href="http://derpartisan.com/2010/03/01/schwarz-rot-gold-weis-rot-ii/">Derweil ist der antisemitische Wahn auch in Deutschland nicht verschwunden. In Deutschland musste sich der Antisemitismus nach Ausschwitz zum Antizionismus wandeln. Antisemitische Ressentiment werden in die Kritik an Israel gekleidet.</a> Wie die Juden an allem Schuld waren, bis mit ihnen in den Vernichtungslagern verfahren wurde, ist heute Israel an allem Schuld. Das Ressentiment zeigt sich ressistent gegen die Realitaet.</span></p>
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		<title>Israel &#8211; pt.6(1)/24 &#124;&#124; Von Kishiniev nach Teheran</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 11:27:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Israel fuer Deutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Holocaust]]></category>
		<category><![CDATA[Zionismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Hinsichtlich des Existenzrechtes Israels wird oft kolportiert, dass der Staat als Folge des Holocaust gegruendet worden sei. Ich moechte mich in diesem Kapitel naeher mit dieser Ansicht beschaeftigen. In keinem Land kann den Verbindungen, die zwischen dem Holocaust und Israel &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2011/12/07/israel-pt-6124-von-kishiniev-nach-teheran/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hinsichtlich des Existenzrechtes Israels wird oft kolportiert, dass der Staat als Folge des Holocaust gegruendet worden sei. Ich moechte mich in diesem Kapitel naeher mit dieser Ansicht beschaeftigen.</p>
<p>In keinem Land kann den Verbindungen, die zwischen dem Holocaust und Israel bestehen, besser nachgegangen werden, als in Israel.<br />
Im vorliegenden ersten Teil des Kapitels geht es um den Holocaust und Formen des juedischen Widerstandes.</p>
<p>Hitlers willige Helfer, die Millionen Juden vernichteten, teilten den Antisemitismus, der 03 zu den Pogromen von Kishinev fuehrte und heute die iranische Agenda einer Welt ohne Zionismus bestimmt.<br />
Im zweiten Teil des Kapitels geht es um den Zusammenhang von Antisemitismus und Zionismus seit den 1880er Jahren.</p>
<p>Der Antisemitismus ist mit dem Ende des zweiten Weltkrieges nicht verschwunden. Er besteht im Kern weiter und bedroht das Ueberleben des juedischen Staates seit dessen Gruendung.<br />
Im dritten und vierten Kapitel geht es um die existentielle Bedrohung Israels seit 48.<br />
Ich moechte in diesem Kapitel die Annahme widerlegen, dass Israel als Folge des Holocaust gegruendet wurde. Indem ich widerlege, moechte ich aufzeigen, dass die notwendige Folge des Holocaust eine ueberlegene israelische Streitmacht ist.</p>
<p>In Israel finden sich noch einige Ueberlebende des Holocaust und manche dieser Ueberlebenden verbringen ihren Lebensabend im Heim, in dem ich arbeite.<br />
Im tagtaeglichen Umgang mit den Menschen, die die Shoa ueberlebten, erfuhr ich von den unfassbaren Schicksalen, die sie zu durchleiden hatten.<br />
Ausserdem erfahre ich hier in Israel auch die kollektive Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Es ist kein Gedenkzirkus, wie wir ihn aus Deutschland kennen, wo erinnert wird, ohne zu irgendeiner Erkenntnis zu gelangen, sondern eine auf Konsequenzen zielende Auseinandersetzung, die zu verstehen sehr wichtig ist, um Israel zu verstehen.</p>
<p>Bei einer Veranstaltung der Deutsch Israelischen Gesellschaft, bei der ich mich engagiere, wurde Amos Hausner eingeladen, der Sohn von Gideon Hausner, dem Hauptanklaeger im Eichmann Prozess. Er hat aus einer persoenlichen Sicht vom Leben und Wirken seines Vaters erzaehlt. Er hat die Probleme des Anklaegers Gideon Hausner geschildert, die Ueberlebenden des Holocaust in den Zeugenstand zu bewegen. Die persoenliche Aufarbeitung des Holocaust fiel vielen Ueberlebenden sehr schwer. Viele waren sich sicher, dass sie nicht aussagen koennten. Zu gross war der Horror, den sie tief in sich begraben hatten, um ihn fuer die Anklage aufzubearbeiten. Ich empfehle jedem empfehlen, die von Yad Vashem auf youtube gestellten Mitschnitte des Eichmann Prozess anzuschauen.</p>
<p>Als ich meinen Bewohner Ephraim P. gefragt habe, ob er sich darum bemueht haette, dem Prozess gegen Eichmann im Gerichtssaal beizuwohnen, meinte er, dass er dies auf keinen Fall gewollt haette. Ich habe ihn gefragt, ob es stimme, dass viele Holocaustueberlebende nicht reden wollten. Er sagte, dass es auf ihn auf jeden Fall zutraefe. Er wollte es so weit wie moeglich verdraengen.<br />
Der Eichmann Prozess haette Israel gepraegt, sagt mir Talia, eine Sozialwissenschaftlerin aus Tel Aviv. Sie ist die Tochter meiner Bewohnerin Ada R. und als wir uns eines Tages in einem Cafe getroffen haben, erzaehlte ich ihr von der Veranstaltung mit Haussner und sie mir als Zeitzeugin von den Auswirkungen des Prozess auf die israelische Gesellschaft. Ihre Mutter selbst hat nicht ueber den Holocaust gesprochen und in der Gesellschaft herrschte eine sehr abwehrende Haltung gegenueber der Aufarbeitung vor. Die Ueberlebenden erfuhren eine subtile Form der Abwertung, da ihre Erfahrungen als Opfer nicht zum Selbstverstaendnis der modernen Makkabaerer passte. Erst der Prozess brachte die Mauer aus Schmerz und Scham zum Einsturz und integrierte die Shoa mit den Ueberlebenden in den juedischen Staat.</p>
<p>Die Bewohnerin Chaia S. kommt aus Chorzow in Oberschlesien. Wie viele meiner Bewohnerinnen und Bewohner aus Schlesien, der Bukowina oder Siebenbuergen war sie aus einer Familie sich zum Deutschtum bekennender Juden, deren Umgangssprache Deutsch war und die im Grunde auch zu den mitteleuropaeischen Auswanderern der fuenften Aliya zu zaehlen sind. Das sind Menschen, deren Naziplage jene Volksdeutschen waren, die in Deutschland als Vertriebene gerne zu den Opfern des zweiten Weltkrieges gezaehlt werden. Ausserhalb des Heimes habe ich mit den beiden Grossmuettern und einem Grossvater meiner ehemaligen Freundin kulturdeutsche Juden aus der Bukowina kennengelernt, mit denen ich mich auf Deutsch unterhalten konnte. Sie haetten die deutsche Kultur verinnerlicht, sagen sie. Auch Chaia S. sagt das von sich und demonstriert es zu jeder sich bietenden Gelegenheit.</p>
<p>Chaia S. hat eine Massenerschiesung durch die Wehrmacht ueberlebt, indem sie sich tot gestellt hat. Ihre Eltern und ihre Familie kamen im Kugelhagel um, waehrend sich die Volksdeutschen gefreut haben, dass Chorzow als Koenigshuette ins Reich kam.<br />
Chaia S. kam als Zwangsarbeiterin auf einen Hof in der Oberpfalz, weil sie verschwiegen hat, dass sie Juedin ist, als sie von deutschen Soldaten auf der Strasse aufgegriffen wurde. Auf dem Hof, auf dem auch andere polnische Zwangsarbeiter und franzoesische Kriegsgefangene waren, hatte sie Jahre lang Todesangst, als Juedin erkannt zu werden. Der Gutsherr war ein ueberzeugter Nazi mit einer SA Taetowierung am Oberarm. Als sie nach dem Einmarsch der Amerikaner vom Hof gegangen ist, hat sie ihm eroeffnet, dass sie Juedin ist. Sie sagt, dass sie sich oft ueberlegt haette, wie sie durch das Fenster springen wuerde, wenn sie auffliegt. Vom Holocaust hatte sie eine ungefaehre Vorstellung, da die polnischen Zwangsarbeiter ein kleines Radio versteckt hielten und auslaendische Nachrichten hoerten. Ihr Mann war Zwangsarbeiter bei Messerschmitt in der Oberpfalz. Kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner gelang ihm die Flucht. Er versteckte sich in einem Huehnerstall und bekam Thyphus. Als er sich den einrueckenden amerikanischen Truppen vor die Fuesse warf, konnten diese nicht glauben, was sie sahen. Sie brachten ihn in ein Krankenhaus und er ueberlebte. Dann machten sie ihn zum Buergermeister der Gemeinde, auf deren Mark er sich versteckt hatte. Dort lernten sich die Beiden kennen.</p>
<p>Sie hat mit das an einem Nachmittag erzaehlt, als ich mit ihr und Regina K. am Tisch sass. Regina K. aus Berlin erzaehlte dabei, wie sie 38 als Dienstmaedchen nach England geschickt worden sei. Dank der vermittelten Anstellung bei einer juedischen Familie auf der Insel gelangte Regina K. noch an Papiere, die ihr die Ausreise ermoeglichten. Ausloeser fuer ihre Flucht war die Reichspogromnacht, die sie noch in Berlin erlebt hatte. Als die Nazis von Haus zu Haus gingen, um die Juden aus ihren Wohnungen zu holen, ging ihre blonde Schwester an die Tuer, um zu den Schergen zu erzaehlen, dass die Juden im Haus schon abgeholt worden waeren. Die Eltern von Regina K. und ihre Schwester ueberlebten den Krieg indes nicht. Sie wurden in einem deutschen Vernichtungslager ermordet.</p>
<div id="attachment_864" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/12/07/israel-pt-6124-von-kishiniev-nach-teheran/die-weissen-von-zion/" rel="attachment wp-att-864"><img class="size-medium wp-image-864" title="Antisemitische Schrift" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/12/die-weissen-von-zion-300x225.jpg" alt="Ausstellungsstueck im Museum von Lochamei HaGetaot" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Die &quot;Weisen von Zion&quot; als Nazi-Propaganda</p></div>
<p>Eigentlich haetten sie es ganz schoen in Berlin gehabt, versucht Regina K. zu erklaeren, als ich wissen wollte, warum sich die Familie nicht zur Flucht entschlossen haetten, als dies noch moeglich gewesen sei. Sie wohnten in einem grossen Eckhaus und kamen mit den Nachbarn gut aus. Der Vater hatte eine ordentliche Anstellung und fuer das Shabbatmahl kauften sie in der koscheren Metzgerei Suelze. Auch Lea G. aus Wien erzaehlt, dass fuer ihre Familie Flucht kein Thema gewesen sei. Selbst als Oesterreich ins Reich geholt wurde, konnten sich die Eltern nicht zu der lebensrettenden Entscheidung durchringen. Die Familie hatte Geld und Wien die Kultur, nach der es ihnen verlangte. Erst 39 traten sie schliesslich die Flucht an. Die Mutter von Ernest S. entschloss sich nach der Reichspogromnacht ihn und seine Schwester zu Freunden nach Frankreich zu schicken. Der renomierte Akademiker Ernest S., heute Bewohner in meinem Heim, hat 2004 sein Tagebuch, das er zu jener Zeit in Frankreich angefangen hat, zusammen mit den Aufzeichnungen seiner Mutter und Briefen seines Vaters als Buch „Jugend auf der Flucht“ herausgegeben. Das Buch beschreibt eindrucksvoll den Raub von Heimat und Kindheit, den so viele Jugendliche nach ihrer Flucht aus Deutschland zu verarbeiten hatten. Von Rosa B., deren Familie Polen 40 noch verlassen konnte, habe ich bereits geschrieben. <a href="http://derpartisan.com/2011/07/03/israel-pt-2124-von-stettin-nach-tel-aviv/">Auch von Henni R., deren Familie sich lange nicht von den Fleischtoepfen trennen konnte.</a></p>
<p>Hanna, eine Freiwillige von der israelischen Polizei, die an zwei Tagen in der Woche einen Handarbeitskurs fuer die Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegestation betreut, pflegt zu Hause eine kleine Shoa-Buecherei, wie sie es nennt. Ihre Eltern sind beide Holocaustueberlebende. Beide sind die jeweils einigen Ueberlebenden ihrer Familien. Ihre Mutter wurde im Alter von 11 Jahren Zwangsarbeiterin. Die Familie wurde gezwungen im Ghetto Warschau zu wohnen. Vom Gelaende aus konnte sie eines Tages beobachten, wie ihre Eltern von den Nazis zum Umschlagsplatz gebracht wurden &#8211; die Mutter mit dem Baby auf dem Arm. Es war das letzte Mal, dass sie sie gesehen hat. Die Transporte gingen nach Treblinka.</p>
<p>Aus Zeugenberichten aus erster und zweiter Hand habe ich Geschichten aus Ghettos und aus Konzentrationslagern gehoert, die ich aufgrund ihrer Grausamkeit nicht wiedergeben moechte. Kinder, die ihren Eltern entrissen und in den Tod geschickt wurden.</p>
<p>Es gibt in Israel einen offiziellen Holocaustgedenktag, an dem fuer zwei Minuten die Sirenen toenen und das Leben zum Stillstand bringen. Von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang gibt es eine Reihe bewegender Zeremonien im Land, das waehrend dieser Zeit bleischwer wirkt. Alle Vergnuegungsbetriebe bis hin zu Supermaerkten sind am Abend geschlossen und im Fernsehen laufen Dokumentationen der Shoa, waehrend die Sport- und Musiksender off sind. Diesen Tag im Elternheim zu erleben ist unendlich beklemmend. Die Bewohnerinnen und Bewohner selbst sind der millionenfachen Judenvernichtung entgangen, waehrend ihre Bekannten, Freunde, Onkel, Tanten, Vettern, Cousinen Hitlers willigen Helfern zum Opfer gefallen sind. Viele Bewohnerinnen und Bewohnern haben die naechsten Verwandten, Geschwister, Eltern und Grosseltern verloren. Sechs Millionen Tote sind nicht begreifbar. Die tatsaechlichen Menschen, denen die Haeftlingsnummer des KZ Ausschwitz eintaetowiert ist und die Bewohnerinnen und Bewohner des Heims, die ihre Familien in der Schoah verloren haben, verleihen dem Horror eine Kontur.</p>
<p>Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust ist in Israel ueber den Erinnerungstag hianaus stets praesent. Die Shoa als buerokratisch geplanter und industriell ausgefuehrter sechsmillionenfacher Masenmord wird so weit wie moeglich aufgearbeitet.</p>
<p>Das Kibbuz Lohamei HaGetaot (Die Ghettokaempfer) erinnert in besonderer Weise an die Shoa. Im Kibbuz steht das erste Holocaustmuseum der Welt. Es befasst sich mit dem Holocaust und dem juedischen Widerstand. Die Ausstellung Yad HaYeled (Die Kinderhand) fuehrt durch das Schicksal der Kinder im Holocaust. Der Kibbuz wurde von den ueberlebenden Widerstandskaempfern des Aufstandes im Ghetto Warschau und Partisanen gegruendet, die im zweiten Weltkrieg gegen die Nazis gekaempft haben. Das Ghettokaempfer Museum gibt einen Ueberblick ueber die vielfaeltigen Formen des juedischen Widerstandes gegen die Nazis. Ein Schwerpunkt ist die Ausstellung ueber das Ghetto Warschau und den Aufstand. Die Ausstellung eroeffnet einen bedrueckenden Blick auf das Leben im Ghetto, wo eine halbe Million Juden auf 2,4% des Stadtgebietes leben mussten und befasst sich daran anschliessend mit den vielfaeltigen Formen des nicht-militaerischen Widerstandes. Ab 42 kam es nach dem Beschluss der Endloesung zur Deportation von Hunderttausenden aus dem Ghetto in die Konzentrations- und Vernichtungslager. Detailliert wird im Museum der Ghettokaempfer dargelegt, wie es darauf zur Organisation der juedischen Kampforganisation ZOB kam, die von zionistischen Jugendbewegungen (wie dem HaShomer HaTzair) initiiert wurde. Der heroische Kampf der Juden unter der Fuehrung von Mordechai Anilevitz, die nicht wie Laemmer zur Schlachtbank getrieben werden wollten, wird sehr ausfuehrlich dargestellt. Es gelang den Nazis so sehr zuzusetzen, dass die Liquidation des Ghettos weit herausgezoegert werden konnte. Nur sehr wenige der Widerstandskaempfer ueberlebten.</p>
<p>Der Leidensweg aller meine polnischen Bewohnerinnen und Bewohner, die den Holocaust ueberlebt haben, hat einem der Ghettos angefangen. Viele sahen den Umschlagsplatz in Warschau, den ich mir als Tourist angeschaut habe, als Gefangene der Mordmaschinerie der Nazis. Alle meine polnischen Bewohnerinnen, die waehrend des zweiten Weltkrieges den Deutschen in die Haende fielen, wurden in ein Ghetto gezwungen und von dort jeweils in Konzentrationslager deportiert.</p>
<p>Zwei Monate, bevor ich nach Israel gezogen bin, habe ich die Museen Auschwitz besucht, das Konzentrationslager Auschwitz I und das Vernichtungslager Ausschwitz II.<br />
An einem Abend in Israel, als ich mit der Familie meiner ehemaligen Freundin beim Abendessen sass, erzaehlte ihr Cousin von seinem Schulbesuch in Ausschwitz. Als er Bilder zeigte, die er gemacht hatte, konnte die Grossmutter diese in besonderer Weise erklaeren. Die Kulturdeutsche aus der Bukowina ist eine der Ueberlebenden des geschaeftigsten aller Vernichtungslager. Die Bilder wuehlten ihre Erinnerungen sichtbar auf.</p>
<p>Als ich Rena W. aus Lodz fragte, wie sie den Krieg ab dem Einmarsch der Deutschen in Polen erlebt haette, gab sie mir zunaechst ein Buch “Ghetto Litzmannstadt. Das letzte Ghetto”. Es ist ein Begleitbuch zu einer Ausstellung in Yad Vashem ueber das Ghetto in Lodz, das von April 40 bis August 44 bestand. Das Buch beschreibt die Hoffnung der Bewohnerinnen und Bewohner des Ghettos durch die Verrichtung kriegswichtiger Arbeit fuer die Deutschen den Krieg zu ueberleben. Ueber die Jahre kam es zur maximalen Mobilisierung der Bewohnerinnen des Ghetto Litzmannstadt zur Arbeit, die unter schlechtesten Bedingungen verrichtet werden musste. Die Sterblichkeit im Ghetto lag 42 bei 16 pro 100. Die Ausstellung beschreibt das Leben im Ghetto aus der Sicht der internierten Juden. Sie eroertert die Anstrengungen, um Menschlichkeit , Mitgefuehl und ueberhaupt den juedischen Ethos in der Hoelle des Ghettos zu erhalten. Zu der Lebendigkeit gehoerten die verborgenen musikalischen Aktivitaeten, Theatervorstellungen, Kunst, Lesungen und auch die Pflege der religioesen Gebraeuche. Widerstand in Form von Zeitungen, Krankenfuersorge, Suppenkuechen und Jugendarbeit werden ebenfalls aufgezeigt. All die Aktivitaeten kamen trotz Erschoepfung und Hunger zu Stande.</p>
<p>Nur ca. 10.000 Juden aus dem Ghetto Litzmannstadt haben den Krieg ueberlebt. Von ca. 204.000 Ghettobewohnerinnen und -bewohnern wurden ca. 77.000 ins Vernichtungslager Chelmo deportiert, ca. 43.500 starben an Hunger und Krankheit, 11.000 wurden in verschiedene Arbeitslager deportiert, wo die Meisten von ihnen den Tod fanden. Im August 44 wurde das Ghetto liquidiert und ca. 65.000 Bewohnerinnen und Bewohner nach Auschwitz deportiert, wo die Meisten von ihnen vernichtet wurden. Die anderen kamen in Zwangsarbeiterlagern in Ausschwitz oder auf Todesmaerschen um.</p>
<p>Rena W., die sich ins betreute Wohnen des Heims eingemietet hat und manchmal ihre polnischen Freundinnen besucht, die sie noch aus Lodz kennt, erzaehlt mir, dass sie selbst auch unter denjenigen gewesen sei, die im August 44 nach Ausschwitz deportiert wurde. Von dort kam sie nach nur vier Tagen mit einem weiteren Transport ins Konzentrationslager Stutthof. Von Stutthof wurde sie als Zwangsarbeiterin nach Dresden gebracht und erlebt dort den Feuersturm auf die Stadt, den sie mit zweihundert anderen juedischen Zwangsarbeitern in einem Luftschutzkeller ueberlebte. Von Dresden wurden die Zwangsarbeiter dann auf einen Todesmarsch ins Konzentrationslager Theresienstadt gezwungen. Auf dem Weg verlor sie ihren Bruder. Als Theresienstadt befreit wurde, gehoerte sie zu den Ueberlebenden.</p>
<p>Im Gegensatz zum Ghetto Warschau oder Wilna gab es in Lodz keinen militaerischen Widerstand. “Wir waren gute Kinder”, sagt Rena W. mit bitterem Zynismus.<br />
Von Januar bis Mai 42 mussten Juden aus dem Ghetto Litzmannstadt fuer Transporte ausselektiert werden. Anfang 42 wurden die Selektion noch der juedischen Ghettoverwaltung aufgetragen. Es ist wohl nicht ganz klar, ob und wem zu dieser Zeit in dem besonders hermetisch abgeriegelten Ghetto bekannt war, wohin die Transporte gehen sollten. Die Schwester von Rena W. erkrankte in dieser Zeit an Tuberkolose. Die kranke Schwester wurde in Decken gepackt und die Familie legte ein ganzes Brot auf den Tisch. Ein ganzes Brot sei mehr wert gewesen als alles andere, erzaehlt Rena W. und tatsaechlich lies sich die juedische Ghettopolizei damit bestechen. Die Schwester aber starb wenige Tage spaeter.<br />
Ein Jude, der aus dem Vernichtungslager Chelmo fluechten konnte, gab Anfang 42 im Ghetto Warschau detaillierte Auskunft ueber den Massenmord im Vernichtungslager. Mitte 42 wurde aufgezeichnet, dass Mordechai Anilewitz, der sich auf einer Mission nach Zaglebie befand die Geruechte ueber Chelmo bestaetigen konnte.</p>
<p>Berichte ueber Massenmorde verbreiteten sich schon ab 41 durch Emisaere der Jugendbewegungen und durch die verborgene Presse in den Ghettos. Nach der bekannt gewordenen Ermordung von Deportierten aus dem Ghetto Wilna, wurde Anfang 42 von dort ausgehend durch die Jugendbewegungen die Einschaetzung verbreitet, dass alle Juden in Europa vernichtet werden sollten. Die Annahme setzte sich allmaehlich als Gewissheit durch.</p>
<p>Sicher ist, dass auch die Bewohnerinnen des Ghettos Litzmannstadt im September 42, als die Deportationen wieder aufgenommen wurden, sicher wussten, dass die Transporte in Tod fuehren.</p>
<p>Die Erinnerungen von Rena W. an das Leben im Ghetto Litzmannstadt sind traumatisch. Die ertsen zwei Jahre ging sie zur Schule, die von der Ghettoverwaltung betrieben wurde. Ihrer Mutter sei es sehr wichtig gewesen, dass sie lernen wuerde, um nach dem Krieg studieren zu koennen, erinnert sie sich. In der Schule gab es am Anfang Suppe und Kotletts fuer die Schuelerinnen und Schueler, dann wurden zunaechst die Kotletts gestrichen und spaeter auch die Supppe. Schliesslich wurde die Schule liquidiert. Sie selbst begann in einer Naeherei zu arbeiten. Die Arbeitsbedingungen waren unmenschlich und forderte viele Menschenleben. Doch war im Ghetto die Ansicht verbreteitet, dass die Arbeit vor den Deportationen schuetzte. Als diese im September 42 wieder aufgenommen worden seien, bestaetigt Rena W. waere den Bewohnerinnen und Bewohnern des Ghettos klar gewesen, dass die Transporte in den Tod gehen wuerden. Alle Bewohnerinnen und Bewohner haetten sich vor den Haeusern aufstellen muessen, erinnert sie sich mit Grauen, und wer der Selektion der SS zum Opfer gefallen waere, waere von einem Lastwagen mitgenommen worden.</p>
<p>Im Ghetto Warschau herrschte schon Anfang 42 schreckliche Klarheit ueber die Deportationen. Ephraim P. erzaehlt, dass schon nach den ersten Transporten klar war, dass sie in Vernichtungslagern enden.</p>
<p>Als die Deutschen in das Haus der Familie von Ephraim P. kamen, um die Familie zu holen, waren die Mutter und Schwestern auf Weisung des Vaters an an einem anderen Ort. Als die Deutschen begannen das Ghetto zu verkleinern und Strassenzug um Strassenzug liquidierten, uebten Ephraim P. und sein Bruder hinter einen Schrank zu steigen, der vor einer kleiner Ausbuchtung in der Wand stand. Als die Nazis den Vater, Funktionaer bei Beitar bereits gestellt hatten, suchten sie im Schrank weiter, doch nicht dahinter. Der Vater haette nach Einmarsch der Nazis nach Palaestina auswandern wollen, erzaehlt Ephraim P. Doch der Familie fehlte das Geld. Nun wurde er in den Tod geschickt, waehrend Ephraim P. und sein Bruder sich, hinter den Schrank gezwaengt, vor dem Gas verstecken konnten. Ohne Vater lebten sie in dem stark verkleinerten Ghetto. Als die Deportationen 43 wieder aufgenommen wurden, begannen die Vorbereitungen fuer den Aufstand, der zu Ostern ausbrechen sollte. Bunker wurden angelegt und Dachboeden verbunden. Einer der Kaempfer sagte zu Ephraim P., dass sie den Transporten ein Ende setzen wuerden. Kein Jude aus dem Ghetto wuerde mehr nach Treblinka gebracht. Ab jetzt, sagte er zu Ephraim p., wuerden sie alle im Ghetto sterben. Und Ephraim P. und sein Bruder zogen sich weite Kleider an, einige Nummern zu gross um fuer die Arbeit in einer der Fabriken rekrutiert zu werden. Sie verabschiedeten sich von der Mutter. Diese nahm vier Goldringe ab und gab jedem der Soehne zwei. Ephraim und sein Bruder kamen bei Skoda unter und schafften es, sich in den Naechten in die Bunkeranlagen der Polen zu stehlen, die den Juden eigentlich verboten waren. Der Aufstand brach aus und als sie ins Ghetto zurueckkehrten, um nach der Mutter und den Schwestern zu schauen, waren diese nicht mehr da. Ganze Strassen waren verbrannt. Die Deutschen konnten mit den Aufstaendischen nicht anders fertig werden, als ganze Strassen anzuzuenden. Ephraim P. erzaehlt, von seinen Erinnerungen ueberwaeltigt, dass seine Familie schrittweise ausgeloescht worden waere. Sein Bruder hatte Thyphus und der einzige Ort, an den er in bringen konnte, war eine Art Krankenhaus, dass noch verblieben war. Als er am naechsten Morgen nach ihm schauen wollte, war das Krankenhaus liquidiert. Er selbst wurde nur wenig spaeter von der Arbeit weg mit allen anderen juedischen Arbeitern zum Umschlagplatz gebracht und nach Majdanek transportiert. <a href="http://derpartisan.com/2011/07/09/israel-pt-3124-von-warschau-nach-beer-sheva/">Hier beginnt seine Zeit als Zwangsarbeiter in den den letzten Kriegsjahren.</a></p>
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		<title>Israel &#8211; pt.5(3)/24 &#124;&#124; Vom Technikum in die Rehov Ben Yehuda Str.</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 22:58:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Israel fuer Deutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Jekkes]]></category>
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		<description><![CDATA[&#160; Eine Anekdote aus dem Unabhaengigkeitskrieg hat mit den Jekkes aus Naharia zu tun. Naharia wurde als landwirtschaftliche Genossenschaftssiedlung fuer deutsche Einwanderer gegruendet. Die Siedlung wuchs zu einer landsmannschaftlich geschlossenen Stadt. Als Naharia im Unabhaengigkeitskrieg abgeschnitten und von den Arabern &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2011/10/06/israel-pt-5324-vom-technikum-in-die-rehov-ben-yehuda-str/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<div class="mceTemp"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Eine Anekdote aus dem Unabhaengigkeitskrieg hat mit den Jekkes aus Naharia zu tun. Naharia wurde als landwirtschaftliche Genossenschaftssiedlung fuer deutsche Einwanderer gegruendet. Die Siedlung wuchs zu einer landsmannschaftlich geschlossenen Stadt. </span><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Als Naharia im Unabhaengigkeitskrieg abgeschnitten und von den Arabern belagert wurde, hielten die Bewohner die Stadt. In einem Funkspruch proklamierten sie: Naharia bleibt deutsch! </span></div>
<div class="mceTemp"> </div>
<div class="mceTemp"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">33 wanderten ca. 7600 Juden aus Deutschland in Palaestina ein und bis 36 blieb die jaehrliche Anzahl der Einwanderer auf diesem Niveau. Zwischen 33 und 36 entschieden sich ca. 30% der juedischen Auswanderer aus Deutschland fuer Palaestina. (Zum Vergleich: Zwischen 19 und 32 waren nur ca. 2000 Juden aus Deutschland nach Palaestina ausgewandert). </span></span></div>
<div class="mceTemp"> </div>
<div class="mceTemp"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">33 wurde in der Jewish Agency die Deutsche Abteilung gebildet, die sich um die Einwanderung deutschsprachiger Juden kuemmern sollte. Arthur Ruppin wurde Leiter dieses Zentralbueros fuer die Ansiedlung deutscher Juden in Palaestina. Nicht nur eine Persoenlichkeit sei Ruppin gewesen, erzaehlt Lillit P., sondern in den Kreisen junger deutscher Zionisten eine Koriphaee. Lillit P. und ihr Mann, die 33 eingewandert sind, waren mit der Familie Arthur Ruppins befreundet. Ein Enkel des zionistischen Politikers habe sogar bei ihnen zur Untermiete gewohnt, erinnert sie sich.</span></span></div>
<div class="mceTemp"> </div>
<div class="mceTemp"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Deutsche Abteilung versuchte die Mittelstandseinwanderer zu einer landwirtschaftlichen Taetigkeit zu motivieren. Anreiz war u.a. Eine Beschleunigung des Kapitaltransfers durch die HaAvara. 15 % der Mitteleuropaeer liessen sich in landwirtschaftlichen Kolonien nieder. Die deutschsprachigen Einwanderer gruendeten eine Reihe landsmannschaftlich geschlossener Mittelstandssiedlungen. Das erste dieser deutschen Doerfer war Kiriat Bialik, das noch 33 gegruendet wurde. Ein Teil der Siedlungen, in denen Deutsch gesprochen und das deutsche Kulturgut gepflegt wurde, entstand auf oeffentlich rechtlichem Bodenbesitz, initiiert durch die Jewish Agency auf Land, dass dem JNF-KKL gehoerte. Ein Teil wurde von oeffentlich-rechtlichen Siedlungsbaugesellschaften auf KKL Boden gegruendet, waehrend ein anderer Teil der deutschen Siedlungen durch private Siedlungsbaugesellschaften oder durch Privatinitiative der Siedler auf Privatboeden gegruendet wurden. </span></span></div>
<p class="mceTemp"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Interessant ist die Geschichte von Schavei Zion, das von Juden aus Rexingen gegruendet wurde. Shavei Zion ist eine von vielen Siedlungen, die als Reaktion auf britische Siedlungsrestriktionen und arabische Feindseeligkeiten in der Turm und Mauer Bauweise errichtet wurden. Innerhalb eines Tages stand die Siedlung, von einer Palisade umgeben und von einem Turm ueberschaut. Die Turm und Mauer Siedlungen wurden mit Unterstuetzung des KKL-JNF bevorzugt am Rand des juedischen Siedlungsgebietes errichtet, um dieses fuer den Yishuv abzustecken. Die schwaebischen Einwanderer, die Rexingen als Gruppe verlassen hatten, lebten in Shavei Zion nach dem Genossenschaftsmodell. Arie K. erzaehlt, dass der Bahnhofsvorsteher von Shavei Zion so schwaebisch war, dass er die Station stets als “Schaafe Zion” ausgerufen hat. </span></span></p>
<p class="mceTemp"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Zur bedeutensten deutschen Siedlung entwickelte sich Naharia. Die Stadt war eine Kopfgeburt des russischen Agronomen Soskin, der ein Modell fuer intensivierte Landwirtschaft auf Kleinparzellen schaffen wollte. Die Umstaende der fuenften Aliya und die Ankunft vermoegender Einwanderer aus Deutschland brachten den Versuch einer Umsetzung der Vision im Rahmen einer privaten Siedlungsbaugesellschaft. Doch das utopische Kolonisationsmodell von Soskin scheiterte, da sich seine ehrgeizigen Plaene fuer die intensive Landwirtschaft in Naharia als unbrauchbar erwiesen. Das Naharia zu einem Zentrum der Milchwirtschaft wurde, geht tatsaechlich auf die Duldung von Ausnahmeregelungen zurueck. Die Mehrheit der Bewohnerinnen und Bewohner von Naharia wandten sich der Fabrikarbeit zu und machten die Stadt Naharia zur Wiege bedeutender Industrieunternehmen. Ausserdem schufen sie eine Tourismusbranche und machten die Stadt am Mittelmeer zum beliebten Badeort. </span></span></p>
<p class="mceTemp"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">In Naharia sind die Verweise auf die Gruenderzeit weitgehend verschwunden. Einzelne Institutionen der Jekkeszeit haben sich aber gehalten. Das Caferestaurant Pinguin etwa befindet sich bereits seit 1940 am selben Ort und im Besitz der Gruenderfamilie Oppenheimer. </span></span></p>
<div id="attachment_837" class="wp-caption alignleft" style="width: 510px"><a href="http://derpartisan.com/2011/10/06/israel-pt-5324-vom-technikum-in-die-rehov-ben-yehuda-str/pinguin/" rel="attachment wp-att-837"><img class="size-full wp-image-837" title="Das Pinguin in Naharia 2011" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/10/pinguin.jpg" alt="" width="500" height="314" /></a><p class="wp-caption-text">Das Pinguin in Naharia 2011</p></div>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Einwanderung deutscher Juden wurde 33 durch ein kontrovers diskutiertes Transferabkommenbkommen zwischen der Jewish Agency, der Zionistischen Vereinigung fuer Deutschland und Nazideutschland befoerdert.Auf Seite der Zionisten hat Haim Arlozoroff das Transferabkommen ausgehandelt. Arlozoroff, dessen Familie vor Pogromen aus der ukrainischen Heimat nach Berlin geflohen war, hatte an der Beliner Universitaet studiert und sich sehr fuer den Zionismus engagiert. Waehrend seiner Studienzeit unterhielt er ein Verhaeltnis mit Magda Behrend. 24 wanderte Arlozoroff nach Palaestina aus und wurde ein hoher zionistischer Funktionaer im Yishuv. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Durch das “HaAvera”-Abkommen wurde juedischen Auswanderern nach Palaestina ermoeglicht ihr Vermoegen zu retten. Fuer den Yishuv bedeutete HaAvera einen Zufluss von Kapital und Einwanderern. Abgewickelt wurde der Transfer von der Paltreu GmbH in Deutschland und der Haavera Ltd. in Israel, beide Tochtergesellschaften der Anglo Palestine Bank. Auswanderer haben ihre Vermoegenswerte auf einem Konto der Paltreu hinterlegt. Von den Einzahlungen in Reichsmark wurden deutsche Waren fuer den Export nach Palaestina gekauft. In Palaestina kontrollierte die Haavera die Abnahme der Waren an die Importeure und die Auszahlung des Gegenwertes der Waren in palaestinensischen Pfund an die Auswanderer. So wurde die Einwanderung der deutschen Juden befoerdert, die durch das Abkommen ihr Vermoegen, oder zumindest einen Teil davon, sichern konnten. Der Kapitaltransfer sowie die Einwanderung deutscher Unternehmer, Industrieller und Facharbeiter bedeutete fuer die Wirtschaft des Yishuv einen immensen Schub. Auf der anderen Seite half das Abkommen auch der deutschen Exportwirtschaft und geriet deshalb unter Beschuss durch die Revisionisten. In der Haaretz erschien 33 ein Aufruf an die Bewohner des Yishuv, das Abkommen anzuerkennen und Demagogen zurueckzuweisen. Arlozoroff wurde noch 33 ermordet. Er kam aus der Pension Kaethe Dan als er am Strand niedergeschossen wurde. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Magda Behrend wurde 31 Magda Goebbels. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Nach 36 ging die juedische Einwanderung nach Palaestina drastisch zurueck. Miriam K., die Frau von Arie K. erzaehlt von den ungemuetlichen Zustaenden zur Zeit der arabischen Aufstaende, die 36 vom Zaun gebrochen wurden und drei Jahre andauerten. Sie selbst ist 33 mit zehn Jahren ins Land gekommen und bei ihrem Onkel in Gadera aufgewachsen. Als der Aufruhr begann wurde ihr der Umgang mit einem Gewehr beigebracht und im Alter von 13 Jahren wurde sie bereits fuer den Wachdienst eingeteilt. Unter dem Eindruck der Aufstaende entschlossen sich insgesamt weniger Juden zur Einreise nach Palaestina. Die Einwanderung aus Deutschland erlebte indes keinen Einbruch. Aufgrund der Judenverfolgungen in Deutschland, v.a. unter dem Eindruck der Progromnacht 38, erschien vielen deutsche Juden die Ausreise nach Palaestina trotz der arabischen Aufstaende notwendig. Der relative Anteil deutscher Einwanderer erhoehte sich ab 36 und 39 kam schliesslich jeder zweite Einwanderer aus Deutschland. </span></span> </p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die britische Mandatsmacht reagierte auf die arabischen Aufstaende mit Einreiserestriktionen, die schliesslich 39 in der Weissbuchpolitik ihren Hoehepunkt fanden. Die britische Mandatsmacht reglementierte ab 37 die Arbeitereinwanderung, waehrend die Einwanderung gegen Nachweis von Eigenkapital zunaechst uneingeschraenkt blieb.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Industrie im Mandatsgebiet war vor der fuenften Aliya mit vielen Problemen behaftet. Fuer die Produkte der Industrie nur einen kleinen Markt, auf dem sie zudem noch mit Importen konkurrieren mussten. Auch der niedrige Lebensstandard hemmte den Binnenabsatz. Die Industrie hatte im Gegensatz zur Landwirtschaft ein niederes Ansehen. Sie war den sozialistisch-zionistisch ausgerichteten Pionieren suspekt. Die Pioniere der zweiten und dritten Aliya waren ohne Kapital und Bildung ins Land gekommen und hatten eine gefestigte revolutionaere Einstellung, die das Profitstreben ablehnte und dem Unternehmertum feindlich gegenueberstand.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Erst im Laufe der Zeit erfuhr der unternehmerische Beitrag zum Aufbau des Yishuv seine Wuerdigung. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Lucy Borchard, die seit 1930 Geschaeftsfuehrerin der Reederei Borchard war, bildete nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten juedische Jugendliche in ihrem Betrieb aus, um ihnen so die Ausreise nach Palaestina zu ermoeglichen. Zudem verschiffte sie Auswanderer in ihren Frachtschiffen, die sie nach Palaestina verkaufte. Ihr Sohn Jens gruendete 35 in Haifa die Atid Navigation Reederei und auch bei der Ueberfuehrung von drei Schiffen an die neu gegruendte Schifffahrtsfirma waren vielen Auswanderer an Bord. Die von Lucy Borchard ausgebildeten Seeleute und die unternehmerische Taetigkeit der Familie in Israel bildeten die Keimzelle der israelischen Schifffahrt und der Marine </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Wirtschaft von den Jekkes bedeutend modernisiert. Als Unternehmer, Banker und Kaufleute verfuegten die deutschsprachigen Einwanderer ueber reichlich Fachwissen um Handel, Industrie und Geldwirtschaft auf die Hoehe der Zeit zu bringen. Das Witschaftswachstum, fuer das die Jekkes gesorgt haben, trug seinen Teil dazu bei, die Araber in Palaestina weit zu ueberfluegeln. 37 zaehlte der Yishuv 240 deutsche Unternehmer. Die Jekkes brachten die Geldwirtschaft und das Versicherungswesen, die Pharma- und Textilindustrie und anderen Unternehmensbereiche voran. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Familie von Elsa K., die in Solingen eine Fabrik fuer Rasiermesser hatte, legte in Israel den Grundstein fuer ein neues florierendes Geschaeft.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">In der Metallbranche brachte der Unternehmer Wertheimer seine Firma Iscar an die Weltspitze. Stef Wertheimer, der die Rangliste der vermoegensten Israelis anfuehrt, wanderte 37 nah Palaestina ein. Er liess sich fuer die Hagana und den Palmach rekrutieren und arbeitete nach der Unabhaengigkeit fuer ein staatliches Ruestungsunternehmen. 53 gruendete er in Naharia eine Firma fuer Metallverarbeitung. Iscar profilierte sich auf dem Weltmarkt und Wertheimer zog mit der sich vergroessernden Firma in den dafuer angelegten Industriepark Tefen. <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,633800,00.html" target="_blank">Henryk M. Broder hat sich dem Unternehmer und seinem Industriepark in einem Artikel gewidmet.</a> Nach dem Vorbild von Tefen errichtete Wertheimer noch weitere Industrieparks im Land. </span></span></p>
<div id="attachment_846" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/10/06/israel-pt-5324-vom-technikum-in-die-rehov-ben-yehuda-str/185_9052/" rel="attachment wp-att-846"><img class="size-medium wp-image-846" title="Skulptur im Industriepark Tefen" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/10/185_9052-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Skulptur im Industriepark Tefen</p></div>
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<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Familie Strauss aus Ulm hat in Naharia den Lebensmittelkonzern Strauss gegruendet. Ebenfalls in Naharia wurde der Lebensmittelkonzern Soglobek gegruendet. </span></span> </p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Weitere Lebensmittelkonzerne, die von Jekkes gegruendet wurden, sind Osem, Blue Band, Nesher.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Eltern von Frau Henni R. aus Muenchen hatten eine Pappenfabrik mit vielen Angestellten, die der Familie zu einigem Wohlstand verholfen hatte. Wenn wir am Morgen Alpenpanorama auf 3sat schauen, kann sie von nicht wenigen Skigebieten behaupten, dass sie zu ihrer Zeit dort war. Mit Freundinnen ist sie mit der Eisenbahn in die Skigebiete gefahren. Als die Nazis an der Macht waren, ist die Familie nach Israel ausgewandert. Sie kam als junges Maedchen als letzte der Familie nach. Nicht ganz unvorbereitet, da auch in Muenchen zionistische Gruppen aktiv waren. Der Beitrag von Henni R. fuer Israel ist ein sehr buergerlicher. Ein sehr deutscher. Sie war an der Begruendung der Sozialarbeit in Israel beteiligt. Sie hat u. a. einen Hilfsverein fuer autistische Kinder gegruendet, einen sehr bedeutenden Traeger der Sozialarbeit. Sie war ueber ihre Arbeit mit Dr. Siegfried Hirsch, dem Gruender des Behindertendorfes Kfar Tikva bekannt, wo ich 2004 mein Volontariat geleistet habe. </span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Der Vater von Henni R. hat in Tel Aviv eine neue Pappenfabrik gegruendet mit “arabischen und juedischen Angestellten”, wie Henni R. erzaehlt. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Auch das Hotelwesen wurde von den Jekken bedeutend vorangebracht. In Tel Aviv gingen aus der Pension Kaethe die Dan Hotels hervor. Die Pension Kaethe wurde von Lotte Cohn entworfen. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Einwanderer aus Mitteleuropa standen nicht nur als Unternehmer, Industrielle, Facharbeiter und Dienstleister hinter der oekonomischen Entwicklung des Yishuv. Sie foerderten auch als Konsumenten und Kunden das wirtschaftliche Wachstum.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Unweit von Gold- und Silberwarengeschaeft von Selma G. und ihrem Mann hatte Haim G. einen Buecherladen. Angefangen haette er mit gebrauchten deutschen Buechern, sagt Haim G.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Ida E. fuehrte mit ihrem Mann ein Fachgeschaeft fuer Damenbekleidung in der ehemals renomierten Allenby Strasse in Tel Aviv. Ida E. ist 38 nach Palaestina eingereist. Ihr Handwek hat sie in Dresden gelernt und wurde fuer ihre Faehigkeiten zur Traegerin des deutschen Handwerks ernannt. Ihr Fachgeschaeft fuer Damenbekleidung hielt das Versprechen deutscher Massarbeit. Wer es sich haette leisten koennen, sagt Ida E., haette bei ihnen eingekauft. Viele ihrer Kunden seien Deutsche gewesen, sagt sie und fuegt an, dass sie die deutschen Kunden am liebsten gehabt haette. Von der Qualitaet ihrer Erzeugnisse sei die Bekleidungsindustrie heute weit entfernt, sagt sie. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Meine Bewohnerin Selma G., die das Alter von 103 erreicht hat, hatte mit ihrem Mann ein Geschaeft fuer Gold- und Silberwaren und Uhrenreperatur. </span><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Julius K. hatte ein Fachgeschaeft fuer Elektrowaren. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Gertrude B., eine Bewohnerin des betreuten Wohnens, hat mich voller Interesse auf Stuttgart angesprochen, weil die Brueder ihres Grossvaters dort ein Warenhaus hatten. Sie hat irrtuemlich angenommen, dass mir der Name Schocken sicher nichts sagen wuerde. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Der Grossvater von Gertrude B., ein frommer Mann, lebte mit seiner Frau in Bremerhaven, wo die beiden zwei unabhaengige Kaufhaeuser besassen. Sie fluechtete nach der Reichspogromnacht mit ihrem Vater nach Palaestina. Sie kann sich noch an die grosse Villa ihrer Grosseltern und Eltern in Bremerhaven erinnern. Ein praechtiger Bau, in dem sich heute ein Altersheim befindet. Gertrude B. und ihr Vater sind unter dem Eindruck der Reichspogromnacht nach Palaestina ausgereist und ihre Tanten in die USA. Ihre kranke Mutter blieb mit der Grossmutter in Bremerhaven. Beide wurden in Konzentrationslagern ermordet. In Tel Aviv lebte sie nach ihrer Flucht mit ihrem Vater in einer sehr bescheidenen Wohnung. Ihr Grossonkel Salman war schon 1934 aus Deutschland nach Palaestina ausgewandert. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Salman Schocken war beruehmter Kaufmann, Zionist und Verleger. Er besass mit seinem Bruder Simon ein Warenhausunternehmen, dessen Alleineigentuemer er wurde, als sein Bruder toedlich verunglueckte. Als es eine AG wurde, gehoerte Gertrudes Grossvater dem Aufsichtsrat an. Die Schocken Kaufhaeuser in Chemnitz, Nuernberg und Stuttgart hat Erich Medelson gebaut. Der Zionist Schocken gruendete ein Institut fuer die Erforschung der hebraeischen Poesie und wurde 31 zudem Verleger. Schocken war der erste Herausgeber von S.Y. Agnon. 34 reiste er nach Palaestina aus. Sein Verlag in Berlin wurde zwangsgeschlossen und seine Kaufhaeuser arisiert. Salman</span></p>
<div id="attachment_838" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://derpartisan.com/2011/10/06/israel-pt-5324-vom-technikum-in-die-rehov-ben-yehuda-str/schockenbib/" rel="attachment wp-att-838"><img class="size-full wp-image-838" title="Detailansicht der Bibliothek von Schocken in Jerusalem" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/10/schockenbib.jpg" alt="" width="150" height="294" /></a><p class="wp-caption-text">Detailansicht der Bibliothek von Schocken in Jerusalem</p></div>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Schocken hat in Palaestina die Zeitung Haaretz gekauft und die Haaretz Gruppe gegruendet. Sein Sohn Gershom Schocken, wurde Chefredakteur der liberalen Tageszitung und dessen Sohn Amos ist heute deren Herausgeber. 39 hat Salman Schocken auch ein Verlagshaus in Tel Aviv gegruendet, dessen Direktor ebenfalls sein Sohn Gershom wurde. Arie K. hatte beruflich mit dem Verleger Gershom Schoken zu tun. Gershom Schocken,erzaehlt mir Arie K., wobei er Gustav Schocken sagt, habe ein Verhaeltnis mit seiner Sekretaerin gehabt, die er dann auch geheiratet hat. In Jerusalem wohnte sein Vater Salman Schocken in einem Haus mit grosser Bibliothek, dass ihm Erich Mendelson gebaut hat. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Einwanderer aus Deutschland haben ueberproportional viel zur gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung des Yishuv beigetragen. Die liberale Haaretz und der Hilfsverein fuer die autistische Kinder sind nur zwei Beispiele. Die Jekkes haben die liberale Maccabi Krankenkasse gegruendet, weil die vom Arbeiterverband Histadruth gegruendete sozialistische Krankenkasse keine freie Aerztewahl zugelassen hat. Heute ist die freie Aerztewahl in allen Krankenkassen ueblich. Die Jekkes haben das Cameri Theater gegruendet, bennant nach den Kammerfestspielen in Berlin. <span style="color: #000000;">Das erste Stueck “Diener zweier Herrn”, das im Cameri aufgefuehrt wurde (und bis heute aufgefuehrt wird) war auch Premierenstueck der Kammerfestspiele in Berlin.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Der 1926 nach Palaestina emigrierte Dr. Walter Moses gruendete 58 das Eretz Israel Museum, dessen Abteilung fuer Muenzen jahrelang von Arie K. geleitet wurde. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Sie haben das Konservatorium in Jerusalem gegruendet und waren bei der Gruendung des philharmonischen Orchesters in Tel Aviv beteiligt. Deutsche Professoren haben sich um die Forschung und Lehre verdient gemacht und Palaestina zu einem akademischen Leuchtturm im Nahen Osten gemacht. Die vielen Beamten, Anwaelte und Richter, die mit der fuenften Aliya ins Land gekommen sind, wurden nach der Staatsgruendung gebraucht, um den Staatsapperat und das Rechtswesen aufzubauen. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Im Gegensatz zu den Pionieren der zweiten Aliya waren die deutschsprachigen Einwanderer der fuenften Aliya vielleicht weniger gluehende Idealisten. Dafuer waren sie ausgebildet und hatten Berufe und damit Wissen und Faehigkeiten, die der Entwicklung des Yishuv in anderer Weise zutraeglich waren. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Und irgendwann hat die Bezeichnung Jekke sich gewandelt. Ueber die herablassende Zuschreibung von aussen hinaus wurde sie zur Selbstbezeichnung. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Und die Integrationsprobleme der Jekkes, die den osteuropaeischen Pionieren so sehr Aergernis waren, sind heute in liebevoll gepflegte Annekdoten verpackt. In Tel Aviv gibt es die Ben Yehuda Strasse, benannt nach dem Begruender des modernen Hebraeisch Ben Yehuda. Im hebraeischen Rechov Ben Yehuda (Rechov bedeutet Strasse und wird dem Strassennamen vorangestellt). Die Rechov Ben Yehuda wurde von vielen Jekkes bewohnt. Und den Jekkes galt die Rechov Ben Yehuda als Rechov-Ben-Yehuda-Strasse. Mir wurde im Heim versichert, dass die Bezeichnung tatsaechlich gebrauchlich war. </span></p>
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		<title>Israel &#8211; pt.5(2)/24 &#124;&#124; Vom Technikum in die Rechov Ben Yehuda Str.</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 12:55:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">In einer Nachtschicht hat mich eine Bewohnerin des betreuten Wohnens zu sich gerufen, um mir ihr Leid der Schlaflosigkeit zu klagen. Um Viertel vor Zehn hat sie ihre Tabletten genommen, um zum Ende von Guenter Jauch und “Wer wird Millionaer” einzuschlafen. Nach Mitternacht war sie aber wegen der laecherlich geringen Dosis schon wieder wach. Auf Hebraeisch und Deutsch hat sie mir ihr Problem erklaert. Wieder und wieder, da sie nicht sicher war, ob ich es begreife. Ihr ganzes Leben lang habe sie hoch dosierte Schlafmittel genommen und nun wolle man sie mit den paar Tabletten abfertigen, die ihr am Abend ausgehaendigt wurden. Um sie etwas von ihrem Aerger abzubringen habe ich versucht das Thema zu wechseln.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Elionore D. kam 39 nach Eretz Israel. Sie ist in Zerbst geboren, wo sie mit 14 Jahren als Juedin vom Lycee geflogen ist. Obwohl sie aus einer vorbildlich deutschen Familie kam. Ihre Vorfahren haetten sich in Magdeburg als Buerger ins Stadtbuch eingeschrieben, als dies den den Juden moeglich war. Im Kaufhaus Schocken in Zerbst hat sie trotz ihrer jungen Jahre Arbeit gefunden. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">37 ging sie zu einem zwei jaehrigen Hachshara-Kurs auf das landwirtschaftliche Gut Winkel, um sich fuer die Einwanderung in Palaestina schulen zu lassen. Das Gut Winkel war Privatbesitz des Kaufhausmagnaten und Zionisten Salman Schocken. Neben Land- und Hauswirtschaft waren die Sprache, die juedische Identitaet und natuerlich das Leben im Kollektiv Teil der Kurse. 39 gelangte Elionore D. von Trieste mit gueltigen Einreisepapieren nach Palaestina. Dort hat sie in einer Landwirtschaftsschule in Hadera ihre Vorbereitung auf das Leben in der neuen Heimat abgeschlossen. Stolz erzaehlt sie, dass sie dank Hachshara in der Landwitschaftsschule stets gelobt worden sei. Waesche wurde mit einem Waschbrett ueber einem Zinkbottich gewaschen und Elionore D. war eine sehr gute Waescherin. Ihre beste Freundin war ein Maedchen aus Koeln, mit der sie sich auf Deutsch unterhalten hat. Sie selbst hat in den Hachshara-Kursen Hebraeisch gelernt. Nach Abschluss der Schule ging sie ins Kibbuz und lernte dort ihren spaeteren Ehemann kennen. Waehrend sie sich im Kibbuz sehr wohl gefuehlt hat, kam er mit dem Leben als Landwirt nicht zurecht. Sie gingen nach Ramat Gan und er studierte Musik und wurde ein grosser Pianist. Allerdings in Deutschland, wo sie ihn jedes Jahr besucht hat. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">11 war der Zionist Felix Rosenblueth, der sich spaeter Pinkhas Rosen nennen sollte, Mitbegruender der juedischen Jugendbewegung Blau Weiss in Deutschland. Dem Bund fuer juedisches Jungwandern Blau-Weiss folgten weitere juedische Jugendbuende, die zunehmend zionistisch ausgerichtet waren. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Hinwendung nach Palaestina und Vorbereitung auf die Auswanderung nach Palaestina war Teil der Erziehung juedischer Jugendbewegungen in Deutschland. Ab 31 entstanden in Deutschland Gruppen des HaShomer HaTzair, der jungen Waechter, einer bedeutenden sozialistisch-zionistischen Jugendbewegung, die Jahre zuvor in Galizien gegruendet wurde. Der Hashomer HaTzair errichtete Kibbuze in Palaestina, vereinigte diese unter einem Dachverband und wurde wichtige politische Kraft des Yishuv. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Mit der Machtergreifung durch die Nazis wurde die Vorbereitung auf die Auswanderung immer bedeutender. Hachshera, wie die Vorbereitung auf die Einwanderung in Palaestina bezeichnet wurde, sollte in den Fokus der zionistischen Jugendbewegungen geraten. Der HeChalutz (Der Pionier) Dachverband der zionistischen Jugendbewegungen war ein zentraler Traeger der Hachshera. Der HeChalutz, der in zahlreichen Laendern aktiv war, unterhielt Vorbereitungslager, in denen landwirtschaftliche und handwerkliche Faehigkeiten und Kenntnisse vermittelt wurden, die fuer den Aufbau in Palaestina bedeutend waren. Neben den Vorbereitungslagern des HeChalutz gab es noch weitere Hachshera-Stellen. Koordinator der Hachshera Stellen in Deutschland war ab 38 Martin Gerson, dessen “Amtssitz” sich im Vorbereitungslager Gut Winkel befand. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Ahron G. kam mit der Jugendaliya nach Palaestina, nachdem er einen dreimonatigen Vorbereitungskurs der Jugendaliya auf einem Bauernhof nahe Koeln absolviert hat. Mit einer Gruppe von 52 Jugendlichen kam er in Israel in das Kibbuz HaYeled HaShachar. Wie er sagt, waren nicht wenige unter ihnen von zu Hause verwoehnte Kinder, die ihren ersten Schock bekamen, als sie um 5 Uhr morgens aufwachen mussten, um in die Arbeit des Kibbuz eingebunden zu werden. In der landwirtschaftlichen Kollektivsiedlung hatten sie nun ihren Teil zum Aufbauwerk beizutragen. Sie erlernten die Feldarbeit und das Zusammenleben im Kibbuz und wurden militaerisch trainiert. Beim Vertrieb der Feldfruechte kam Ahron G. oft mit einem jungen Mann vom Kibbuz Ginnosar zusammen, mit dem er sich befreundete und der einer seiner Weggefaehrten in der Armee werden sollte. Es war Yigal Allon, der spaeter Kommandant des Palmach und noch spaeter Oberbefehlshaber der israelischen Streitkraefte werden sollte.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Meine Bewohnerin Else J. war in Koenigsberg in der zionistischen Jugendbewegung Habonim. Ihre Schwester ist, wie Ahron G. und Tausende anderer Jugendlicher mit der Jugendaliya in ein Kibbuz gekommen. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Kinder- und Jugendaliya wurde 33 in Berlin von Recha Freier gegruendet, um juedische Kinder vor den Nazis zu retten. Waehrend der 30er kamen ca. 22.000 Kinder und Jugendliche aus Deutschland mit der Kinder- und Jugendaliya nach Palaestina und wurden so vor dem Gas gerettet. Ansatz der Jugendaliya war, den Jugendlichen in Palaestina nach ihrer Einreise eine Ausbildung zu ermoeglichen statt diese zur Voraussetzung fuer die Einwanderung zu machen. Die Jugendaliya unterhielt verkuerzte Hachshera Kurse, wie sie z. B. die dreimonatige Vorberietung von Ahron G. und schickte aber auch unvorbereitete Jugendliche, wie z.B. Lotte L., nach Palaestina. Recha Freier bemuehte sich darum, die Jugendlichen in Kibbuzen unterzubringen. Sie musste hart fuer ihr Konzept kaempfen. Der Schwester von Else J. hat dies das Leben gerettet. Und Else J. selbst und ihrer Familie schliesslich auch. Da ihre Schwester schon in Palaestina war, konnten ihre Eltern 39 noch eine Einreiseerlaubnis von den Briten erlangen. So kam Else J. im zarten Alter von 15 Jahren trotz der Weissbuchpolitik der Briten noch nach Palaestina. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Meine Bewohnerin Lotte L. gelangte noch 39 mit der Jugendaliya nach Palaestina. Lotte L. kommt aus dem badischen Billigheim und ging auf eine Klosterschule, wo sie u. a. naehen gelernt hat. Im Kibbuz Givat HaShlosha wurde sie aufgrund dieser Faehigkeit in der Waescherei bei der Reparatur von Kleidungsstuecken eingesetzt. Ihre beiden Zwillingsgeschwister konnten noch spaeter mit der Kinderaliya aus Deutschland gerettet werden. Sie befanden sich auf dem letzten Schiff, das Kinder und Jugendliche legal nach Palaestina gebracht hat. Sie wurden zu Landwirten ausgebildet und blieben bis ins hohe Alter hinein Bauern in den Kibbuzen, in denen sie sich schliesslich niedergelassen haben. Die Eltern von Lotte L. wurden in Ausschwitz ermordet. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Es sollte aber bis zur Machtergreifung der Nazis dauern, bis Recha Freiers vorausschauend gegruendete Jugendaliya breite Unterstuetzung fand. 32 fiel es ihr noch schwierig fuer die Absorption der Jugendlichen in Palaestina zu sorgen. Sie wandte sich an Siegfried Hirsch, der die erste Einwanderergruppe der Jugendaliya in Ben Shemen aufnahm. Ben Shemen wurde schon 27 vom Arzt Siegfried Lehmann fuer litauische Jugendliche gegruendet, die bei Pogromen ihre Eltern verloren hatten. 32 kamen die ersten Jugendlichen der Jugendaliya nach Ben Shemen. Ab 34 setzte der Zustrom von Jugendlichen ein und nach 45 kamen viele Waisen ins Land, die ihre Eltern im Holocaust verloren hatten. Das paedagogische Konzept des Jugenddorfes Ben Shemen verband landwirtschaftliche und musikalische Erziehung. In der landwirtschaftlichen Siedlung wurde der Pflege der Musiktradition sehr viel Wert beigemessen. Auf einem Bild, dass in den fruehen Jahren von Ben Shemen aufgenommen wurde, sieht man ein ein kleines Jugendorchester neben einer unbefestigten Strasse musizieren. Das kultivierte Treiben setzt sich krass von der rauhen Umgebung ab und vermittelt einen Eindruck von der besonderen Fusion feingeistiger Muse und harter Landarbeit, die dort geprobt wurde. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Mit der architektonischen Planung der Siedlung wurde der deutsche Architekt Fritz Kornberg beauftragt. Kornberg hatte u. a. das erste Lehrgebaeude der Hebraeischen Universitaet entworfen und das Amphitheater fuer die feierliche Einweihung der Universitaet. Kornbergs Ausrichtung war ein Mittelweg zwischen der Sachlichkeit Kaufmans und dem juedisch-orientalischen Stil von Baerwald. Gerade als das Jugenddorf Ben Shemen weiter ausgebaut werden musste, verstarb der deutsche Architekt Fritz Kornberg. Lotte Cohn und der Mann von Lillit P. fuehrten sein Werk in dem ehrwuerdigen Jugenddorf fort.</span></span></p>
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		<title>Israel &#8211; pt.5(1)/24 &#124;&#124; Vom Technikum in die Rechov Ben Yehuda Str.</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 21:24:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Israel fuer Deutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Zionismus]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; An einem unschuldigen Sommermorgen wurde ich nichts Boeses denkend zum Ausloeser einer anachronistischen Auseinandersetzung. Fuenf Minuten Pause unter der Laube im Garten meines Elternheimes haben ausgereicht, um einen verstaubten Widerstreit anzuzetteln. Ich habe &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2011/10/04/israel-pt-5124-vom-technikum-in-die-rechov-ben-yehuda-str/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_834" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/10/04/israel-pt-5124-vom-technikum-in-die-rechov-ben-yehuda-str/technion/" rel="attachment wp-att-834"><img class="size-medium wp-image-834 " title="Das Technion " src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/10/technion-300x185.jpg" alt="" width="300" height="185" /></a><p class="wp-caption-text">Das Technion (gemalt vom Kuenstler H. Struck, der 23 von Berlin nach Palaestina emigriert ist)</p></div>
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<p>An einem unschuldigen Sommermorgen wurde ich nichts Boeses denkend zum Ausloeser einer anachronistischen Auseinandersetzung. Fuenf Minuten Pause unter der Laube im Garten meines Elternheimes haben ausgereicht, um einen verstaubten Widerstreit anzuzetteln. Ich habe meine Bewunderung fuer die Aufbauleistung der deutschen und kulturdeutschen Einwanderer geaeussert. Galia P., eine private Betreuerin, deren Familie aus Russland eingewandert ist, als sie ein halbes Jahr alt war, meinte, dass Israel nicht von den Jekkes sondern mit deutschen Geldern aus den Wiedergutmachungsabkommen aufgebaut worden waere und die deutschsprachigen Einwanderer bis zum Eintreffen der Gelder in armseligen Verhaeltnissen gelebt haetten. Ruth A. widerspricht heftig und fuehrt die harte Arbeit ihrer Eltern in Kfar Yeddith als Beispiel an. Natuerlich haetten die Gelder ihnen letztlich geholfen, sagt sie, aber es sei doch eine grobe Verfaelschung der Geschichte, die Leistung der Jekkes auf die Gelder aus dem Wiedergutmachungsabkommen zu reduzieren. Der ueberproportionale Beitrag der Jekkes beim Aufbau des Landes zeige sich zum Beispiel in der Wirtschaft und den vielen Unternehmen, die von deutschsprachigen Einwanderern gegruendet worden seien. Die Auseinandersetzung eskalierte dann als Hanna G., die als Freiwillige der israelischen Polizei eine Handarbeitsgruppe im Heim leitet, etwas provokant anmerkt, dass die russischen und polnischen Pioniere das Land aufgebaut haben und der Beitrag der Jekkes ueberhoeht wuerde. Dies entsetzte den Schwiegersohn von Dov D., dessen Vater Arzt in Deutschland war und mit der Familie im Zuge der fuenften Aliya nach Palaestina kam. Er selbst hat am Technion Medizin studiert und verweist auf die deutsche Gruendungsgeschichte des Instituts. Auf seinen Zeugnissen habe noch in altdeutscher Schrift “Technikum” gestanden, erzaehlt er. Auch Ahron G., der am Technion zum Ingenieur ausgebildet wurde, erinnert sich an das “Technikum” in Suetterlinsschrift.</p>
<p>Ich moechte dieses Kapitel dem deutschen Beitrag zum russischen Werk der Staatsgruendung widmen. Den Publizisten, Visionaeren, Funktionaeren, Architekten, Initiatoren, u.v.m., die den Staat auf den Weg gebracht und ihn gepraegt haben.</p>
<p>09 gab der Berliner Hilfsverein fuer deutsche Juden “Ezra” das Technikum in Haifa in Auftrag. Als Architekt wurde Alex Baerwald engagiert. Das Technikum ist von Baerwald im orientalischen Stil gehalten mit Verweisen auf den zweiten Tempel. Mit seinem Baustil suchte der Architekt eine eretz-israelische Identitaet. Das Schaffen von Alex Baerwald ist durch die Fusion morgenlaendischer Stilelemente mit deutscher Baukunst charakterisiert. Der Verdienst des Architekturpioniers lag in der Uebertragung technischer Errungenschaften, um den klimatischen und landschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. Baerwald hatte sich intensiv mit den speziellen Bedingungen in Palaestina auseinandergesetzt. Er hat das Siedlungsgenossenschaft Merchavia entworfen (und dabei u. a. auf Satteldaecher gesetzt), die Anglo-Palestine Bank in Haifa, ein Wohnhaus fuer H. Struck in Haifa, &#8230; </p>
<p>“Die Anstalt fuer technische Erziehung in Palaestina”, die als eines seiner Hauptwerke gilt, war das Erste seiner Art in Eretz Israel. Unter tuerkischer Herrschaft gab es keine technische Hochschule in Palaestina.</p>
<p>Die Fertigstellung zog sich bis 25 hin. In der Zeit biss der Hilfsverein mit seiner Forderung Deutsch als Unterrichtssprache zu verwenden auf Granit. Die Pioniere bestanden auf Hebraeisch und setzten sich damit letztlich durch und aus dem Technikum wurde das Technion. Alex Baerwald wurde nach seiner Einreise 25 Leiter der Architekturfakultaet am Technion. Eine Ausstellung im Stadtmuseum von Haifa hat die Errichtung des Technions als Meilenstein der Stadtgeschichte beschrieben und die Auswirkungen auf die Entwicklung der juedischen Bevoelkerung der Stadt aufgezeigt. Dem Sprachenkrieg kommt eine zentrale Bedeutung in der Herausbildung der kulturellen Identitaet des Yishuv zu.</p>
<p>Die Durchsetzung der hebraeischen Sprache war untrennbar mit der Ideologie der Pioniere und ihrer Vision einer Wiederauferstehung des juedischen Volkes in seiner Heimat verbunden. Die Kolonialisten der zweiten Aliya kamen ab 04 ins Land. Ihr zionistisch-sozialistisches Engagement faengt in zionistischen Debattierclubs in Russland, der Ukraine, Litauen und Weissrussland an und laesst sie im Laufe ihres eigenen Lebens ihre Utopien leben und jenseits ihrer kuehnsten Traeume verwirklichen. Es ist eine in der Siedlungs- und Voelkerwanderungsgeschichte der Menschheit einmalige</p>
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<dl id="attachment_810" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt><a href="http://derpartisan.com/?attachment_id=810" rel="attachment wp-att-810"><img title="Felder im Jordantal 2010" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/10/185_6545-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></dt>
<dd>Felder im Jordantal 2010</dd>
</dl>
</div>
<p>Leistung der Kolonialisten im Verlauf einer Generation aus der oeden osmanischen Provinz, die sie vorfanden, einen Wohlfahrtsstaat zu gruenden. Die Pioniere kolonialisierten ausgedoerrte und allem Anschein nach unmoegliche Wuesten- und Bergregionen. Sie organisierten ihre Verteidigung, unterstuetzten die Einwanderung und bemuehten sich bei ihren Glaubensbruedern in aller Welt unermuedlich um Gelder fuer den Ankauf neuer Boeden. Die Einwanderer der zweiten Aliya kamen als junge Idealisten um die Erloesung der Juden und die Befreiung des Proletariats zu verwirklichen.</p>
<p>Einer ihrer wichtigsten Vordenker war Moses Hess, einer der ersten deutschen Sozialisten und zeitweiliger Mitstreiter von Karl Marx. Hess war auch Zionist und forderte 1862 in seiner Schrift „Rom und Jerusalem“ die Besinnung auf die juedische Nationalitaet und die Errichtung eines juedisch sozialistischen Gemeinwesens in Palaestina . Bei Hess fusionieren erstmals die Ideen des moralischen Sozialismus und des aufgeklaerten Nationalismus.<br />
Leo Pinsker, Arzt aus Odessa, hat in den fruehen 1880er Jahren die Pogrome im Zarenreich erlebt und als Reaktion darauf das Buch Auto-Emanzipation verfasst. Das Buch erschien auf Deutsch in Berlin, da Pinsker vielleicht irrtuemlich angenommen hatte, dass die leidenden Juden im Zarenreich nicht bereit fuer seine Sichtweisen waeren. Tatsaechlich entstand aber 1882 in Charkov die erste zionistischen Gruppe, die Keimzelle der ersten zionistischen Organisation Chibat Zion sein sollte, die Kolonien in Palaestina erichtete. Waehrend die fruehen zionistischen Organisationen, wie Chibat Zion, von Pinsker beeinflusst waren, blieb er im deutschsprachigen Raum mehr oder minder unbemerkt.</p>
<p>Die meisten Einwanderer der ersten Aliya, die von den ersten zionistischen Organisationen fuer die Kolonisation gewonnen <a href="http://derpartisan.com/?attachment_id=811" rel="attachment wp-att-811"><img class="alignleft" title="zur Shul" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/10/100_1094.jpg" alt="" width="300" height="236" /></a>werden konnten, waren Fluechtlinge, die in Familienverbaenden kamen. Sie hatten ihre liebe Mueh mit den unwirtlichen Bedingungen und das Kolonisationsprojekt der ersten zionistischen Organisationen konnte letztlich nur durch den philanthropischen Einsatz von Edmond de Rothschild aufrecht erhalten werden. Die sozialistische Indoktrination reifte derweil im revolutionaeren Russland, um dann ab 04 mit der zweiten Einwanderungswelle den Charakter des Siedlungswerkes zu bestimmen.</p>
<p>Zur politischen Kraft wurde der Zionismus mit dem ersten zionistischen Weltkongress 1897 in Basel unter dem Vorsitz von Theodor Herzl. Die zionistische Weltorganisation, die aus dem Kongress hervorging machte sich die Gruendung einer “oeffentlich-rechtlich gesicherten Heimstaette” zum Ziel. Herzl brachte die Judenfrage auf die internationale Agenda. Er sucht eine politische statt einer philanthropischen Loesung. Mit den Mitteln der Diplomatie und der oeffentlichen Propaganda sollte das nationale Projekt auf den Weg gebracht werden.<br />
Nach dem ersten zionistischen Weltkongress in Basel schrieb Herzl in sein Tagebuch, dass er den Judenstaat gegruendet hat.<br />
Herzl wurde 1860 in Budapest geboren und zog mit seiner Familie 18 Jahre spaeter nach Wien, wo er Schriftsteller, Journalist und Lebemann wurde. Schockiert vom europaeischen Antisemitismus veroeffentlichte er 1896 seine Schrift Der Judenstaat, in der er darlegt, dass die Judenfrage mit einem souveraenen juedischen Staat geloest werden muesse. Der Judenstaat, den der Visionaer vor Augen hatte, war ein aufgeklaerter Sozialstaat.<br />
Als Sprache uebrigens favorisierte Herzl Deutsch oder Englisch. Vielleicht auch Franzoesisch, nicht aber Hebraeisch. Es sollte nicht die einzige Differenz zwischen ihm und dem Lager der russischen Zionisten bleiben.</p>
<p>Eine der herausragenden Persoenlichkeiten der russischen Zionisten war Menachem Ussishkin, der ueberzeugt war, einen juedischen Staat durch praktische Siedlungstaetigkeit zu erreichen. Fuer Ussishkin gehoerte die Wiederbelebung der hebraeischen Sprache zum Kern des Zionismus.</p>
<p>Waehrend er die Kolonisation des Landes inspirierte, verfolgte Herzl selbst einen streng diplomatischen Zionismus. Er bemuehte sich bei der Hohen Pforte um eine “Charter” zur Ansiedlung von Juden in Palaestina und wandte sich auch vertrauensvoll an den deutschen Kaiser als wichtigsten Verbuendeten der Osmanen. Herzl hoffte den Antisemitismus in Deutschland fuer die Anerkennung einer Heimstaette fuer die Juden fruchtbar machen zu koennen. Allerdings scheiterte sein diplomatisches Bemuehen. Als sich Herzl mit seinem Anliegen dann an die Briten wandte, machten diese ihm den Vorschlag, die Heimstaette in Uganda zu errichten. Als er beim Kongress 03 eine Pruefung dieser Option verlangte, brachte er die russischen Delegierten endgueltig gegen sich auf. Ohne auf politischem Weg irgendetwas erreicht zu haben starb Herzl 04.</p>
<p>Er hinterlies der zionistischen Bewegung das Motto “Wenn ihr wollt, ist es kein Maerchen”.</p>
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<dl id="attachment_809" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt><a href="http://derpartisan.com/?attachment_id=809" rel="attachment wp-att-809"><img title="HaPoel Ha Ivri" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/10/185_8626-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></dt>
<dd>Der Hebraeische Arbeiter</dd>
</dl>
</div>
<p> Die legendaere zweite Aliya war massgeblich von Herzl inspiriert. Die jungen osteuropaeischen Einwanderer, die ohne abgeschlossene Bildung und ohne Kapital nach Palaestina uebersetzten waren aber nicht bereit, die Zusage der Tuerken oder sonst einer Grossmacht abzuwarten. Sie verstanden sich als Avantgarde, die auf dem Boden des ersehnten Landes die Befreiung der Juden einleiten wuerde. Die Differenzen zwischen der praktischen Ansiedlung und dem diplomatischen Ansatz fuehrten zu grossen Spannungen.<br />
Die Zionistische Weltorganisation wurde unter dem Vorsitz von Herzl in Palaestina nicht aktiv. Die Pioniere hatten indes im Sinn, durch konstruktive Arbeit Tatsachen von Bestand zu schaffen.<br />
Die Spannungen zwischen dem praktischen Hinwirken und den politischen Bemuehungen um die Gruendung eines juedischen Staates waren Spannungen zwischen den osteuropaeischen Kolonialisten und den Anhaengern Herzls, die hauptsaechlich aus dem deutschsprachigen Raum kamen. Sie wurden 1907 aufgehoben, als Chaim Weizmann die beiden Ansaetze in einer historischen Rede zum synthetischen Zionismus verschmolz. Weizmann befuerwortete das Gebot der Siedlungsarbeit schon zu Zeiten als Herzl noch eine Charter mit den Tuerken aushandeln wollte. Er unterstrich die Bedeutung der Pionierarbeit in der Landwirtschaft und erkannte aber auch, dass die politischen Bemuehungen unerlaesslich sind. Mit der Zeit wurden aber die Weggefaehrten Herzls verdraengt. Einer von ihnen war der in Stuttgart geborene Max Bodenheimer, der Herzl zu Verhandlungen mit dem tuerkischen Sultan in Konstantinopel und zu Verhandlungen mit dem deutschen Kaiser waehrend eines Besuches in Jerusalem begleitet hat. Bodenheimer war einer der Mit-Iniatoren und ab 07 Vorsitzender des juedischen Nationalfonds JNF-KKL. Wobei die Idee zu diesem Fonds wiederum auf Moshe Leib Lilienblum, einen fruehen Zionisten aus Litauen zurueckgeht. Hermann Zvi Shapira, ein Gruendungsmitglied der Chibat Zion in Odessa, unterbreitete dem ersten Zionistischen Weltkongress den Vorschlag, einen juedischen Fonds fuer den Landankauf in Palaestina einzurichten.</p>
<p>Nach Annahme der synthetischen Zionismus eroeffnete die Zionistische Weltorganisation noch 07 eine Vertretung in Palaestina , mit deren Leitung der deutsche Sozialwissenschaftler Arthur Ruppin beauftragt wurde.<br />
Als Leiter des Palaestina-Bueros koordinierte Arthur Ruppin die Verwendung der Gelder des Juedischen Nationalfonds JNF-KKL.</p>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_808" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt><a href="http://derpartisan.com/?attachment_id=808" rel="attachment wp-att-808"><img title="Hof der Pioniere in Degania Alef" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/10/185_8884-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></dt>
<dd>Hof der Pioniere in Degania Alef</dd>
</dl>
</div>
<p> Die Gruendung des ersten Kibbuz Degania Alef 09 wurde von Arthur Ruppin initiiert. Der Sozialwissenschaftler Ruppin engagierte sich in der Entwicklung neuer Formen des Zusammenlebens und unterstuetzte die ersten Farmen, auf denen diese neuen Formen eingeuebt wurden. Er unterstuetzte als Leiter des Palaestina-Bueros 21 die Gruendung des ersten Arbeitermoshavs Nahalal. Ruppin wirkte er massgeblich an der Umwandlung der Siedlungspraemissen hin zu Kollektiv- und Genossenschaftssiedlungen mit.<br />
Als Vertreter eines demokratischen Zionismus setzte er sich ferner auch fuer die Gewaehrung von Krediten aus den Mitteln des JNF-KKL fuer die Gruendung der Stadt Tel Aviv ein und ist so einer der Gruendungsvaeter der ersten hebraeischen Stadt, die 09 entstand.<br />
Mit dem ersten Weltkrieg fand die zweite Aliya ein ploetzliches Ende. Nach dem Krieg setzte die dritte Aliya ein, die in vielfacher Hinsicht an die zweite Aliya anknuepfte und erneut viele junge Zionisten aus Osteuropa ins Land brachte.<br />
Unter dem Vorsitz von Chaim Weizmann setzte die zionistsiche Weltorganisation ab 21 ihre Prioritaeten auf die Erweiterung der Landwirtschaft im Yishuv und dem Aufbau der Kollektivsiedlungen. In den 20er und 30er Jahren fuellten sich die blauen Sammelbuechsen des JNF-KKL, und der Fonds errichtete viele Kibbuze, besiedelte die Wueste und erschloss das obere Galilaea. Ehemalige Vertraute Herzls, wie Max Bodenheimer verlassen ihre Posten. Nach der Uebersiedlung nach Jerusalem wird Ussishkin ab 22 Vorsitzender des JNF-KKL.<br />
Unter dem Eindruck der bolschewistischen Revolution gruendeten die juedischen Pioniere den Arbeiterverband Histadruth, der die Institutionen fuer die Umsetzung ihrer eigenen sozialistisch zionistischen Vision schaffen sollte. Einer der Gruendungsvaeter war der Arbeiterfuehrer Ben Gurion, der zum ersten Vorsitzenden der Histadruth wurde. Die Histadruth war Wegbereiterin eines eigenstaendigen sozialen Sektors und schuf tatsaechlich die Infrastruktur, auf der Israel schliesslich gegruendet wurde. Die Histadruth etablierte eigene Unternehmen, engagierte sich in der Kultur, dominierte die juedischen Medien und zementierte damit die Vormacht des sozialistischen Lagers, in dem Zionismus mit Klassenkampf verschmolzen.</p>
<p>Entsprechend der Institutionalisierung der juedischen Kolonisation in Palaestina brachten die 20er Jahre auch einen aesthetischen Wandel. Massgeblichen Anteil daran hatten Zionisten aus dem deutschsprachigen Raum, die mit den Einwanderern der dritten Aliya ins Land kamen und deren zionistisch-sozialistische Ueberzeugungen teilten. Sie hatten das Anliegen, den Utopien in Bauformen Ausdruck zu verleihen.<br />
Eine Reihe deutsch-juedischer Architekten, die in den 20er Jahren nach Palaestina ausgewandert sind, haben massgeblichen Anteil an der Einfuehrung einer rationalen und modernen Formensprache, die den juedisch nationalen Ausdruck in der Architektur, wie er noch von Baerwald vertreten wurde, verdraengt. Hervorzuheben ist Richard Kauffmann, fuer den die Kuppeln und Boegen, die fuer Baerwald typisch waren, keine Rolle mehr spielen. Seine zionistische Ueberzeugung drueckt Kaufmann in sachlicher Gliederung und klaren Formen aus.<br />
Die bauliche Umsetzung des ersten Arbeitermoshav Nahal 21 war das erste Projekt von Richard Kauffmann als Siedlungsplaner. Das spektakulaere Oval auf einem Huegel war der Beginn der Siedlungsplanung in Palaestina und des Weiteren der Auftakt zu einer unvergleichlichen Karriere, in der Kauffmann hunderte Architektur-, Siedlungs- und Stadtplanungprojekte realisieren sollte.</p>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_807" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt><a href="http://derpartisan.com/?attachment_id=807" rel="attachment wp-att-807"><img title="Bauhaus von R. Kaufman in der Pinsker Str. in TA" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/10/185_4234-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></dt>
<dd>Gebaeude von R. Kaufman in der Pinsker Str. in TA</dd>
</dl>
</div>
<p> Kauffmann war oft Gast im Haus von Lillit P. und ihrem Mann. Der bedeutende Architekt, Siedlungs- und Stadtplaner kam 20 in Palaestina an und wurde Leiter der Zentralstelle fuer Zionistische Besiedlungsangelegenheiten am Palaestinaamt der zionistischen Weltorganisation, das von Arthur Ruppin geleitet wurde. Lillit P. und ihr Mann kamen 33 nach Palaestina, nachdem Hannan P. von einem Architekturbuero in Tel Aviv angefragt wurde.<br />
Als ueberzeugte Zionisten waren Lillit P. und ihr Mann schon frueh mit jenen Baumeistern bekannt und befreundet, die schon in den 20er Jahren nach Palaestina gekommen waren, um die im Zionismus angestrebte neue und bessere Form des Zusammenlebens in einem neuen Baustil umzusetzen. Sie waren aus Deutschland, Oesterreich, Galizien und Osteuropa und haben in Deutschland und Wien studiert. Sie haben einen modernen Architekturstil nach Palaestina gebracht, der zum Ausdruck des Neubeginns taugte, den gerade die Pioniere der zweiten und dritten Aliya vor Augen hatten. Eine Reihe von Architekten hat am Bauhaus in Dessau studiert. Der legendaere Architekt Arieh Sharon erhielt das Diplom Nummer 6 der Architekturschule und war in seinem Schaffen sehr vom zweiten Direktor des Bauhaus, Hans Mayer, beeinflusst, in dessen Buero Sharon einige Zeit lang gearbeitet hat.</p>
<p>Lotte Cohn war ueberzeugte Zionistin, als sie 21 nach Palaestina einwanderte und Assistentin von Richard Kauffmann wurde und in seinem Buero an der Planung von Kibbuzen und Moshavs mitwirkte. Nachdem sie 31 als selbststaendige Architektin angefangen hat, kuemmerte sie sich ab dem Einsetzen der fuenften Aliya um die Anliegen der Fluechtlingen, deren Umstaende rationale Wohnloesungen forderten. Nachdem sie in den 20er Jahren noch die von Baerwald inspirierte Suche nach einem juedisch-nationalen Stil in ihren Arbeiten findet, wendet sie sich in den 30er Jahren der bedingungslosen Moderne zu. Sie wirkte massgeblich an der Schaffung von Mittelstandssiedlungen fuer die deutsch-juedischen Einwanderer, die ab 33 ins Land kamen.</p>
<p>Mit der fuenften Aliya kamen zu den Baumeistern der Pioniergeneration ca. weitere 100 Architekten nach Eretz Israel, die mit dem modernen internationalen Stil vertraut waren. Besonders in Tel Aviv sind viele ihrer architektonisch umgesetzten Vorstellungen des Neuanfangs noch erhalten. “Die weisse Stadt” besteht aus dem groessten Ensemble von Haeusern, die im internationalen Stil erbaut wurden.</p>
<p>Neben der Architektur sind die Spuren deutschsprachiger Juden auch in der Bildung und Forschung klar sichtbar. Albert Einstein engagierte sich als Fundraiser fuer die Hebraeische Universitaet in Jerusalem. Zur Einweihung 23 hielt er zur Einweihung der Lehranstalt einen wissenschaftlichen Vortrag. Der Gruendunsvater der Hebraeischen Universitaet, Chaim Weizmann, engagierte sich fuer die gefluechteten deutschen Wissenschaftler und bemuehte sich darum, sie in den Lehrbetrieb der Hebraeischen Universitaet zu integrieren. Der Vorschlag eine hebraeische Universitaet zu gruenden, wurde auf dem ersten Zionistischen Weltkongress von Hermann Zvi Shapira eingebracht. Unterstuetzt wurde der Bau der Universitaet, wie auch des Technions in Haifa, durch Landankauf durch den JNF-KKL.</p>
<p>Yehuda Z. hat an der Hebraeischen Universitaet Jura studiert und im Zuge seines Studiums Vortraege von Pinkhas Rosen gehoert. Pinkhas Rosen ist einer der Gruendungsvaeter des juedischen Staates. Als Gruender und Vorsitzender der Neuen Aliyah Partei war er einer der Unterzeichner der Unabhaengigkeitserklaerung 48.</p>
<p>Der in Berliner als Felix Rosenblueth geborene Rosen ist 26 nach Palaestina eingewandert und arbeitete dort zunaechst als Treuhaender der Baugenossenschaft Solel Boneh. Nach Staatsgruendung stand er den Progressiven vor, einem liberalen Parteienbuendnis, das nach der ersten Wahl mit Mapai koalierte. Rosen wurde erster Justizminister des juedischen Staates. Ueberproportional viele meiner Bewohnerinnen und Bewohner haben mir anvertraut, die Progressiven gewaehlt zu haben. Rosen gehoerte bis 68 ununterbrochen der Knesset an und wurde mehrere Male zum Justizminister ernannt. Rosen setzte sich waehrend seiner Amtszeiten als Minister fuer die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der Bundesrepubik und fuer die Wiedergutmachungszahlungen ein.</p>
<p>Pinkhas Rosen gruendete 1932 die Vereinigung der Einwanderer aus Deutschland, aus der dann die Vereinigung der Auswanderer aus Mitteleuropa wurde. Die Vereinigung ist Traegerin des Elternheims, in dem ich arbeite. Das Heim ist nach Pinkhas Rosen benannt.</p>
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		<title>Israel &#8211; pt. 4(2)/24 &#124;&#124; Von Berlin und Transsilvanien nach Jerusalem</title>
		<link>http://derpartisan.com/2011/08/05/israel-pt-4224-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Aug 2011 17:24:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Israel fuer Deutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiungskrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Erde entwickelt sich noch! Der glaenzende Himmel wird langsam blasser ueber rauchenden Grenzen. Tief betruebt, aber immer noch am Leben, ist ein Volk bereit Das Wunder zu begruessen. Vorbereitet, warten sie unter dem Mond, Eingehuellt in furchterregende Freude, vor &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2011/08/05/israel-pt-4224-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Erde entwickelt sich noch!<br />
Der glaenzende Himmel wird langsam blasser<br />
ueber rauchenden Grenzen.<br />
Tief betruebt, aber immer noch am Leben, ist ein Volk bereit<br />
Das Wunder zu begruessen. </em></p>
<p><em>Vorbereitet, warten sie unter dem Mond,<br />
Eingehuellt in furchterregende Freude, vor dem Licht.<br />
&#8211; dann, bald,<br />
Ein Maedchen und ein Junge treten heraus,<br />
Und gehen langsam vor die wartende Nation;</em><br />
<span id="more-767"></span><br />
In Arbeitskleidung und schweren Schuhen<br />
Klettern sie<br />
In Stille.<br />
Sie tragen noch das<br />
Gewand der Schlacht, den Schmutz<br />
Des schmerzenden Tages und der feuererfuellten Nacht</p>
<p>Ungewaschen, erschoepft bis zum Tod, Ruhe nicht kennend,<br />
Tragen sie ihre Jugend wie Tautropfen im Haar,<br />
&#8211; still kommen die beiden naeher<br />
und stehen.<br />
Gehoeren sie zu den Lebenden oder den Toten?</p>
<p>Durch staunende Traenen starrt das Volk.<br />
„Wer seid ihr, ihr stillen zwei?&#8221;<br />
Und sie antworten: „ Wir sind das Silbertablett<br />
Auf dem euch der juedische Staat serviert wurde.&#8221;<br />
</em><br />
<span style="font-family: Verdana, sans-serif;">(Nathan Altermann “Das Silbertablett)</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Aus der Nachshon Brigade entstand Har&#8217;El, eine von drei Palmach Elitebrigaden in der neu gebildeten israelische Armee. Ihr 5. Battalion “Sha&#8217;ar Hagay” bestand aus Einheiten von Palmach Rekruten, die, wie Dov D., bis zum Fruehjahr 48 in verschiedenen Kibbuzen militaerisch trainiert wurden.</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die erste Operation des Battalions, an die sich Dov D. im Detail, nicht im Ganzen, sehr gut erinnert, war die geruehmte Eroberung von Sha&#8217;ar Hagay , hebr. fuer Bab El Wad unter dem Kommando von Yitzhak Rabin. Bei der Militaeroperation konnte die Strasse nach Jerusalem mit Ausnahme des Streckenabschitts, der an Latrun vorbeifuehrt, freigekaempft werden. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Nach Verkuendung der israelischen Unabhaengigkeit und dem Eintritt der arabischen Armeen in den Krieg bekamen die Juden hinsichtlich der Belagerung von Jerusalem ein Problem, das weit groesser war als die lokalen Milizen und Paramilitaers. 39 begann der britische General Glubb in Transjordanien die Arabische Legion zu formen. Die Arabische Legion stellte die schwierigste Herausforderung fuer den Befreiungskampf der neu formierten juedischen Streitkraefte. Viele strategisch bedeutende Stellungen fuer die Kontrolle der Strasse nach Jerusalem fielen nach Abzug der Briten an die Arabische Legion. </span></p>
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<div id="attachment_777" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/08/05/israel-pt-4224-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/latrun/" rel="attachment wp-att-777"><img class="size-medium wp-image-777" title="Polizeistation von Latrun 2011" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/08/latrun-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Polizeistation von Latrun 2011</p></div>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die arabische Legion hielt Lod und Ramle in der Ebene und mehrere Stellungen in den Huegeln um Jerusalem. Die wichtigste dieser Stellungen war Latrun, ein Komplex aus einer Ansiedlung, einem Traptistenkloster und einer Polizeistation, die von den Briten gebaut und befestigt wurde, um die Strasse nach Jerusalem zu kontrollieren. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Mit Latrun in den Haenden der arabischen Legion war Jerusalem von der Versorgung abgeschnitten. In der Stadt selbst legte die Arabische Legion den juedischen Teil der Stadt unter Dauerbeschuss und drueckte auf eine Eroberung der Altstadt. Stellungen rund um die Stadt wechselten mehrmals zwischen den israelischen Streitkraeften und der Legion. Unter der intensiven Belagerung und dem Dauerbeschuss wurde der juedischen Bevoelkerung viel abverlangt. Die Altstadt fiel. Die Juden in Jerusalem waren akut vom Aushungern bedroht.</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Anstrengungen, die Stadt zu halten, raeumte Ben Gurion Prioritaet ein. Obwohl die Kibbuze dem sozialistisch zionistischen Establishment als Keimzellen des Arbeiterstaates galten, bezog sich die Sehnsucht nach einer juedischen Heimstaette immer auf Jerusalem. Wuerde Jerusalem fallen, so befuerchtete Ben Gurion, waere der Krieg verloren. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Doch der Durchbruch der Blockade am Abschnitt Latrun scheiterte mit bitteren Verlusten. Bin Nun Alef und Bin Nun Beth stehen fuer zwei gescheiterte Versuche den strategisch bedeutenden Komplex aus Dorf, Kloster und Polizeistation einzunehmen. Bei Bin Nun Alef sind im Zuge des Angriffs 52 und bei den Rueckzugsgefechten weitere 22 juedische Soldaten gestorben. Die Brigade, die mit der Operation betraut war, bestand zu einem sehr grossen Teil aus Neueinwanderern, d. h. militaerisch unerfahrenen</span></p>
<div id="attachment_778" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/08/05/israel-pt-4224-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/latrun-dorf/" rel="attachment wp-att-778"><img class="size-medium wp-image-778" title="Latrun Siedlungshuegel 2011" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/08/latrun-dorf-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Latrun Siedlungshuegel 2011</p></div>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Holocaustueberlebenden. Um die Belagerung Jerusalems doch zu durchbrechen, wurde die Front neu strukturiert und unter das Oberkommando von David Marcus gestellt, einem amerikanischen Oberst, der waehrend des Unabhaengigkeitskrieges von Ben Gurion als Mahal-Freiwilliger angeworben wurde. Die gleiche Brigade, die bei der Operation Bin Nun Alef gekaempft hatte, wurde ein paar Tage spaeter auch bei Bin Nun Beth eingesetzt. Latrun konnte wieder nicht eingenommen werden und die juedischen Angreifer hatten erneut hohe Verluste zu beklagen.</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Das wiederholte Scheitern an Latrun ist eine der herausragenden Fehlleistungen der frisch gebackenen israelischen Armee und sollte nicht die letzte dort sein.</span></p>
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<div id="attachment_779" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/08/05/israel-pt-4224-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/latrun-polizeistation-und-siedlungshuegel/" rel="attachment wp-att-779"><img class="size-medium wp-image-779" title="Latrun (Polizeistation und Siedlungshuegel) - strategische Bedeutung " src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/08/latrun-polizeistation-und-siedlungshuegel-300x216.jpg" alt="" width="300" height="216" /></a><p class="wp-caption-text">Latrun (Polizeistation und Siedlungshuegel) - strategische Bedeutung</p></div>
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<div id="attachment_780" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/08/05/israel-pt-4224-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/latrun-dorf-blick-ins-tal/" rel="attachment wp-att-780"><img class="size-medium wp-image-780" title="Latrun - Blick ins Tal" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/08/latrun-dorf-blick-ins-tal-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Latrun - Blick ins Tal</p></div>
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<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Situation in Jerusalem war indes nicht dazu angetan, Optimismus zu verbreiten. Ahron G. war Kommandant der Hagana bei der Einnahme des russischen Gelaendes, dass zu Mandatszeiten ein wichtiger britischer Militaerposten war. Die Eroberung war eine gemeinsame Militaeroperation am der Hagana, des Etzel und Lehi am ersten Tag des Befreiungskrieges. Das russische Gelaende war nach der Einnahme durch die juedischen Militaers staendiges Ziel arabischer Granaten. Ahron G. wurde waehrend des Krieges mit der Bewaffnung der juedischen Truppen in Jerusalem beauftragt. Sein direkter Vorgesetzter war der Distriktkomandant fuer Jerusalem, David Shaltiel. Eines Nachmittags, so erinnert er sich, sei unweit von ihm ein Geschoss eingeschlagen. Viele seiner Freunde seien in Jerusalem gefallen, sagt er, und alle Vorraete der Stadt seien zur Neige gegangen. Er selbst habe aber immer geglaubt, dass die Geschichte ein gutes Ende nehmen wuerde. Er sei von Natur aus Optimist, wie er sagt. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Henni R. ist mit ihrem Mann noch waehrend des britischen Mandats nach Jerusalem in den Stadtteil Kiriat Shmuel gezogen. Waehrend der kraft- und nervenzehenden Belagerung hatte sie eine kleine Tochter zu versorgen. Ihr habe ihre ganze Besorgnis gegolten, sagt Henni R. Es habe in der Zeit an allem gefehlt und sie haetten nicht genuegend zu essen gehabt, erinnert sie sich. Ihr Mann, der bei der Hagana gewesen sei, habe manchmal etwas von seiner Verpflegung nach Hause gebracht. Und dann, so sagt sie, sei da der andauernde Beschuss der Stadt gewesen. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Der Durchbruch der Belagerung gelang schliesslich mit der Burma Road, einem alternativen Versorgungsweg durch einen schmalen Korridor, der von den Israelis im Zuge des gescheiterten Angriffes auf Latrun besetzt wurde. Der Trampelpfad wurde fuer Versorgungskonvois wegbar gemacht und brachte die Wende fuer das belagerte Jerusalem. Dov D. war am Bau der Strasse beteiligt. Dort hat er einen Freund verloren. Er erinnert sich an die Anstrengungen und wie jeder alles gegeben habe, um den Versorgungsweg abseits von Latrun fertig zu bekommen.</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Zeiten seien sehr hart gewesen, sagt Dov D. Aber fuegt an, dass sie auch grossartig gewesen seien. Die Burma Road wurde kurz vor dem ersten Waffenstillstand fertig und wr anfangs nur unter dem Einsatz von Maultieren an einer besonders steilen Stelle nutzbar. Die Gueter mussten so mehrmals umgeladen werden, bis sie endlich nach Jerusalem gelangten. Der Durchbruch markiert aber den Wendepunkt im Kampf um die Stadt. Der Architekt des Erfolges, General Marcus konnte diesen nicht mehr auskosten. Bei einer abschliessenden Truppeninspektion wurde der Brigadegeneral, der kein Wort Hebraeisch sprach, aufgrund eines daraus resultierenden Missverstaendnis erschossen. Er war der letzte Tote vor der Waffenruhe. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Ueber die Burma Strasse wurde es moeglich, die Stadt mit Lebensmitteln zu versorgen und die juedischen Stellungen mit Waffen.  </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Waehrend der Kampfpause wurden die in den Kriegswirren gegruendeten Streitkraefte aufgestockt, trainiert und aufgeruestet. Die Israelis waren den fertigen arabischen Armeen in der Anfangsphase numerisch und kriegstechnisch weit unterlegen. Hinsichtlich schwerer Waffen musste der Rueckstand mit den Ankaeufen und Lieferungen aus dem Ausland erst geschlossen werden. Und wie die Waffen eintrafen, mussten die eigenen Leute in deren Bedinung eingewiesen werden. Der frisch gebackene juedische Staat hatte im Monat bis zum ersten Waffenstillstand viele Verluste zu beklagen. Auch befanden sich eine Reihe von Siedlungen und die Altstadt von Jerusalem in den Haenden der Araber. Den israelischen Streitkraeften mangelte es an Allem, von Soldaten, Waffen und Erfahrung ueber Strukturen bis zu Disziplin. Es fehlte in manchen Einheiten nicht nur an Gewehren, sondern auch an Uniformen, so dass an manchen Orten in Pyjamas fuer die Existenz gekaepft wurde. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Arie K. war nach dem ersten Waffenstillstand bei der Operation Danny dabei, die der Oeffnung des Korridors nach Jerusalem galt. Die Operation sah die Einnahme der Staedte Lod und Ramle an der Strasse von Tel Aviv nach Jerusalem und im weiteren Verlauf die Eroberung von Latrun vor. Waehrend der zehntaegigen Kampfhandlungen gelang den israelischen Streitkraeften zumindest die Eroberung von Lod und Ramle aus den Haenden der Legion. Arie K., dessen Kompanie unter dem Befehl von Moshe Dayan gekaempft hat, erinnert sich an Lod, wo er in einem einem Kirchturm versteckte arabische Kaempfer vermutet habe und mit einem Schuss eine Horde Fledermaeuse aufgeschreckt haette. Ueber die Staedte Lod und Ramle hinaus gelang den Israelis auch die Eroberung des Flughafens von Lod. Die Panzerbrigade, die bei der Operation Danny eingesetzt wurde, spiegelt die Geschichte des Befreiungskampfes ein Stueck weit wieder. Am Flughafen wurden zwei Cromwell Panzer eingesetzt, die aus den Bestaenden der britischen Armee entwendet wurden und ein Renault R 35, den die Verteidiger von Degania Alef von der syrischen Armee erbeutet hatten. Des Weiteren fanden sich in den Bestaenden der Panzerbrigade zehn franzoesische Hotchkiss Panzer, die waehrend der ersten Waffenruhe ins Land geschmuggelt wurden, ein Marmon Herrington Panzerwagen, den die Verteidiger des Kibbuz Yad Mordechai von der aegyptischen Armee erobert hatten, usw. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Im Verlauf der Operation Danny wurden auch weitere Doerfer nahe der Burma Road genommen. Der Kampf um die Versorgung von Jerusalem hat die Verwundbarkeit der juedischen Bevoelkerung in der Stadt aufgezeigt. Die Erfahrung der Belagerung hat zum Entschluss gefuehrt, einen moeglichst breiten Korridor zwischen der Kueste und Jerusalem zu schaffen. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Eroberung von Latrun gelang, im Gegensatz zu Lod und Ramle, erneut nicht. Moshe G. wurde im Zuge einer Neustrukkturierung waehrend der ersten Phase des Befreiungskrieges mit einem Haufen weiterer Neueinwanderer fuer die Palmach Elitebrigade Har&#8217;El rekrutiert. Er erinnert sich an eine Schlacht um Latrun nach dem ersten Waffenstillstand, bei dem viele juedische Soldaten gestorben sind. Es sei schrecklich gewesen, erinnert er sich. Es war bereits der dritte gescheiterte Versuch Latrun einzunehmen. Trotzdem gab es fuer Moshe G. keinen Zweifel daran, dass dieser Krieg bis zum Ende ausgefochten werden musste. Er war einer von vielen Juden, die mit einer Nummer am Arm in den Kampf fuer den Staat gezogen sind. Er wusste, dass mit dem juedischen Staat nicht weniger als die juedische Existenz auf dem Spiel stand. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Als der Palmach nach dem Befreiungskrieg aufgeloest wurde, zaehlte er 1168 Tote.</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Einnahme von Latrun gelang den Israelis bis zum Ende des Krieges nicht und offenbart die grossen Defizite der neu gegruendeten Armee. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Tragisch wurde der erneute Fehlversuch fuer das Kibbuz Gezer, das bei einem Gegenangriff von den Arabern erobert wurde, wobei Dutzende Verteidiger des Kibbuz gestorben sind.</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Moshe Dayan begab sich nach der Einnahme von Lod mit mehreren Kaempfern in Richtung Sueden. Arie K. fand sich nun an einem anderen Frontabschnitt beim Kampf um die Befreiung von Beer Sheva. Seine Anekdoten aus dem Krieg sind faszinierend. Bei der Fahrt nach Beer Sheva sind nahe des Gazastreifens zwei Frauen in der Nacht aus dem Konvoi gesprungen, um zu den Stellungen zu gelangen, an die sie abkommandiert waren. Nach der Einnahme von Beer Sheva hat er auf dem Markt Gewichte aus byzantischer Zeit gefunden.</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Am Kriegsende war der juedische Staat um einiges groesser als von der UN vorgesehen. Die Altstadt von Jerusalem aber konnte nicht befreit werden. Ein Angriff der israelischen Streitkraefte kurz vor der zweiten Waffenruhe scheiterte. Transjordanien behielt die Kontrolle ueber Ostjerusalem, die Altstadt, Latrun, und alle weiteren Gebiete, die sich jenseits der “Grenzen von 67” befinden. Die viel zitierten Grenzen von 67 sind nichts anderes als die Waffenstillstandslinien von 49. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Der juedische Staat befand sich nach dem Befreiungskrieg jenseits des historischen Kernlandes auf dem Gebiet seiner altertuemlichen Rivalen, dem Siedlungsgebiet der Phoenizier, Philister, Idomenaeer,&#8230; Das Huegelland von Samaria und Judaea und die Altstadt von Jerusalem befanden sich in den Haenden der Jordanier. </span></p>
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<div id="attachment_781" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/08/05/israel-pt-4224-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/altstadt-arabisches-viertel/" rel="attachment wp-att-781"><img class="size-medium wp-image-781" title="Jerusalem Altstadt - arabische Viertel" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/08/altstadt-arabisches-viertel-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Jerusalem Altstadt - arabische Viertel</p></div>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die geteilte Stadt Jerusalem hat in den Jahren nach dem Unabhaengigkeitskrieg viele Tote gefordert. Yehuda Z., der in der hebraeischen Universiaet Jura studiert hat erinnert sich an sein Studentenleben in der geteilten Stadt. Stacheldraht und Graeben hatten den juedischen vom jordanisch besetzten Teil getrennt. Der Zugang zur Altstadt sei den Juden verboten und die Klagemauer unereichbar gewesen. Da die arabische Legion Sheikh Jarrah besetzt hielt, war es den Juden auch unmoeglich auf den Skopusberg zu gelangen. Der Staat Israel war genoetigt einen neuen Campus in Givat Ram zu bauen. Dort wurde Yehuda Z. zum Rechtsgelehrten. Vom Campus aus sei der jordanisch besetzte Teil zu sehen gewesen, sagt er. Taeglich habe er patroullierende Soldaten der Arabischen Legion im Blick gehabt. Und oft haetten Schusswechsel den bruechigen Waffenstllstand zerissen. Auch in Ein Kerem, wo er sich bei einer Familie fuer die Dauer seines Studiums eingemietet habe, seien die Verletzungen des Waffenstllstandes zu hoeren gewesen. Der Stadtteil lag quasi an der Grenze. Auch in Kiriat Shmuel seien die Schusswechsel zu hoeren gewesen, sagt Henni R. </span></p>
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<div id="attachment_782" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/08/05/israel-pt-4224-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/jerusalem-altstadt/" rel="attachment wp-att-782"><img class="size-medium wp-image-782" title="Jerusalem 2011 " src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/08/jerusalem-altstadt-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Jerusalem 2011</p></div>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Altstadt von Jerusalem sollte erst im Sechstage Krieg von den Israelis befreit werden. Die juedische Bevoelkerung der Stadt zaehlte inzwischen 200.000. Die Jordanier griffen an, als der Krieg zwischen Israel und Aegypten bereits im Gang war. Irrtuemlicherweise nahmen die Jordanier an, dass die Aegypter den Israelis hart zugesetzt haetten. Der juedische Teil der Stadt wurde mit Artilleriefeuer belegt. Die Israelis schlugen zurueck und innerhalb von zwei Tagen gelang ihnen die Eroberung aller jordanischer Stellungen. Verteidigungsminister Moshe Dayan ueberqueerte schliesslich die Grenzlinie in den arabischen Teil der Stadt und schaute vom Skopusberg auf die Stadt. Er zog mit seinen Begleitern, dem Brigadegeneral Uzi Narkiss und seinem Generalstabschef Jitzhak Rabin, durch das Loewentor in die Altstadt ein und ging zur Klagemauer. Im Sechstage Krieg war Dov D. in der Reserve von Har&#8217;El. Die Battalione haben die arabischen Stellungen im Korridor nach Jerusalem genommen, die sie im Befreiungskrieg nicht erobern konnten.</span></p>
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<div id="attachment_783" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/08/05/israel-pt-4224-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/185_1807/" rel="attachment wp-att-783"><img class="size-medium wp-image-783" title="Jerusalem Altstadt 2009" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/08/185_1807-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Jerusalem Altstadt 2009</p></div>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Arie K. beschreibt seinen ersten Besuch in Jerusalem, nur wenige Tage nach der Einnahme der Altstadt, als sehr emotional. Er erinnert sich, dass viele viele Juden in die Altstadt gestroemt seien und an den Toren bewaffnete israelische Soldaten gestanden haetten. Die arabischen Haendler in der Altstadt haetten ihre Sortimente auf juedische Symbole umgestellt, wobei ihnen in der Eile wohl einige Fehler unterlaufen seien. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Als ihn ein arabischer Friseur in eine Seitengasse locken wollte, hat er misstrauisch abgelehnt. Ein gutnachbarschaftliches Verhaeltnis zwischen Juden und Arabern hat sich in Jerusalem bis heute nicht eingestellt. </span><br />
<span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Arie K. sieht die Moeglichkeit eines Friedens mit den Nachbarn sehr skeptisch. Wenn er sagt, dass &#8220;die Araber uns Juden nicht hier haben wollen&#8221;, dann schwingt darin sehr viel Erfahrung eines langen Lebens mit. Da ihn seine Einwanderung nach Eretz Israel vor dem Tod gerettet hat, weiss er um die Lebensversicherung, die der juedische Staat fuer Juden bedeutet. Und als Veteran, der einige Male zur Waffe greifen musste, um diesen Staat zu verteidigen, weiss er um die zentrale Bedeutung der israelischen Streitkraefte fuer die Existenz des juedischen Staates. Auf die Gefahr hin, dass ich ihn fuer verrueckt halten wuerde, meint er zu mir, dass er stolz darauf sei, dass sein Enkel ist gerade Major der Luftwaffe geworden sei.</span></p>
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<div id="attachment_784" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/08/05/israel-pt-4224-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/185_3018/" rel="attachment wp-att-784"><img class="size-medium wp-image-784" title="Jerusalem - Blick von Gilo" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/08/185_3018-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Jerusalem - Blick von Gilo</p></div>
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		<title>Israel &#8211; pt. 4(1)/24 &#124;&#124; Von Berlin und Transsilvanien nach Jerusalem</title>
		<link>http://derpartisan.com/2011/07/29/israel-pt-4124-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Jul 2011 19:04:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Israel fuer Deutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiungskrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
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		<description><![CDATA["Ein Staat wird dem Volk nicht einfach auf einem Silbertablett serviert" (Chaim Weizmann)

Noch vor Abzug der Briten zielte die Hagana im Fruehjahr 48 darauf, den Versorgungsweg nach Jerusam freizukaempfen. Dieser wurde von arabischen Milizen belagert, die juedische Konvois nach Jerusalem zu einem Himmelfahrtskommando machten. <a href="http://derpartisan.com/2011/07/29/israel-pt-4124-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>&#8220;Ein Staat wird dem Volk nicht einfach auf einem Silbertablett serviert&#8221; (Chaim Weizmann)</p>
<div id="attachment_746" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/07/29/israel-pt-4124-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/185_8832/" rel="attachment wp-att-746"><img class="size-medium wp-image-746" title="..." src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/07/185_8832-300x225.jpg" alt="aus einer temp. Puppenausstellung im Eretz Museum" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">...</p></div>
<p>Arie K. ist 96 Jahre alt und ich begleite ihn bei Spaziergaengen in den Garten. Im Zuge dieser persoenlichen Betreuung hat der Doktor fuer Archaeologie manche Erinnerung aus seinem langen Leben mit mir geteilt. Er war Leiter der ersten Ausgrabungen in Israel.  Im Verlauf seiner Karriere hat sich Arie K. auf Muenzen spezialisiert. Er war Praesident der israelischen numismatischen Gesellschaft, Dozent an der Bar Ilan Universitaet und Verfasser von Fachbuechern ueber Muenzen. Arie K. war Leiter der Abteilung fuer Muenzen am Israel Museum und Mitbegruender der beruehmten Abteilung fuer Glas. <span id="more-742"></span>Er hat Adenauer bei dessen historischem Besuch in Israel duch das Museum gefuehrt und erzaehlt, dass er sich mit dem Kanzler ueber die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Judentum und Christentum unterhalten haette. Bei den Muenzen hat Arie K. Adenauer einen Geldschein vom deutschen Notgeld gezeigt. Adenauer sagte: “Das kenn ich”.<br />
Arie K. kommt auf unzaehlige Publikationen, ihm wurde ein Ehrenpreis der Gesellschaft fuer internationale Geldgeschichte verliehen und er hat einen italienischen Orden bekommen.</p>
<div id="attachment_744" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/07/29/israel-pt-4124-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/185_8822/" rel="attachment wp-att-744"><img class="size-medium wp-image-744" title="Bar Kochba Muenze" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/07/185_8822-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Bar Kochba Muenze</p></div>
<p>Arie K. hat mir an einem Morgen, als wir einen relativ weiten Spaziergang zur benachbarten Synagoge unternommen haben, von den Muenzen erzaehlt, die waehrend der letzten juedischen Revolte unter Bar Kochba herausgegeben wurden. In die Muenzen sei “heiliges Jerusalem” gepraegt gewesen. Genauer gesagt waren es ueberpraegte Muenzen. Und als ich dann selbst in die Sammlung im Museum gegangen bin, habe ich die Muenzen aus drei Jahren juedischer Herrschaft unter Bar Kochba gesehen. Die Revolte unter Bar Kochba war der zweite Aufstand der Juden gegen Rom. Der erste Aufstand ist in Josephus Flavis “Der juedische Krieg” sehr anschaulich beschrieben. Besonders eindruecklich wird die Schlacht um Jerusalem beschrieben. Die erste Revolte gegen Rom im Randgebiet des antiken Imperiums wurde blutig niedergeschlagen und endete fuer die Juden mit der Zerstoerung des zweiten salomonischen Tempels.</p>
<p>Mehr als zweihundert Jahre vor der ersten Revolte gegen Rom probten juedische Freiheitskaempfer den Aufstand gegen die Griechen. Die Makkabaeer stuerzten die seleukidische Herrschaft und uebernahmen die Macht. Diese verloren sie schliesslich an die Roemer.<br />
Nachdem die Roemer Bar Kochba niedergeschlagen hatten, jagten sie die Juden nicht nur bis in ihre letzten Verstecke, sondern machten sich auch daran, die juedischen Ansprueche auf das Land zu tilgen. Der roemische Kaiser Hadrian benannte Judaea in Palaestina um und verbot den Juden, je nach Jerusalem zurueckkehren zu duerfen. Doch die Stadt blieb den Juden in Erinnerung und Gegenstand ihrer Sehnsucht &#8211; fuer zweitausend Jahre. Es gibt in der Geschichte keine vergleichbare Verbindung zwischen einem Volk und einer Stadt. Arie K. und seine Generation sollten, nach dem Aufstand der Makkabaeer gegen die Griechen und den juedischen Revolutionen gegen Rom, ihren Kampf um die Befreiung von Jerusalem fuehren.</p>
<p>Arie K. stammt aus Berlin, wo er zur Schule gegangen ist. Als an einem Wintertag Schnee in Berlin gefallen ist, war die Aufregung in der Klasse gross. Manches Mal als wir im israelischen Winter im Garten sassen, hat er davon erzaehlt.<br />
Nachdem sein Vater &#8220;Mein Kampf&#8221; gelesen hatte, wurde die Auswanderung nach Palaestina beschlossen. Als Mitglied einer zionistsichen Jugendbewegung war Arie K. auf die neue Heimat vorbereitet. Seinen Eltern fiel die Umstellung dagegen schwer. Mit dem Hebraeischen hatten sie ihre liebe Muehe und sie haben ihr Leben lang Deutsch gesprochen.</p>
<p>Als junger Mann hat Arie K. nach seiner Einwanderung in Schlossereien und Handwerksbetrieben sein erstes Geld verdient und war beim Bau des Hafens von Tel Aviv beschaeftigt. Spaeter hat er fuer eine Verleihwaescherei gearbeitet und mit einem Dreirad Waesche aus den Hotels von Tel Aviv eingesammelt, zur Waescherei gefahren und spaeter sauber ihren Besitzern zurueckgebracht. Die Waescherei gehoerte dem Onkel seiner spaeteren Frau Miriam, die er viele Jahre spaeter heiraten sollte, nachdem Beide ihre jeweils ersten Lebenspartner ueberlebt hatten.</p>
<div id="attachment_745" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/07/29/israel-pt-4124-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/185_9046/" rel="attachment wp-att-745"><img class="size-medium wp-image-745" title="Statue am HaShomer Platz in Tabor" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/07/185_9046-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Statue am HaShomer Platz in Tabor</p></div>
<p>Nachdem er 33 in den Yishuv eingewandert war, ist Arie K. in die Hagana eingetreten.<br />
Die Hagana wurde 20 als paramilitaerische Organisation gegruendet und kam unter die Fuehrung des Arbeiterverbandes Histadrut. Sie trat das Erbe der HaShomer Milizen an, einer sozialistisch zionistische Untergrundorganisation, die 09 zum Schutz der juedischen Siedlungen gegruendet worden war. Arabische Aufstaende in den Jahren 20 und 21 haben aufgezeigt, dass es zur Verteidigung des Yishuv nicht Wachmaenner sondern eine Untergrundarmee braucht. Die Mitglieder des HaShomer wurden in die Hagana eingegliedert. Nach Massakern in Hebron und Sefad 29 wurde die Hagana neu strukturiert. Die Untergrundarmee wurde ausgebaut, trainiert und aufgeruestet und kam unter die paritaeische Kontrolle der verschiedenen politischen Lager des Yishuv. Der Dienst in der Untergrundarmee wurde fuer die Bewohner der juedischen Siedlungen obligatorisch und auch viele Staedter liessen sich rekrutieren. Zur Aufruestung wurden in Kibbutzen und in der Stadt in versteckten Werkstaetten Waffen fuer die Hagana gefertigt. Legendaer sind die Geheimgaenge, die von den Waeschereien der Kibbuze abgingen und durch Waschmaschinen verstellt wurden.</p>
<p>Das legendaerste Ruestungsgut aus den hauseigenen Waffenschmieden war die Davidka. Ein ineffizienter 3 mm Moerser, aus dem ueberproportional grosse Granaten geschossen wurden. Benannt war die Davidka nach David Leibovitz, dem Kopf der geheimen Ruestungsindustrie. Obwohl der Granatwerfer eine sehr geringe Feuerwirkung hatte, war er gefuerchtet, wie keine andere Waffe. Die Davidkas erzeugten einen so unheimlichen Krach, dass die Araber an eine Wunderwaffe in den Haenden der Juden glaubten. Die Einnahme von Safed wird hauptsaechlich diesem Effekt zugeordnet. Allen meinen Kriegsveteranen glaenzen die Augen, wenn ich sie nach der Davidka frage und alle erzaehlen mir von dem ohrenbetaeubenden Knall.</p>
<p>Arie K. wurde in der uneinheitlich ausgestatteten Hagana mit einem aus Italien geschmuggelten Gewehr bewaffnet. Umstaendlich und schwer zu bedienen, wie er sich erinnert. Wenn er erzaehlt, unter welchen Bedingungen die Juden sich vor der Staatsgruendung militaerisch organisiert haben, scheint er manchmal selbst von neuem verwundert. Wenn er von seiner Zeit in der Hagana erzaehlt, dann in kurzen eindringlichen Anekdoten, die klar aufweisen, dass er die Geschehnisse nicht als Beobachter, sondern als Militarist erlebt hat, bei dem sie tiefe Eindruecke hinterlassen haben.<br />
Nicht lange nach seiner Ankunft und dem Antritt seines Paramilitaerdienstes brachen 36 die arabischen Aufstaende aus, die auch von der Hagana bekaempft wurden. Die Briten erlaubten und foerderten den Aufbau einer juedischen Siedlungspoliziei, die von Yitzhak Sadeh gegruendet wurde und sich aus Mitgliedern der Hagana rekrutierte. Der pro-zionistische britische General Orde Wingate etablierte und trainierte gemischte Kommandos aus Siedlungspolizei und britischen Soldaten. Hier wurden den juedischen Kaempfern viele militaerische Faehigkeiten vermittelt.<br />
Das Verhaeltnis zwischen Mandatsmacht und Yishuv blieb trotz den gemeinsamen Bekaempfung der arabischen Aufstaende gespannt. Die Kommandos wurden 38 aufgeloest und Wingate versetzt.</p>
<p>Dov D. kam nach dem zweiten Weltkrieg nach Palaestina und wurde Mitglied des Palmach. Er stammt er aus Siebenbuergen und hat er den Holocaust ueberlebt. Ausser ihm kam seine ganze Famlie in deutschen Vernichtungslagern um.<br />
Dov D. kam nach seiner Einreise in eine Landwirtschaftsschule in Petach Tikva. Er hat sich fuer den Palmach eingeschrieben und kam von der Landwirtschaftsschule zur Rekrutenvorbereitung in den Kibbuz Gezer.<br />
Eine Herausforderung fuer die Hagana bestand darin, Holocaustueberlebende zu Kaempfern zu machen. In verschiedenen Kibbuzen wurden Neueinwanderer in einer verstaerken Anstrengung fuer den erwarteten Krieg gegen die arabischen Nachbarn vorbereitet.</p>
<p>Noch vor Abzug der Briten zielte die Hagana im Fruehjahr 48 darauf, den Versorgungsweg nach Jerusam freizukaempfen. Dieser wurde von arabischen Milizen belagert, die juedische Konvois nach Jerusalem zu einem Himmelfahrtskommando machten. Dov D. hat mir in einem lichten Moment eindruecklich die unmoegliche Situation geschildert, in der sich die Juden befanden, als sie eine Vielzahl von Versorgungstransporten und Begleitfahrzeugen auf dem Weg nach Jerusalem verloren haben. Er war waehrend des Rekrutentrainings auch beim Schutz von Konvois eingesetzt. Im Fruehjahr 48 schnitten arabische Milizen unter der Fuehrung von Al-Quadir Al-Hussein Jerusalem vollstaendig von der Versorgung ab. Dies fuehrte zur ersten offensiv ausgerichteten Militaeroperationen der Hagana, deren Freiwillige bis dahin nur im Verteidigungskampf geuebt waren. Fuer die Operation wurde eine Brigade geformt, die nach dem biblischen Helden Nachshon benannt wurde. Um 1500 Kaempfer fuer die Befreiung des Versorgunsgsweges aufzubieten, mussten von anderen Fronten Kraefte abgezogen werden. Die erforderlichen Waffen fuer die Militaeroperation trafen erst am Vorabend mit dem Schiff Nora ein.<br />
Die Waffenbestaende, die der Hagana zur Verfuegung standen, waren hinsichtlich der Konfrontation mit den arabischen Banden und Milizen und v. a. hinsichtlich der sich bereits abzeichnenden Konfrontation mit den Armeen der benachbarten arabischen Staaten Besorgnis erweckend. Die Hagana besass im Fruehjahr 47 an schwerer Ausruestung gerade einmal ein paar Hundert Zwei-Inch Moerser und ein paar Duzend Drei-Inch Moerser. Es gab keine Kanone, kein schweres Maschinengewehr, keine Panzerabwehrwaffen, keine Flugabwehrgeschuetze,&#8230; Die Anstrengungen, an fehlende Gewehre, Munition und dringend benoetigtes militaerisches Geraet zu kommen, trugen ab dem Fruehjahr 48 erste Fruechte. Gleichzeitig zeigte die Eskalation die Notwendigkeit auf, die Bemuehungen zu intensivieren.</p>
<div id="attachment_747" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/07/29/israel-pt-4124-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/castel1/" rel="attachment wp-att-747"><img class="size-medium wp-image-747" title="Castel 2011" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/07/castel1-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Castel 2011</p></div>
<p>Den Auftakt der Operation Nachshon bildete die Eroberung des Huegels von Castel, benannt nach der roemischen Festung, die dort schon in der Antike zur Kontrolle der Wege nach Jerusalem errichtet wurde. Die Stellung war von besonderer strategischer Bedeutung an der Versorgungsroute. Von hier wurden viele juedische Konvois attakiert. Nachdem die Juden den Huegel eingenommen hatten, wurden sie von den Arabern unter der Fuehrung von Al-Husseini bedraengt und in harte Rueckzugsgefechte verwickelt. Verstaerkt durch Hagana und Palmach Einheiten gelang eine zwischenzeitliche Festigung der juedischen Stellung. Unter dem Druck der Araber zogen sich die Juden dann aber doch vom Huegel zurueck.</p>
<div id="attachment_748" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="http://derpartisan.com/2011/07/29/israel-pt-4124-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/castel2/" rel="attachment wp-att-748"><img class="size-medium wp-image-748" title="Schuetzengraeben in Castel 2011" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/07/castel2-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Schuetzengraeben in Castel 2011</p></div>
<p>Arie K. war bei den Kaempfen um Castel dabei, wo die Araber gut gekaempft haetten und “wir aber auch gut gekaempft haben”, wie er sagt. Tagelang sei ein erbitterter Stellungskrieg gefuehrt worden. Als der Anfuehrer der Araber, Al-Quadir Al-Husseini, schliesslich toedlich getroffen worden waere, seien die Araber dann panisch geflohen. “Ploetzlich war die Schlacht entschieden” berichtet Arie K. Tatsachlich zogen sich die arabischen Kaempfer zurueck, worauf der Huegel dann letztlich in die Haende der Juden fiel. Nach der Einnahme von Castel wurde schliesslich die Kontrolle ueber den Korridor nach Jerusalem erstritten und dringend gewordenen Konvois der Weg frei gemacht. Dov D. ist mit der Nachson Brigade in den Buergerkrieg zwischen Juden und Arabern im Mandatsgebiet eingetreten. Die gross und offensiv angelegte Militaeroperation war eingentlich fuer die Zeit nach Abzug der Briten geplant und wurde aufgrund der Notlage in Jerusaem vorgezogen. Die britischen Soldaten, die noch zahlreich im Land waren, verhielten sich hinsichtlich des Vorhabens, die Juden in Jerusalem auszuhungern, beschaemend passiv. Fuer Arie K. und Dov D. war die Zeit gekommen, die israelische Unabhaengigkeit mit der Waffe zu erstreiten.<br />
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<div id="attachment_754" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/07/29/israel-pt-4124-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/185_3124/" rel="attachment wp-att-754"><img class="size-medium wp-image-754" title="Jerusalem 2010" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/07/185_3124-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Jerusalem 2010</p></div>
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<p>Arie K. geht mit Hilfe eines Rollators noch zu Fuss. Aber nicht jedes Mal reicht die Tagesform bis in den Garten. Manchmal gehen wir nur “bis Indien”. Damit meint er “das Ende des Ganges” und ich hab ehrlich gesagt einige Zeit gebraucht fuer das Wortspiel. Als der Befreiungskrieg begann, war Arie K. bereits Kommandant einer Einheit, die hauptsachlich aus bulgarischen Einwanderern bestand.<br />
An der Front musste sich Arie K. ohne Rasierschaum rasieren. Ueberzeugt vom Sieg ueber die arabischen Truppen war er nicht. Aber er sagt, dass ihre Motivation fuer den juedischen Staat zu kaempfen nicht zu uebertreffen gewesen waere.</p>
<p>Dov D. hat mit der Nachshom Brigade die Strasse nach Jeruslaem fuer die dringend erwarteten Konvois freigekaempft. Er erinnert sich, wie er am Bab El Wad Ben Gurion aus einem der vorderen Lastwagen steigen sah, der dem letzten Konvoi angehoerte, der nach Jerusalem fuhr. Als die Fahrzeuge sich wieder in Bewegung gesetzt hatten und Teile des Konvois schliesslich das Bab El Wad, das Tor zum Tal, ein Nadeoehr auf dem Weg nach Jerusalem, passiert hatten, kam es zum Blutbad. Dov D., der zum Schutz des Versorgungszuges abgestellt war, erinnert sich ausgesprochen gut, wie der hinterer Teil des Konvois unter arabisches Feuer geriet. Bei dem dramatischen Schusswechsel fielen sechs Freunde von Dov D. Mit dem toedlcihen Hinterhalt fiel das Tor zum Tal wieder in die Haende der Araber, die den Versorgungsweg damit erneut blockiert hatten. Arabische Milizen konzentrierten ihre Kraefte nun an der kniffligen Stelle am Bab El Wad und griffen Fahrzeuge, die nach Jerusalem gelangen wollten ebenfalls aus dem Hinterhalt an. Die Strasse war unpassierbar und der britische Mandatar verhielt sich gleichgueltig.</p>
<p>Ein besonders brutaler Ueberfall auf einen medizinischen Konvoi, der sich auf dem Weg zum Krankenhaus Hadassa auf dem Skopusberg befand, forderte ueber 70 Tote, v. a. Aerzte und Schwestern. Der Skopusberg, auf dem sich auch die hebraeische Universitaet befand, war nur ueber Sheikh Jarrah zu erreichen und nach dem Ueberfall ganz abgeschnitten.</p>
<p>Sheikh Jarrah blieb unter jordanischer Besatzung und konnte erst 67 von den Israelis eingenommen werden.  Jenseits der &#8220;gruenen Linie&#8221; gelegen, wird das Viertel Sheikh Jarrah, wie alle Stadtgebiete Jerusalems, die bis 67 unter jordanischer Besatzung blieben, heute von den Palaestinensern beansprucht.</p>
<div id="attachment_762" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/07/29/israel-pt-4124-von-berlin-und-transsilvanien-nach-jerusalem/185_4620-2/" rel="attachment wp-att-762"><img class="size-medium wp-image-762" title="Sheikh Jarrah 2010" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/07/185_46201-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Sheikh Jarrah 2010</p></div>
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		<title>Israel &#8211; pt. 3(3)/24 &#124;&#124; Von Warschau nach Beer Sheva</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jul 2011 19:02:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Israel fuer Deutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Befreiungskrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
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		<description><![CDATA[&#160; Nachdem er die Briten ueber sein Alter taeuschen konnte und schliesslich von Zypern nach Palaestina gekommen war, fuehrte der Weg von Ephraim P. zum Palmach. Er kam ins Kibbuz Sha&#8217;ar HaGolan, wo er gearbeitet hat und militaerisch ausgebildet wurde. &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2011/07/18/israel-pt-3324-von-warschau-nach-beer-sheva/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Nachdem er die Briten ueber sein Alter taeuschen konnte und schliesslich von Zypern nach Palaestina gekommen war, fuehrte der Weg von Ephraim P. zum Palmach. Er kam ins Kibbuz Sha&#8217;ar HaGolan, wo er gearbeitet hat und militaerisch ausgebildet wurde. Im Fruehjahr 48 eskalierten die arabischen Milizen ihre gewaltsamen Uebergriffe. Die Hagana entschied sich zu ihrer ersten offensiven Militaeroperation. Ziel war es, die von der UN zugesagten Gebiete zu sichern und strategische Punkte zu erobern, die an den Einfallrouten der arabischen Armeen lagen. Die Juden rechneten fest mit dem angekuendigten Ueberfall der arabischen Nachbarn als Reaktion auf die Deklaration eines juedischen Staates.<span id="more-726"></span> Ephraim P. war im unteren Galilaea beim Kampf um das Dorf Zemach eingesetzt. Zemach liegt in der Jordansenke am Suedende des See Genezareth und war eine Haltestelle der Eisenbahn, die zwischen Haifa und Damaskus verkehrte. Nahe Zemach gelang es den juedischen Kaempfern ein Polizeiquartier der Briten einzunehmen.</span></p>
<p> <span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Nach Ablauf des britischen Mandats und der Verkuendung der israelischen Unabhaengigkeit am 14. Mai 1948 griffen fuenf arabische Armeen an, um den juedischen Staat zu vernichten. Im Norden die syrischen, irakischen und libanesischen Streitkraefte, im Sueden die aegyptische Armee und aus Jordanien die arabische Legion, eine von den Briten aufgebaute und ausgeblidete Armee, die von britischen Offizieren kommandiert wurde. Die Gruendung der integrierten israelischen Streitkraefte fand dagegen in den Wirren des Krieges statt. Auch die Bewaffnung der Soldaten und die Ausruestung der Einheiten mit notwenigem militaerischem Geraet, um gegen regulaere Armeen zu bestehen, vollzog sich waehrend der Kampfhandlungen. Die Luftwaffe formierte sich erst waehrend des Krieges. </span></p>
<p> <span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Ephraim P. wurde in den Sueden verlegt und diente waehrend des Unabhaengigkeitskrieges in der Brigade Negev, einer von drei Elitebrigaden, ueber die der Palmach in die israelischen Streitkraefte eingegliedert wurde. Er erinnert sich noch an die Kaempfe in der Wueste und daran, wie der Negev von den vorrueckenden Aegyptern abgeschnitten wurde. Leichte Pipercub Flugzeuge haben Mazzen fuer die Soldaten abgeworfen, die anders nicht mehr versorgt werden konnten. Sein Battalion innerhalb der Brigade hiess “Tiere des Negev”. Es bestand vor allem aus Freiwilligen aus Uebersee. Die Freiwilligen – Mahal – haben mit ihrer militaerischen Erfahrung einen unschaetzbaren Wert fuer die israelischen Streitkraefte gehabt. Im Battailon “Tiere des Negev” haben viele suedafrikanische Juden gekaempft. Doch auch mit den Mahal-Kaempfern waren die juedischen Einheiten an allen Fronten im Grunde hoffnungslos unterlegen. Auch in der Wueste gegen die aegyptische Armee. </span></p>
<p> <span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Aegypter, erinnert sich Ephraim P., seien nicht nur zahlenmaessig ueberlegen gewesen, sondern als richtige Armee auch besser ausgeruestet. Ausserdem haetten sie riesige sudanesische Soeldner in ihren Reihen gehabt. Die eigenen Truppen waren dagegen nicht austrainiert und nur notduerftig bewaffnet. </span></p>
<p> <span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Hagana hatte ihre Waffen aus der einheimischen Ruestungsindustrie, die waehrend der britischen Herrschaft im Untergrund operieren musste.</span></p>
<p> <span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Eli S. ist mit seiner Familie aus Leipzig nach Palaestina gekommen. Waehrend des zweiten Weltkrieges war er wie Ahron G. beim Ingineurscorps R.E.M.E. der britischen Armee. Seit ich das Elternheim kenne, macht Eli S. Freitag Abend den Kiddush fuer die selbststaendigen Bewohnerinnen. Der nette Mann sitzt viel in der Lobby oder im Garten. Manchmal bei einer Partie Scrabble mit einer der Damen und manchmal in ein Kreuzwortraetsel versunken. Er ist hoeflich und zuvorkommend und war bei der Ta&#8217;as, der geheimen Ruestungsindustie der Hagana. Im Herzen von Tel Aviv haetten er und andere Waffenschmiede, von den Englaendern unbemerkt, PIAT Panzerabwehrwaffen gebaut, erzaehlt er. Und weil er sehr gerne erzaehlt fuegt er an, dass sie dafuer Eisenbahnachsen verwendet haetten. Ausserdem waeren in einer Orangenplatage nahe der Stadt, wo er auch eingesetzt war, aus Wasserrohren Moerser gefertigt worden. Die Bauplaene fuer eigene 3&#8221; Moerser haben juedische Ingenieure erstellt, nachdem sie mittels einer List die Moeglichkeit erhielten, sich von englischen Soldaten vor ihren Augen einen Moerser auseinandernehmen zu lassen. In einer weiteren versteckten Staette war Eli S. bei der Herstellung von Sprengstoff beteiligt. Obwohl die Briten mit Nachdruck nach den geheimen Waffenfabriken gefahndet haben und manche hochgingen liessen, blieben die drei, in denen Eli S. taetig war bis zum Schluss unentdeckt. </span></p>
<p> <span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die hauseigene Ruestungsindustie war trotz der geistigen Frische der Ingenieure unzureichend geeignet, die juedischen Truppen fuer den Kampf mit regulaeren arabischen Armeen auszuruesten. Die Bewaffnung der Hagana hing am Waffenschmuggel. Weltweit wurden Waffen gekauft und am britischen Embargo vorbei in allen moeglichen und unmoeglichen Behaeltnissen und Machinen mit doppeltem Boden ins Land geschafft. Die juedischen Streitkraefte wurden erst im Verlauf des Krieges mit brauchbaren Waffen, die im Ausland gekauft und ins Land geschmuggelt wurden, ausgestattet.</span></p>
<p> <span style="font-family: Verdana, sans-serif;">In seinen Erinnerungen schreibt Ben Gurion, dass die geringe Ausruestung der Hagana muehselig und haeufig durch Anwendung wagemutiger List erworben wurde. Die Einfuhr aus dem Ausland erforderte Hingabe und ungewoehnliches Organisationstalent. </span></p>
<p> <span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Ephraim P. hat zu Kriegsbeginn mit einem Gewehr aus dem Depot der Polizeistation in Zemach gekaempft. Mit dem in Kanada produzierten Lee Enfield Gewehr war er fuer die Verhaeltnisse der ersten Kriegstage gut bewaffnet. Weite Teile der Hagana waren mit Revolvern oder Buechsen aus vergangenen Kriegen unterwegs oder gar nicht bewaffnet. Viele Siedlungen mussten tatsachlich mit blossen Haenden und Molotowcocktails gegen regulaere Armeeverbaende der arabischen Aggressoren verteidigt werden. An schweren Waffen hat es ueberall gefehlt. Ephraim P. erzaehlt, dass die Artellerie der Negev Brigade u. a. drei Kanonen umfasst habe, die Napoleon im Land zurueckgelassen haette. Kanonen mit Holzraedern, die nun fuer den Kampf um den juedischen Staat reaktiviert wurden. Obwohl die Aegypter an seiner Front auf dem Vormarsch gewesen waeren und quasi schon vor Tel Aviv gestanden seien, sei die Moral der Juden ungebrochen gewesen. Ephraim P. erzaehlt mir, dass die Israelis keine andere Option gehabt haetten, als den Krieg zu gewinnen und es am Kampf um die Unabhaengigkeit keine Zweifel gegeben haette. </span></p>
<p> <span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Es gab in der Kriegsphase vor dem ersten Waffenstillstand an allen Fronten wundersame Erfolge in einzelnen Schlachten, die trotz des negativen Kriegsverlaufes eine sehr aufbauende Wirkung hatten. Die eigentlich unmoegliche Verteidigung des suedlichsten Kibbutz Negba und das zaehe Standhalten des Kibbuz Yad Mordechai, das die Aegypter lange nicht einnehmen konnten, was ihren Vormarsch auf Tel Aviv bremste. Im Norden wurde eine syrische Panzerkolonne von den Verteidigern des Kibbuz Degania Alef gestoppt. Im zentralen Frontabschnitt gelang es die Belagerung von Jerusalem zu durchbrechen. Mit dem Eintreffen kampftauglicher Flugzeuge gewannen die Israelis die Initiative in der Luft, was die trueben Aussischten aufgehellt hat.</span></p>
<p> <span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Ephraim P. erzaehlt mir vom Angriff auf die Polizeistation Irak Siudan in der Naehe des Kibbuz Negba kurz vor der ersten Waffenruhe. In der Nacht haetten sie sich dem Polizeigebaeude aus Mandatszeiten genaehert, in der die aegyptische Armee einen Stuetzpunkt gehabt haette. Viele sudanesische Soeldner seien in dem Polizeifort gewesen, das mit Stacheldraht und Minen gefestigt worden sei. Zur Annaeherung haetten sich die juedischen Angreifer immer wieder eingraben muessen. Die Einnahme der Station misslang und forderte viele Tote auf Seiten der Israelis.</span></p>
<p> <span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Moshe G aus Siebenbuergen – Ehemann von Tova G. &#8211; fiel waehrend des zweiten Weltkrieges den Nazis in die Haende. Als er noch besser zu Fuss war, ist er zwei Mal die Woche in den hauseigenen Pool gegangen. Einmal hat er mir nach dem Schwimmen seine Nummer auf dem Unterarm gezeigt und mir erklaert, dass diese nicht abgehe, so sehr er sich auch wasche. Er kam als Ausschwitzueberlebender mit Bricha ins Land. Nach seiner Einwanderung konnte er ein Wiedersehen mit seinem Bruder feiern, der noch vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs nach Palaestina gefluechtet war. Wobei das Wiedersehen von der Ermordung des Groessten Teils ihrer Familie und aller nahen Angehoerigen von Moshe G. waehrend des Holocaust ueberschattet war. Zusammen haben sie zu Beginn des Unabhaengigkeitskrieges im Galilaea gekaempft. Moshe G. wurde einer der zahlreichen Holocaustueberlebenden in den Reihen der israelischen Streitkraefte waehrend des Unabhaengigkeitskrieges. Lange hat er nicht an der Seite seines Bruders gekaempft. Seit dem Unabhaengigkeitskrieg faehrt Moshe G. jedes Jahr am Gedenktag fuer die Gefallenen der Kriege ins Galilaea ans Grab seines Bruders. </span></p>
<p> <span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Entscheidend fuer die israelischen Streitkraefte im Befreiungskrieg gegen die arabische Uebermacht wurden, ueber die Motivation hinaus, umfangreiche Waffenlieferungen aus aller Welt, die am Embargo vorbeigeleitet wurden und seit dem Fruehjahr 48 eintrafen. Emissaere der Hagana suchten rund um den Erdball fieberhaft nach Maschinengewehren, Munition, Moersern, Kanonen und schwerem Geraet, womit sich ein Krieg gegen regulaere Armeen gewinnen liess. In der Tschechoslowakei gelang es der Hagana ein Waffengeschaeft in grossem Umfang abzuschliessen. Die Lieferungen aus der Tschechoslowakei gelten als Wende des Krieges. Die Produktionsstaetten waren Teil der Ruestungsindustrie der Nazis an der Ostfront gewesen, die spaeter an die Tschechoslowakei fielen. In die Haende der juedischen Soldaten gelangten daher auch viele Waffen, die noch fuer die Nazis gedacht waren. Aus manchen Mausner Karabinern musste erst die Nazikennung herausgestanzt werden. Und die ersten Kampfflugzeuge waren Derivate der deutscher Messerschmitt, die fuer Hermann Goerings Luftflotte auch in der Tschechoslowakei produziert wurden.</span></p>
<p> <span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Yehuda Z. kam als Kind aus Konstantinopel und hat im Befreiungskrieg der Artellerie als Kanonier gedient. Er hat eines der wenigen Flugabwehrgeschuetze bedient, die den Juden zur Verfuegung standen. Warum er als Kanonier eingesetzt wurde, weiss er nicht. Sein 20 mm Geschuetz, das sowohl zur Flug- als auch zur Panzerabwehr eingesetzt werden sollte, kam am Hafen von Yafo an &#8211; versteckt unter einer Ladung Zwiebeln. Er war beauftragt, die Hispano Suiza abzuladen und in die Landwirtschaftsschule Mikve Israel zu bringen. Dort wurden er und weitere Mitglieder der Hagana in der Bedienung des Geschuetzes unterrichtet. Da die Kaempfe bereits in vollem Gange waren, fiel die Unterweisung sehr knapp aus. In die Bedinung des Geschuetzes wurden die Rekruten von Mahal-Freiwilligen eingefuehrt und waehrend sie ihre Panzer- und Flugabwehrkanonen noch erklaert bekamen, wurden sie aufgrund der Dringlichkeit auch schon eingesetzt. In der Waffenausstellung des Museums der israelischen Streitkraefte in Yafo habe ich natuerlich nach der 20 mm Hispano gefahndet und sie dann auch gesichtet. So veranschaulicht habe ich mir weitere Schilderungen eingeholt. Eingesetzt wurde Yehuda Z. an verschiedenen Stellungen. Einsaetze und Unterweiseung gingen parallel. Als er mit der Kanone einmal in Herzelia Pituach eingesetzt war, kam Ben Gurion zur Inspektion. Yehuda Z. erinnert sich nicht mehr daran, ob und was er gesagt hat, aber er weiss noch ganz genau, dass im Gesicht des Ministerpraesidenten und Sicherheitsbeauftragten der provisorischen Regierung Zweifel geschrieben standen. Zweifel darueber, ob es wohl gelingen wuerde, die Kanoniere im Umgang mit den Geschuetzen ausreichend zu trainieren. Einmal wurde er in die Naehe von Zemach in die Jordansenke beordert. Die Jordansenke war hart umkaempftes Gebiet, in dem sich die Siedler z. T. mit blossen Haenden gegen die Syrer wehren mussten. Am vierten Kriegstag griffen die Syrer, die Zemach und die Polizeistation nahe Zemach erobert hatten, mit Geschuetzen, Panzern und Infanterie das Kibbuz Degania Alef an. Die knapp 70 Verteidiger des Kibbuz mussten den Angriff mit Molotowcocktails und einfachen Feuerwaffen abwehren. Zur Panzerabwehr hatten sie lediglich eine PIAT Antipanzerwaffe. Zwei 20mm Hispano, die am gegenueberliegenden Ufer des Jordan unweit Zemach stationiert waren, unterstuetzten die Verteidiger.</span><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"> </span></p>
<dl id="attachment_727" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://derpartisan.com/2011/07/18/israel-pt-3324-von-warschau-nach-beer-sheva/panzer-degania/" rel="attachment wp-att-727"><img class="size-medium wp-image-727" title="Syrischer Panzer im Kibbuz Degania Alef" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/07/panzer-degania-300x225.jpg" alt="Der Panzer steht an der Stelle, an der ihn die Verteidiger des Kibbuz gestoppt haben" width="300" height="225" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Syrischer Panzer im Kibbuz Degania Alef</dd>
</dl>
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<p><span style="font-family: Verdana;">Als ein syrischer Panzer bereits durch den Zaun des Kibbuz gebrochen war, gelang es den Verteidigern ihn mit Molotowcocktails zu verbrennen. Er steht noch heute an der Stelle, an der er gestoppt wurde. Schliesslich kamen israelische Truppen unter dem Kommando von Moshe Dayan den Verteidigern zu Hilfe, verscheuchten die Syrer und erbeuteten dabei ein paar Panzer. 52 Israelis sind bei den Kaempfen um Zemach und Degania gefallen. Die Verteidigung des Kibbuz gilt als wundersames Ereignis. Militaerisch mag die vorausschauende Entscheidung, die Kanonen nahe Zemach zu positionieren, entscheidend gewesen sein. Dass Yehuda Z. als Kanonier bei der legendaeren Schlacht dabei war, haelt er keiner besonderen Wuerdigung wert. Er sei abkommandiert worden, sagt er lapidar. Ihm ist in Erinnerung geblieben, wie der Kampf noch in der Nacht begann. Die Syrer rueckten vor und Yehuda Z. wurde geweckt um auf Leben und Tod zu kaempfen. Dass die Schlacht zur Legende wurde sei Sache der Geschichtsschreiber, wie er meint.</p>
<p> Die meisten Einsaetze von Yehuda Z. waren in Tel Aviv und den umliegenden Staedten, die mehrmals Ziel aegyptischer Luftangriffe waren. Als ich ihn frage, ob so ein Job nicht besonders gute Nerven verlangt, sagt er, dass es kein Spass gewesen sei, als er einmal bei der Verteidigung des Flughafens eingesetzt gewesen sei und dieser von mehreren Spitfire der aegyptischen Luftwaffe angegriffen worden sei. Wenn so ein englisches Kampfflugzeug seine Bomben auf dich wuerfe, erinnert er sich, sei das keine leichte Situation. Zumal fuer einen Artellieristen, der ohne jede Vorwarnung und Erfahrung zur Luftabwehr beordert worden sei. Und nicht nur an Kanoniers herrschte Mangel. Das Flugortungsradar bestand aus Jungs, die ihre Augen zum Himmel gerichtet haben. So erschien in der Maariv ein Artikel ueber einen Jungen, der Tel Aviv mehrere Male in die Bunker geschickt hat. Der Junge, um den es ging, wurde alt und erschien eines Tages als Moderator einer Veranstaltung zum Unabhaengikeitstag im Heim, wo er sich als der im Artikel beschriebene Alarmgeber eroeffnete.</p>
<p> Auch die israelischen Luftwaffe hat sich erst im Kriegsverlauf formiert. Zu Beginn waren die Juden den Arabern in der Luft so unterlegen wie auf dem Boden. In ihren Bestaenden fanden sich lediglich ein paar leichte Maschinen, die von geringstem militaerischen Nutzen waren.</p>
<p> Erst die in der Tschechoslowakei erworbenen Aviva Flugzeuge wendeten die Lufthoheit. Die Piloten fuer die Messerschmittderivate wuden in der Tschechoslowakei als Teil des Abkommens ueber die Waffenlieferungen ausgebildet. Viele Piloten der ersten Stunde waren Mahal Freiwillige.</p>
<p> In einem ersten Einsatz gelang es mit den ersten vier vorab gelieferten Aviva Flugzeugen einen aegyptischen Vormarsch auf Tel Aviv zu stoppen.</p>
<p> Die Flugzeuge waren bedeutender Teil des militaerischen Geraetes aus der Tschechoslowakei, die dem juedischen Staat das Ueberleben gesichert haben. Die Waffen aus der Tschechoslowakei haetten uns gerettet, sagt Ephraim P., der waehrend der ersten Waffenruhe ein Gewehr bekam, auf dem Bruenn als Herstellungsort verzeichnet war.</p>
<p> Als sie mit Gewehren aus der Tschechoslowakei versorgt wurden, gelangte das Battalion von Ephraim P. auch in den Besitz eines deutschen Spandau Maschinengewehrs, eines MG 34, das eine weit hoehere Feuerkraft als das britische Sten hatte. Es sei ueber einen Munitionsguertel geladen worden und nicht ueber ein Magazin erzaehlt mit Ephraim P. und holt so weit aus, die deutsche Ingineurskunst zu loben.</p>
<p> Auf die erste Waffenruhe im israelischen Unabhaengigkeitskrieg folgten zehntaegige Kampfhandlungen.</p>
<p> Auch Akiva L. war bei der Palmach Brigade Negev, allerdings in einem anderen Battalion als Ephraim P. Akiva L. erzaehlt, dass seine Einheit waehrend der Feuerpause Mauser Karabiner und drei schwere deutsche Maschinengewehre erhalten haette. Zuvor haette sein Battailon nur ein vollautomatisches Gewehr gehabt, erinnert er sich. Staendig sei es zu Schusswechseln mit den Aegypern gekommen. Im Kibbutz Bror Hayil sei er mit einem schweren Maschinengewehr auf einen Wachposten beordert worden, erinnert er sich. Ploetzlich sei ein Trupp aegyptischer Soldaten aufgetaucht. Der Sabre war ploetzlich gezwungen, sich im Kampf zu beweisen. Das Feuergefecht hallt bis heute in seinem Gedaechtnis nach.</p>
<p> Nach der zweiten Waffenruhe gingen die Israelis an allen Fronten in die Offensive. Der israelischen Marine erbeutete in einer spektakulaeren Operation im Mittelmeer eine fuer Syrien bestimmte umfangreiche Waffenlieferung. Durch raffinierte Taeuschungsmanoever gelang es, Tausende Gewehre und Millionen Kugeln in die Bestaende der israelischen Streitkraefte zu ueberfuehren.</p>
<p> An der Front im Negev wurden Truppen zusammengezogen, um die Stadt Beer Sheva zu befreien. Fuer Ben Gurion hatte der Negev eine grosse Bedeutung hinsichtlich der Zukunft des juedischen Staates. Er sah die Moeglichkeit, die Weiten der Wueste fruchtbar zu machen und fuer die Ansiedlung zu erschliessen. Ephraim P. und Akiva L. waren bei der Einnahme von Beer Sheva dabei und auch bei der Einnahme von Eilat am Roten Meer. Die aus Leintuch und Tinte improvisierte Fahne, die in Eilat gehisst wurde, beschrieb die Eroberung des gesamten Suedens mit Ausnahme des Gaza Streifens, den die Aegypter halten konnten.</p>
<div id="attachment_729" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/07/18/israel-pt-3324-von-warschau-nach-beer-sheva/eilat/" rel="attachment wp-att-729"><img class="size-medium wp-image-729" title="Einnahme von Eilat" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/07/eilat-300x225.jpg" alt="Schautafel im Palmach Museum " width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Einnahme von Eilat</p></div>
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<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Zeit bei der Negev Brigade hat das Selbstverstaendnis von Ephraim P. und Akiva L. gepraegt. Gerade Ephraim P. erzaehlt stolz von seiner Zeit im Palmach. Und auch unter seinen Kindern wird sein Militaerdienst in Ehren gehalten. Eine Hochachtung dieser Art muss deutschen Familien fremd sein.</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Ephraim P. bleibt von seinen Heldentaten die verblassende Erinnerungen und der Schnauzer, den er sich seit seiner Zeit bei den Tieren des Negev hat stehen lassen. </span></p>
<div id="attachment_728" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/07/18/israel-pt-3324-von-warschau-nach-beer-sheva/jeep-tiere-des-negev/" rel="attachment wp-att-728"><img class="size-medium wp-image-728" title="Jeep des Battailons &quot;Tiere des Negev&quot;" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/07/jeep-tiere-des-negev-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Jeep des Battailons &quot;Tiere des Negev&quot;</p></div>
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