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	<title>Olivers Betrachtungen &#187; Finanzkrise</title>
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	<description>Anmerkungen zum 21. Jahrhundert</description>
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		<title>Zur Kasse, bitte</title>
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		<pubDate>Tue, 05 May 2009 07:20:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Ideologiekritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Verursacher müssen zahlenIn dieser Aussage findet sich die geballte Affirmation des Kapitalismus. Die entfesselte Auseinandersetzung ueber die Moeglichkeit sozialer Unruhen traegt ihren Teil dazu bei, eine Vorstellung zufestigen, nach der es einerseits diejenigen &#8220;die die Krise verursacht und vom &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2009/05/05/zur-kasse-bitte/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="postbody"><a class="postlink" href="http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Michael-Sommer-DGB;art122,2782435">Die Verursacher müssen zahlen</a>In dieser Aussage findet sich die geballte Affirmation des Kapitalismus.<br />
Die entfesselte Auseinandersetzung ueber die Moeglichkeit sozialer Unruhen traegt ihren Teil dazu bei, eine Vorstellung zufestigen, nach der es einerseits diejenigen &#8220;die die Krise verursacht und vom Kasino-Kapitalismus profitiert haben&#8221; und auf der anderen Seite die Geprellten, gibt. Da die Krise nun massiv auf den Arbeitsmarkt durchzuschlagen droht, wird vermutet, dass sich die Betroffenen ihre Besonnenheit aufgeben koennten.<span id="more-226"></span></p>
<p>&#8220;Wenn also Massenarbeitslosigkeit eintritt, gleichzeitig die Regierung nicht zusätzlich gegensteuert und nach der Wahl das Abladen der Krisenlasten bei den Opfern und nicht den Verursachern der globalen Rezession droht, dann haben wir ein explosives Gemisch. Das könnte Zorn und Wut der Betroffenen auslösen.&#8221;<br />
Der Wille sozial aufzubegehren, wird keiner ideologiekritischen Pruefung unterworfen. Dabei hat Camus in &#8220;Die Pest&#8221; bereits bemerkt, dass der gute Wille so viel Schaden anrichten kann, wie die Bosheit, wenn er nicht aufgeklaert ist<br />
Indem ueber eine Moeglichkeit sozialer Unruhen diskutiert wird, verankert sich begrifflich noch einmal die verkehrte Wahrnehmung falscher Verhaeltnisse.</p>
<p>Wenn Aufkleber gedruckt werden, auf denen steht „Die Krise bewältigen. Die Verursacher müssen zahlen!“ , dann liegt die Totalitaet kapitalistischer Vergesellschaftung begraben. Im Verursacher personifizieren sich die Kapitalisten, deren Summe vermeintlich den Kapitalisten ausmacht. Eine zu grosse Anzahl von Zockern unter den Kapitalisten fuehrt nach der Vorstellung dann zum Casino-Kapitalismus.</p>
<p>Im Bild der Verursacher treten unverantwortlich handelnde &#8220;Heuschrecken&#8221; [Muente-Klassiker] bzw. <a class="postlink" href="http://www.zeit.de/online/2009/19/maikundgebung-gewerkschaften">Finanzhaie, Hedgefondsmanager, gierige Besitzer großer Aktienpakete, gegelte Boni-Jäger mit Jachten und eigenen Inseln</a> [Sommer] an die unschuldige Produktionsspaere der Gesellschaft heran und bohren in profitgieriger Absicht in den Keimzellen gesamtgesellschaftlichen Wohlstands.</p>
<p>&#8220;Die von skrupellosen Casino-Kapitalisten und gewissenlosen Spekulanten ausgelöste weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise bedroht mittlerweile zig-Millionen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in ihrer Existenz&#8221;</p>
<p>Sommer befuerchtet, dass &#8220;die Beschäftigten die Zeche der Krise zahlen sollen&#8221;</p>
<p>Im antikapitalistischen Ressentiment scheint ein herbeihalluziniertes dem Allgemeinwohl verpflichtete Kapital, dass Werte und Arbeitsplaetze schafft, vom ausbeuterischen Kapital massiv bedroht.</p>
<p>Die zwanghafte Verwendung des Begriffs Casino-Kapitalismus erweckt den Eindruck, dass es sich dabei um etwas anderes handelt als um Kapitalismus.<br />
Unberuecksichtigt bleibt dabei nicht nur, dass alle Investitionen im Kapitalismus spekulativ sind. Im Ressentiment gegen dieAkteure der Finanzwirtschaft, die vermeintlich die arbeitsam schaffenden Zellen des Volkskoerper boesartig befallen, steckt zunaechst einmal die verkehrte Vorstellung der Verhaeltnisse, die es da zu schuetzen gibt.</p>
<p>Alle Produkte, die in der Realwirtschaft hergestellt werden, sind Tauschwaren, hinter deren Produktion ein Profitinteresse steckt.</p>
<p>Der Mehrwert, der sich im Tausch auf den Maerkten realisiert, ist das Entscheidende der Warenproduktion. Die Abschoepfung des Mehrwerts ist nur moeglich, da der im Tausch realisierte Mehrwert nicht vollstaendig auf diejenigen ausgeschuettet wird, die an Warenprokuktion beteiligt waren. Oder anders formuliert notwendiger Weise ausgebeutet werden.<br />
Oekonomiekritisch begriffen ist es die Ausbeutung, die Gewerkschaften und die Masse der Deutschen so gluehend verfechten.</p>
<p>Uns erscheint die Warenproduktion so natuerlich, dass wir das gesellschaftliche Zwangsverhaeltnis, in das wir eingebunden sind nicht erkennen.<br />
Wir sind doch immer davon abhaengig, ausgebeutet zu werden. Wo wir nicht verwertbar sind, hat der Kapitalismus keine Verwendung fuer uns. Der Spuk von Wert und Verwertbarkeit liegt laengst unserem Denken zu Grunde. Weshalb wir uns andersweitig umsehen, um zu erklaeren, warum wir staendig um das versprochene Glueck betrogen werden.</p>
<p>Es wird nicht fuers Allgemeinwohl produziert und es finden sich keine Waren in der Zirkulationassphaere, deren Herstellung keine Mehrwertabschoepfung verspricht. Und es gibt keine Mehrwertabschoepfung ohne Ausbeutung.</p>
<p>Ebenso zwingend, wie die Ausbeutung ist auch die Akkumulation. Wer in der Konkurrenz nicht staendig seine Profite steigert und reinvestiert, um im Wettbewerb gut aufgestellt zu sein, steht samt seiner Arbeiterschaft schneller am Spielfeldrand, als ihm lieb sein kann.</p>
<p>Es ist unsinig einen prinzipiellen Unterschied zwischen Finanz- und Realwirtschaft zu behaupten. Nicht nur, dass die [spekulativen] Investitionen kleiner, mittlerer und grosser Unternehmen ohne Kreditgeber so wenig moeglich waeren, wie der Haeuslesbau. Auch in ihrem Handeln sind die Akteuere der Finanzwirtschaft den gleichen Zwaengen kapitalistischer Totalitaet ausgesetzt, wie die viel gelobte Unternemer der Realwirtschaft.<br />
Jeder Laden, von Bio-Super bis zur Grossbank, muss sich sein Dasein erwirtschaften.</p>
<p>Dass die Produkte auf den Finanzmaerkten abstrakter sind, soll nicht verschleiern, dass sie doch die gleiche Bestimmung haben, wie alle Waren, die in den romantisierten Betrieben produziert werden. Bio-Aepfel werden aus dem gleichen Grund angebaut, aus dem auch Hypotheken gebuendelt werden. Um damit Profit zu erzielen. Nicht nach geschmack, sondern mit der Konkurrenz im Nacken. Bauern und Finanzhaien sind zur staendigen Expansion ihres Geschaefts gezwungen. Wer Geld investiert, erwartet Rendite, weshalb diejenigen gewinnen, die die beste Rendite bieten.</p>
<p>Soweit, so Marx und tausendfach dargelegt.</p>
<p>Wenn Leute wie Sommer die Verhaeltnisse durchschauen wuerden, waere ihre Rhetorik boesartiger Populismus. Doch waeren sie dann wahrscheinlich nicht in die Funktion gelangt, in der sie den stummen Zwang der Verhaeltnisse stuetzen, indem sie vermeintlich antikapitalistisch gegen eine personifizierte Bedrohung des Allgemeinwohls agitieren.</p>
<p>Zum Vorturner der konformistischen Revolte wird er es trotzdem nicht bringen. Sobald er seine Tiraden gegen raffende Kapitalisten ansetzt schallt ihm aus den Kommentaren entgegen, dass er selbst doch ein ganz gutes Auskommen mit dem System pflege. Hier liegt eine gewisse Ironie. Die Weltansicht Sommers, nach der diejenigen, die Geld haben, Boese sind, wird durch seine eigene ertragsbringende Funktionaersstellung konterkariert. Aehnliche Probleme hat Muente, der sich gerne als Klasenkaempfer aufspielt und doch vom Volk zur Klasse der Politiker gezaehlt wird, die mit der blutsaugenden Finanzwirtschaft kollaboriert.<br />
Wenn Muente meint, dass ein Bankmanager nicht <a class="postlink" href="http://www.bild.de/BILD/politik/2009/05/01/kundgebungen-zum-1.-mai/spd-chef-muentefering-steinmeier-steinbrueck-und-sommer-sprechen.html">so gut sein kann, wie 500 Krankenschwestern,</a> dann muss er sich auch fragen lassen, ob er selbst denn besser ist, als ein Dutzend Krankenschwestern.</p>
<p>Obwohl ich nach der Rechnung nur 2/3 einer Krankenschwester wert bin, moechte ich mir doch anmassen, einmal am Mythos zu ruetteln, der diese populaere Bezugsgroesse umgibt. Im KKH arbeite ich, wie alle anderen PflegehelferInnen und auch alle Schwestern nicht aus purer Naechstenliebe, sondern um des taeglichen Brot Willens. Und wie alle anderen Angestellten des KKH, habe ich ein Interesse, dass dies moeglichst reichhaltig ausfaellt. Im KKH herrscht ein staendiges Hauen und Stechen &#8211; verdeckt und offen &#8211; um die zulagenfetten Schichten und ein daraus resultierender Argwohn im Umgang miteinander. Allein um das Wohl der Patienten besorgt, und damit zum klassischen Gegenbeispiel fuer einen Finanzhai empfohlen, sind Krankenschwestern nicht. Als der Lohn um 3 Prozent gekuertzt wurde, war der Aufruhr gross. Auch wenn die KKH-Leitung gegen den Bankrott des KKH kaempft, wird ihr so ein Schritt nicht verziehen. Wer nach der Lohnkuerzung die Chance sieht, irgendwo mehr Geld zu verdienen, geht.<br />
Waeren wir Pflegenhelfer und Krankenschwestern Baenker, wuerden wir auf keinen Heller irgendwelcher Boni verzichten, um dem Allgemeinwohl gut zu tun.</p>
</div>
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		<title>Bank Of Scotland</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 09:31:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Tausende Demonstranten fordern vom G-20-Gipfel: &#8220;Bestraft die Plünderer&#8221; [...] Bei Demonstrationen gegen Kapitalismus, Umweltzerstoerung und Kriege wurde anscheinend nicht nur &#8220;Haltet den Dieb&#8221; gefordert, sondern auch ein &#8220;sauberer Kapitalismus&#8221;. Konsequent wurde dann eine Filiale der Bank of Scotland gestuermt und &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2009/04/07/bank-of-scotland/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a class="postlink" href="http://www.zeit.de/online/2009/14/g20-proteste">Tausende Demonstranten fordern vom G-20-Gipfel: &#8220;Bestraft die Plünderer&#8221;</a><br />
[...]<br />
Bei Demonstrationen gegen Kapitalismus, Umweltzerstoerung und Kriege wurde anscheinend nicht nur &#8220;Haltet den Dieb&#8221; gefordert, sondern auch ein &#8220;sauberer Kapitalismus&#8221;. Konsequent wurde dann eine Filiale der Bank of Scotland gestuermt und verwuestet.<span id="more-204"></span></p>
<p>Dem ungeliebten unsauberen Kapitalismus wurde ordentlich eins ausgewischt. Den gierigen Baenkern wurde ihre Filiale zerstoert. Ein starkes Signal.</p>
<p>Nachdem die Bank so viele Verluste geschrieben hat, dass sie von der britischen Regierung mit Steuergeldern vor der Pleite gerettet werden musste, hat sie nun die Wut der Geprellten zu spueren bekommen.</p>
<p>Eine Ouvertuere, der wohl noch zahlreiche weitere Ausschreitungen gegen die raffenden Kapitalisten und ihren dreckigen Kapitalismus folgen wird. Ich habe die explodierenden Banken in der Schlusssequenz von FIGHT CLUB vor Augen.</p>
<p>Suennerklaas kommt es fast wie am Vorabend des Sturms auf die Bastille vor. [Kommentar Nr.2] &#8220;Die Eliten tagen hinter verschlossenen Türen, die Betrogenen, Bestohlenen und Belogenen sind auf der Straße&#8221;.<br />
Die Strasse, die einst den Feudalismus zur Strecke gebracht hat, macht sich auf, auch dem Kapitalismus ein Ende zu setzen.<br />
Dazu geht man den Kapitalisten, die &#8211; nach dem Verstaendnis der Gipfelgegener -in ihrer Summen den Kapitalismus ergeben, an den Kragen.<br />
&#8220;so kann´s doch nicht weitergehen. verdammt nochmal. irgendwas muß passieren. sie lachen uns aus, jeden tag.&#8221; [Kommentar Nr. 18 von palazzo]</p>
<p>Der stumme Zwang kapitalistischer Verhaeltnisse, der sich hinter dem Ruecken der Teilnehmer konstituiert und durch sie hindurch vollzieht ist bei der Personifizierung und Konkretisierung erst mal aussen vor. Den Prostestierenden sind es vielmehr die Akteuere der Finanzwirtschaft und ihre Verbuendeten aus der Politik, die Verhaeltnisse schaffen um uns das Geld aus der Tasche zu ziehen.</p>
<p>&#8220;Wie stellen sie sich denn vor, wie es weitergehen soll? Sollen die Politiker uns weiterhin von früh bis abend vera&#8230; dürfen?&#8221; [Kommentar Nr. 29 von Maharadscha] &#8220;Wie lange, glauben Sie, wird das noch gut gehen, dass sich die Bürger von den Politikern vorführen lassen?&#8221; [ Nr. 30 von AnaisAnais] &#8221; Die sog. &#8220;Eliten&#8221; betreiben Systemkosmetik auf Kosten der Mehrheit und wollen die Pfründe für sich und ihre Komplizen um jeden Preis erhalten. Diese kriminell durchseuchte Klasse wird alle verfügbaren Mittel einsetzen.&#8221; [Nr. 37 von HBogon]</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ironie beiseite. Wenn in einer Filiale der Bank of Scotland randaliert wird, drueckt sich darin nicht der Wunsch nach einer radikalen Veraenderung kapitalistischer Verhaeltnisse aus.</p>
<p>Wenn verlangt wird, dass niemand zu sehr und erst recht nicht auf Kosten anderer profitiert, dann muss sich dies auf die Totalitaet kapitalistischer Verhaeltnisse beziehen. Wird es denen abverlangt die von der kapitalistischer Vergesellschaftung Beguenstigt sind, dann ist es ein Ruf nach einer Gerechtigkeit, die nicht erkennt, dass die VErgesellschaftung nicht von den Beguenstigten orchestriert wird, sondern sich hinter dem Ruecken aller Beteiligten vollzieht.</p>
<p>Selbst wenn der scheidende Boss der Bank of Scotland sein gesammtes privates Vermoegen Attac spendet und es ihm alle verbliebenen MitarbeiterInnen der Bank nachmachen, wird dies nichts daran aendern, dass in dieser Welt alles NOTWENDIGER WEISE dem Profitstreben untergeordnet ist und daher Ausbeutung und Ausgebeutete ZWANGLAEUFIG hervorbringt.</p>
<p>Das ist der Kapitalismus und wer ihn nicht mag muss ohne Wenn und Aber auf seine Abschaffung ziehlen. Wer es aber dabei belaesst einzelne Unternehmen und Akteure zu traktieren, der traegt seinen Teil zur Affirmation des Ganzen bei. Und damit auch zu den Miseren, die die Totalitaet kapitalistscher Verhaeltnisse aufgrund ihrer Eigendynamik immer wieder hervorbringt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wer die Fenster der Filiale der Bank of Scotland einschlaegt, traegt nicht zur Abschaffung des Kapitalismus bei, sondern stuetzt ihn. Einem idealistischen Wahn folgend, findet bzw. erfindet er Adressaten, denen die falsche Gesellschaftsordnung angelastet wird. Der einfachen Gleichung folgend, dass diejenigen, die mit viel Geld jonglieren den meisten Dreck am Stecken haben muessen.</p>
<p>Es ist die Vorstellung, dass jemand an den Schalthebeln sitzt, die den Blick auf Verhaeltnisse versperrt, in denen niemand an irgendwelchen Schalthebeln zu sitzten braucht, da sich das System in allem, was alle staendig tun, reproduziert. Wenn ich morgens die Filiale der Bank of Scotland demoliere und am Nachmittag als freischaffender Grafiker einen Kostenvoranschlag mache und dann abends im Bioladen einkaufe und dann ein Hardcorekonzert besuche, dann sitze ich selbst an einem der unendlich vielen Schalthebel, mit denen ich unerfindlich viele Male in meinem Leben dem Kapitalismus zustimme. Statt zum Gipfelprotest nach London zu fahren kann ich mir auch daheim die Fresse polieren um zumindest einem Handlanger des Kapitalismus meine Wut zu demonstrieren. Oder sollte ich mir zu Gute halten, dass ich es nicht in eine Position geschafft habe, die meinen Beitrag zum bestehenden Ganzen besser praemiert?</p>
<p>&#8220;Es gibt Menschen an den Schalthebeln, die verstehen keine andere Sprache.&#8221; [Kommentar Nr. 51 von Auf ein Wort]</p>
<p>Neben den Schalthebel ist die Umverteilung von unten nach oben ein weiteres Bild, dass sich das zuernende Volk macht, um ein Phaenomen zu verstehen, dessen tieferen Ursachen sie nicht auf die Spur kommen. Waehrend die einen immer weniger haben, haben andere vermeintlich immer mehr. Stimmt zwar nicht, aber lasen wir es gelten fuer die Unzufriedenheit damit, dass die Einen mehr und die Anderen weniger haben. Der Zwang zur Akkumulation ist dem Kapitalismus eingeschrieben. Die Konkurrenz auf dem Markt verbietet es Expansionsbestrebungen ploetzlich auszusetzten und sich quasi mit einem Nullwachstum zufrieden zu geben. Wer anfaengt Gewinne &#8220;nach unten&#8221; zu verteilen statt die Rendite zu steigern, der ist nicht lange im Spiel. Kapital ist zur rentablen Verwertung gezwungen. Die Akteure, die sich auf dem Markt gegen ihre Konkurrenz durchsetzten, sind diejenigen, die Profite erwirtschaften.</p>
<p>Jedenfalls gibt es keine Instanz, die Geld &#8220;von unten nach oben&#8221; umverteilt. In Krisenzeiten, in der Banken mit Steuergeldern gerettet werden, interveniert die Politik in das Geschehen auf dem freien Markt. Zur Dynamik des Kapitalismus gehoert ein selbstzerstoererisches Element, dass im Zwang zur Akkumulation angelegt ist. Mit dem Auskauf der Banken sorgen die Buerger ueber die Politik fuer ein reset des kapitalistischen Wirtschaftens. Auch wenn sie protestieren, was das Zeug haelt, verhindern sie ein Scheitern des Systems an sich selbst. Sie zahlen nicht fuer deren Krise, sondern murrend fuer ihre Eigene. Das vollzieht sich ueber ihre Zustimmung zum Staat, der das besorgt. Der Staat ist die Spahaere der kapitalistisch organisierten Produktion, in der sich auch die Aneignung der Mehrarbeit vollzieht. Er ist, wie der Markt, Teil der kapitalistischen Totalitaet. Er kann nicht anders als die Bedingungen der kapitalistisch organisierten Produktion zu garantieren. Seine Souveraenitaet ist in dieser Hinsicht Teil des falschen Scheins, dem die Protestierer aufliegen. Wer Staaten und deren Gewaltmonpol akzeptiert muss auch schlucken, das diese um jeden Preis die Rahmenbedingungen kapitalistischer Produktion stuetzen.</p>
<p>Der Finanzkrise stand die Vergabe von Krediten vor, die zum Teil nicht beglichen wurden und wohl nie beglichen werden. Trotzdem sind die Staaten nun gezwngen ueber den Auskauf von Banken die zum Erliegen gekommene Kreditvergabe von Neuem loszutreten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wer den Kapitalismus nicht radikal abschaffen will, braucht auch keine Banken zu rocken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das System, dass nicht funktioniert, wird immer wieder auf ein Neues vor dem Scheitern bewahrt. Damit wird auch der Betrug am Glueck der Menschen verlaengert, die dem Geschehen scheinbar notwendig ohnmaechtig gegenueberstehen und nicht anders koennen als die Faeuste gegen diejenigen zu ballen, die von den so undurchschaubaren Verhaeltnissen beguenstigt sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Betrug, weil die technischen Moeglichkeiten mit geringen Aufwand eine luxurioese Versorgung aller Menschen zu erreichen, gegeben sind .</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Trotz Krise funktioniert alles weiterhin nach den Prinzipien der Profitmaximierung. Einschliesslich der profitablen Vernutzung der Menschen. In keinerlei Hinsicht wurde der Kapitalismus, der unter Druck geraten ist, geschaedigt. Alle gesellschaftlichen Anstengungen laufen darauf hinaus, ihm die Wege zu bahnen, dass es auch so bleibt. Ich zaehle das Randalieren gegen die Filiale der Royal Bank of Scotland als Ausdruck einer konformistischen Revolte durchaus dazu.</p>
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