<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Olivers Betrachtungen &#187; Holocaust</title>
	<atom:link href="http://derpartisan.com/tag/holocaust/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://derpartisan.com</link>
	<description>Anmerkungen zum 21. Jahrhundert</description>
	<lastBuildDate>Thu, 19 Jan 2012 02:25:31 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>Israel &#8211; pt.6(1)/24 &#124;&#124; Von Kishiniev nach Teheran</title>
		<link>http://derpartisan.com/2011/12/07/israel-pt-6124-von-kishiniev-nach-teheran/</link>
		<comments>http://derpartisan.com/2011/12/07/israel-pt-6124-von-kishiniev-nach-teheran/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 11:27:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Israel fuer Deutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Holocaust]]></category>
		<category><![CDATA[Zionismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://derpartisan.com/?p=863</guid>
		<description><![CDATA[Hinsichtlich des Existenzrechtes Israels wird oft kolportiert, dass der Staat als Folge des Holocaust gegruendet worden sei. Ich moechte mich in diesem Kapitel naeher mit dieser Ansicht beschaeftigen. In keinem Land kann den Verbindungen, die zwischen dem Holocaust und Israel &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2011/12/07/israel-pt-6124-von-kishiniev-nach-teheran/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hinsichtlich des Existenzrechtes Israels wird oft kolportiert, dass der Staat als Folge des Holocaust gegruendet worden sei. Ich moechte mich in diesem Kapitel naeher mit dieser Ansicht beschaeftigen.</p>
<p>In keinem Land kann den Verbindungen, die zwischen dem Holocaust und Israel bestehen, besser nachgegangen werden, als in Israel.<br />
Im vorliegenden ersten Teil des Kapitels geht es um den Holocaust und Formen des juedischen Widerstandes.</p>
<p>Hitlers willige Helfer, die Millionen Juden vernichteten, teilten den Antisemitismus, der 03 zu den Pogromen von Kishinev fuehrte und heute die iranische Agenda einer Welt ohne Zionismus bestimmt.<br />
Im zweiten Teil des Kapitels geht es um den Zusammenhang von Antisemitismus und Zionismus seit den 1880er Jahren.</p>
<p>Der Antisemitismus ist mit dem Ende des zweiten Weltkrieges nicht verschwunden. Er besteht im Kern weiter und bedroht das Ueberleben des juedischen Staates seit dessen Gruendung.<br />
Im dritten und vierten Kapitel geht es um die existentielle Bedrohung Israels seit 48.<br />
Ich moechte in diesem Kapitel die Annahme widerlegen, dass Israel als Folge des Holocaust gegruendet wurde. Indem ich widerlege, moechte ich aufzeigen, dass die notwendige Folge des Holocaust eine ueberlegene israelische Streitmacht ist.</p>
<p>In Israel finden sich noch einige Ueberlebende des Holocaust und manche dieser Ueberlebenden verbringen ihren Lebensabend im Heim, in dem ich arbeite.<br />
Im tagtaeglichen Umgang mit den Menschen, die die Shoa ueberlebten, erfuhr ich von den unfassbaren Schicksalen, die sie zu durchleiden hatten.<br />
Ausserdem erfahre ich hier in Israel auch die kollektive Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Es ist kein Gedenkzirkus, wie wir ihn aus Deutschland kennen, wo erinnert wird, ohne zu irgendeiner Erkenntnis zu gelangen, sondern eine auf Konsequenzen zielende Auseinandersetzung, die zu verstehen sehr wichtig ist, um Israel zu verstehen.</p>
<p>Bei einer Veranstaltung der Deutsch Israelischen Gesellschaft, bei der ich mich engagiere, wurde Amos Hausner eingeladen, der Sohn von Gideon Hausner, dem Hauptanklaeger im Eichmann Prozess. Er hat aus einer persoenlichen Sicht vom Leben und Wirken seines Vaters erzaehlt. Er hat die Probleme des Anklaegers Gideon Hausner geschildert, die Ueberlebenden des Holocaust in den Zeugenstand zu bewegen. Die persoenliche Aufarbeitung des Holocaust fiel vielen Ueberlebenden sehr schwer. Viele waren sich sicher, dass sie nicht aussagen koennten. Zu gross war der Horror, den sie tief in sich begraben hatten, um ihn fuer die Anklage aufzubearbeiten. Ich empfehle jedem empfehlen, die von Yad Vashem auf youtube gestellten Mitschnitte des Eichmann Prozess anzuschauen.</p>
<p>Als ich meinen Bewohner Ephraim P. gefragt habe, ob er sich darum bemueht haette, dem Prozess gegen Eichmann im Gerichtssaal beizuwohnen, meinte er, dass er dies auf keinen Fall gewollt haette. Ich habe ihn gefragt, ob es stimme, dass viele Holocaustueberlebende nicht reden wollten. Er sagte, dass es auf ihn auf jeden Fall zutraefe. Er wollte es so weit wie moeglich verdraengen.<br />
Der Eichmann Prozess haette Israel gepraegt, sagt mir Talia, eine Sozialwissenschaftlerin aus Tel Aviv. Sie ist die Tochter meiner Bewohnerin Ada R. und als wir uns eines Tages in einem Cafe getroffen haben, erzaehlte ich ihr von der Veranstaltung mit Haussner und sie mir als Zeitzeugin von den Auswirkungen des Prozess auf die israelische Gesellschaft. Ihre Mutter selbst hat nicht ueber den Holocaust gesprochen und in der Gesellschaft herrschte eine sehr abwehrende Haltung gegenueber der Aufarbeitung vor. Die Ueberlebenden erfuhren eine subtile Form der Abwertung, da ihre Erfahrungen als Opfer nicht zum Selbstverstaendnis der modernen Makkabaerer passte. Erst der Prozess brachte die Mauer aus Schmerz und Scham zum Einsturz und integrierte die Shoa mit den Ueberlebenden in den juedischen Staat.</p>
<p>Die Bewohnerin Chaia S. kommt aus Chorzow in Oberschlesien. Wie viele meiner Bewohnerinnen und Bewohner aus Schlesien, der Bukowina oder Siebenbuergen war sie aus einer Familie sich zum Deutschtum bekennender Juden, deren Umgangssprache Deutsch war und die im Grunde auch zu den mitteleuropaeischen Auswanderern der fuenften Aliya zu zaehlen sind. Das sind Menschen, deren Naziplage jene Volksdeutschen waren, die in Deutschland als Vertriebene gerne zu den Opfern des zweiten Weltkrieges gezaehlt werden. Ausserhalb des Heimes habe ich mit den beiden Grossmuettern und einem Grossvater meiner ehemaligen Freundin kulturdeutsche Juden aus der Bukowina kennengelernt, mit denen ich mich auf Deutsch unterhalten konnte. Sie haetten die deutsche Kultur verinnerlicht, sagen sie. Auch Chaia S. sagt das von sich und demonstriert es zu jeder sich bietenden Gelegenheit.</p>
<p>Chaia S. hat eine Massenerschiesung durch die Wehrmacht ueberlebt, indem sie sich tot gestellt hat. Ihre Eltern und ihre Familie kamen im Kugelhagel um, waehrend sich die Volksdeutschen gefreut haben, dass Chorzow als Koenigshuette ins Reich kam.<br />
Chaia S. kam als Zwangsarbeiterin auf einen Hof in der Oberpfalz, weil sie verschwiegen hat, dass sie Juedin ist, als sie von deutschen Soldaten auf der Strasse aufgegriffen wurde. Auf dem Hof, auf dem auch andere polnische Zwangsarbeiter und franzoesische Kriegsgefangene waren, hatte sie Jahre lang Todesangst, als Juedin erkannt zu werden. Der Gutsherr war ein ueberzeugter Nazi mit einer SA Taetowierung am Oberarm. Als sie nach dem Einmarsch der Amerikaner vom Hof gegangen ist, hat sie ihm eroeffnet, dass sie Juedin ist. Sie sagt, dass sie sich oft ueberlegt haette, wie sie durch das Fenster springen wuerde, wenn sie auffliegt. Vom Holocaust hatte sie eine ungefaehre Vorstellung, da die polnischen Zwangsarbeiter ein kleines Radio versteckt hielten und auslaendische Nachrichten hoerten. Ihr Mann war Zwangsarbeiter bei Messerschmitt in der Oberpfalz. Kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner gelang ihm die Flucht. Er versteckte sich in einem Huehnerstall und bekam Thyphus. Als er sich den einrueckenden amerikanischen Truppen vor die Fuesse warf, konnten diese nicht glauben, was sie sahen. Sie brachten ihn in ein Krankenhaus und er ueberlebte. Dann machten sie ihn zum Buergermeister der Gemeinde, auf deren Mark er sich versteckt hatte. Dort lernten sich die Beiden kennen.</p>
<p>Sie hat mit das an einem Nachmittag erzaehlt, als ich mit ihr und Regina K. am Tisch sass. Regina K. aus Berlin erzaehlte dabei, wie sie 38 als Dienstmaedchen nach England geschickt worden sei. Dank der vermittelten Anstellung bei einer juedischen Familie auf der Insel gelangte Regina K. noch an Papiere, die ihr die Ausreise ermoeglichten. Ausloeser fuer ihre Flucht war die Reichspogromnacht, die sie noch in Berlin erlebt hatte. Als die Nazis von Haus zu Haus gingen, um die Juden aus ihren Wohnungen zu holen, ging ihre blonde Schwester an die Tuer, um zu den Schergen zu erzaehlen, dass die Juden im Haus schon abgeholt worden waeren. Die Eltern von Regina K. und ihre Schwester ueberlebten den Krieg indes nicht. Sie wurden in einem deutschen Vernichtungslager ermordet.</p>
<div id="attachment_864" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://derpartisan.com/2011/12/07/israel-pt-6124-von-kishiniev-nach-teheran/die-weissen-von-zion/" rel="attachment wp-att-864"><img class="size-medium wp-image-864" title="Antisemitische Schrift" src="http://derpartisan.com/wp-content/uploads/2011/12/die-weissen-von-zion-300x225.jpg" alt="Ausstellungsstueck im Museum von Lochamei HaGetaot" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Die &quot;Weisen von Zion&quot; als Nazi-Propaganda</p></div>
<p>Eigentlich haetten sie es ganz schoen in Berlin gehabt, versucht Regina K. zu erklaeren, als ich wissen wollte, warum sich die Familie nicht zur Flucht entschlossen haetten, als dies noch moeglich gewesen sei. Sie wohnten in einem grossen Eckhaus und kamen mit den Nachbarn gut aus. Der Vater hatte eine ordentliche Anstellung und fuer das Shabbatmahl kauften sie in der koscheren Metzgerei Suelze. Auch Lea G. aus Wien erzaehlt, dass fuer ihre Familie Flucht kein Thema gewesen sei. Selbst als Oesterreich ins Reich geholt wurde, konnten sich die Eltern nicht zu der lebensrettenden Entscheidung durchringen. Die Familie hatte Geld und Wien die Kultur, nach der es ihnen verlangte. Erst 39 traten sie schliesslich die Flucht an. Die Mutter von Ernest S. entschloss sich nach der Reichspogromnacht ihn und seine Schwester zu Freunden nach Frankreich zu schicken. Der renomierte Akademiker Ernest S., heute Bewohner in meinem Heim, hat 2004 sein Tagebuch, das er zu jener Zeit in Frankreich angefangen hat, zusammen mit den Aufzeichnungen seiner Mutter und Briefen seines Vaters als Buch „Jugend auf der Flucht“ herausgegeben. Das Buch beschreibt eindrucksvoll den Raub von Heimat und Kindheit, den so viele Jugendliche nach ihrer Flucht aus Deutschland zu verarbeiten hatten. Von Rosa B., deren Familie Polen 40 noch verlassen konnte, habe ich bereits geschrieben. <a href="http://derpartisan.com/2011/07/03/israel-pt-2124-von-stettin-nach-tel-aviv/">Auch von Henni R., deren Familie sich lange nicht von den Fleischtoepfen trennen konnte.</a></p>
<p>Hanna, eine Freiwillige von der israelischen Polizei, die an zwei Tagen in der Woche einen Handarbeitskurs fuer die Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegestation betreut, pflegt zu Hause eine kleine Shoa-Buecherei, wie sie es nennt. Ihre Eltern sind beide Holocaustueberlebende. Beide sind die jeweils einigen Ueberlebenden ihrer Familien. Ihre Mutter wurde im Alter von 11 Jahren Zwangsarbeiterin. Die Familie wurde gezwungen im Ghetto Warschau zu wohnen. Vom Gelaende aus konnte sie eines Tages beobachten, wie ihre Eltern von den Nazis zum Umschlagsplatz gebracht wurden &#8211; die Mutter mit dem Baby auf dem Arm. Es war das letzte Mal, dass sie sie gesehen hat. Die Transporte gingen nach Treblinka.</p>
<p>Aus Zeugenberichten aus erster und zweiter Hand habe ich Geschichten aus Ghettos und aus Konzentrationslagern gehoert, die ich aufgrund ihrer Grausamkeit nicht wiedergeben moechte. Kinder, die ihren Eltern entrissen und in den Tod geschickt wurden.</p>
<p>Es gibt in Israel einen offiziellen Holocaustgedenktag, an dem fuer zwei Minuten die Sirenen toenen und das Leben zum Stillstand bringen. Von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang gibt es eine Reihe bewegender Zeremonien im Land, das waehrend dieser Zeit bleischwer wirkt. Alle Vergnuegungsbetriebe bis hin zu Supermaerkten sind am Abend geschlossen und im Fernsehen laufen Dokumentationen der Shoa, waehrend die Sport- und Musiksender off sind. Diesen Tag im Elternheim zu erleben ist unendlich beklemmend. Die Bewohnerinnen und Bewohner selbst sind der millionenfachen Judenvernichtung entgangen, waehrend ihre Bekannten, Freunde, Onkel, Tanten, Vettern, Cousinen Hitlers willigen Helfern zum Opfer gefallen sind. Viele Bewohnerinnen und Bewohnern haben die naechsten Verwandten, Geschwister, Eltern und Grosseltern verloren. Sechs Millionen Tote sind nicht begreifbar. Die tatsaechlichen Menschen, denen die Haeftlingsnummer des KZ Ausschwitz eintaetowiert ist und die Bewohnerinnen und Bewohner des Heims, die ihre Familien in der Schoah verloren haben, verleihen dem Horror eine Kontur.</p>
<p>Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust ist in Israel ueber den Erinnerungstag hianaus stets praesent. Die Shoa als buerokratisch geplanter und industriell ausgefuehrter sechsmillionenfacher Masenmord wird so weit wie moeglich aufgearbeitet.</p>
<p>Das Kibbuz Lohamei HaGetaot (Die Ghettokaempfer) erinnert in besonderer Weise an die Shoa. Im Kibbuz steht das erste Holocaustmuseum der Welt. Es befasst sich mit dem Holocaust und dem juedischen Widerstand. Die Ausstellung Yad HaYeled (Die Kinderhand) fuehrt durch das Schicksal der Kinder im Holocaust. Der Kibbuz wurde von den ueberlebenden Widerstandskaempfern des Aufstandes im Ghetto Warschau und Partisanen gegruendet, die im zweiten Weltkrieg gegen die Nazis gekaempft haben. Das Ghettokaempfer Museum gibt einen Ueberblick ueber die vielfaeltigen Formen des juedischen Widerstandes gegen die Nazis. Ein Schwerpunkt ist die Ausstellung ueber das Ghetto Warschau und den Aufstand. Die Ausstellung eroeffnet einen bedrueckenden Blick auf das Leben im Ghetto, wo eine halbe Million Juden auf 2,4% des Stadtgebietes leben mussten und befasst sich daran anschliessend mit den vielfaeltigen Formen des nicht-militaerischen Widerstandes. Ab 42 kam es nach dem Beschluss der Endloesung zur Deportation von Hunderttausenden aus dem Ghetto in die Konzentrations- und Vernichtungslager. Detailliert wird im Museum der Ghettokaempfer dargelegt, wie es darauf zur Organisation der juedischen Kampforganisation ZOB kam, die von zionistischen Jugendbewegungen (wie dem HaShomer HaTzair) initiiert wurde. Der heroische Kampf der Juden unter der Fuehrung von Mordechai Anilevitz, die nicht wie Laemmer zur Schlachtbank getrieben werden wollten, wird sehr ausfuehrlich dargestellt. Es gelang den Nazis so sehr zuzusetzen, dass die Liquidation des Ghettos weit herausgezoegert werden konnte. Nur sehr wenige der Widerstandskaempfer ueberlebten.</p>
<p>Der Leidensweg aller meine polnischen Bewohnerinnen und Bewohner, die den Holocaust ueberlebt haben, hat einem der Ghettos angefangen. Viele sahen den Umschlagsplatz in Warschau, den ich mir als Tourist angeschaut habe, als Gefangene der Mordmaschinerie der Nazis. Alle meine polnischen Bewohnerinnen, die waehrend des zweiten Weltkrieges den Deutschen in die Haende fielen, wurden in ein Ghetto gezwungen und von dort jeweils in Konzentrationslager deportiert.</p>
<p>Zwei Monate, bevor ich nach Israel gezogen bin, habe ich die Museen Auschwitz besucht, das Konzentrationslager Auschwitz I und das Vernichtungslager Ausschwitz II.<br />
An einem Abend in Israel, als ich mit der Familie meiner ehemaligen Freundin beim Abendessen sass, erzaehlte ihr Cousin von seinem Schulbesuch in Ausschwitz. Als er Bilder zeigte, die er gemacht hatte, konnte die Grossmutter diese in besonderer Weise erklaeren. Die Kulturdeutsche aus der Bukowina ist eine der Ueberlebenden des geschaeftigsten aller Vernichtungslager. Die Bilder wuehlten ihre Erinnerungen sichtbar auf.</p>
<p>Als ich Rena W. aus Lodz fragte, wie sie den Krieg ab dem Einmarsch der Deutschen in Polen erlebt haette, gab sie mir zunaechst ein Buch “Ghetto Litzmannstadt. Das letzte Ghetto”. Es ist ein Begleitbuch zu einer Ausstellung in Yad Vashem ueber das Ghetto in Lodz, das von April 40 bis August 44 bestand. Das Buch beschreibt die Hoffnung der Bewohnerinnen und Bewohner des Ghettos durch die Verrichtung kriegswichtiger Arbeit fuer die Deutschen den Krieg zu ueberleben. Ueber die Jahre kam es zur maximalen Mobilisierung der Bewohnerinnen des Ghetto Litzmannstadt zur Arbeit, die unter schlechtesten Bedingungen verrichtet werden musste. Die Sterblichkeit im Ghetto lag 42 bei 16 pro 100. Die Ausstellung beschreibt das Leben im Ghetto aus der Sicht der internierten Juden. Sie eroertert die Anstrengungen, um Menschlichkeit , Mitgefuehl und ueberhaupt den juedischen Ethos in der Hoelle des Ghettos zu erhalten. Zu der Lebendigkeit gehoerten die verborgenen musikalischen Aktivitaeten, Theatervorstellungen, Kunst, Lesungen und auch die Pflege der religioesen Gebraeuche. Widerstand in Form von Zeitungen, Krankenfuersorge, Suppenkuechen und Jugendarbeit werden ebenfalls aufgezeigt. All die Aktivitaeten kamen trotz Erschoepfung und Hunger zu Stande.</p>
<p>Nur ca. 10.000 Juden aus dem Ghetto Litzmannstadt haben den Krieg ueberlebt. Von ca. 204.000 Ghettobewohnerinnen und -bewohnern wurden ca. 77.000 ins Vernichtungslager Chelmo deportiert, ca. 43.500 starben an Hunger und Krankheit, 11.000 wurden in verschiedene Arbeitslager deportiert, wo die Meisten von ihnen den Tod fanden. Im August 44 wurde das Ghetto liquidiert und ca. 65.000 Bewohnerinnen und Bewohner nach Auschwitz deportiert, wo die Meisten von ihnen vernichtet wurden. Die anderen kamen in Zwangsarbeiterlagern in Ausschwitz oder auf Todesmaerschen um.</p>
<p>Rena W., die sich ins betreute Wohnen des Heims eingemietet hat und manchmal ihre polnischen Freundinnen besucht, die sie noch aus Lodz kennt, erzaehlt mir, dass sie selbst auch unter denjenigen gewesen sei, die im August 44 nach Ausschwitz deportiert wurde. Von dort kam sie nach nur vier Tagen mit einem weiteren Transport ins Konzentrationslager Stutthof. Von Stutthof wurde sie als Zwangsarbeiterin nach Dresden gebracht und erlebt dort den Feuersturm auf die Stadt, den sie mit zweihundert anderen juedischen Zwangsarbeitern in einem Luftschutzkeller ueberlebte. Von Dresden wurden die Zwangsarbeiter dann auf einen Todesmarsch ins Konzentrationslager Theresienstadt gezwungen. Auf dem Weg verlor sie ihren Bruder. Als Theresienstadt befreit wurde, gehoerte sie zu den Ueberlebenden.</p>
<p>Im Gegensatz zum Ghetto Warschau oder Wilna gab es in Lodz keinen militaerischen Widerstand. “Wir waren gute Kinder”, sagt Rena W. mit bitterem Zynismus.<br />
Von Januar bis Mai 42 mussten Juden aus dem Ghetto Litzmannstadt fuer Transporte ausselektiert werden. Anfang 42 wurden die Selektion noch der juedischen Ghettoverwaltung aufgetragen. Es ist wohl nicht ganz klar, ob und wem zu dieser Zeit in dem besonders hermetisch abgeriegelten Ghetto bekannt war, wohin die Transporte gehen sollten. Die Schwester von Rena W. erkrankte in dieser Zeit an Tuberkolose. Die kranke Schwester wurde in Decken gepackt und die Familie legte ein ganzes Brot auf den Tisch. Ein ganzes Brot sei mehr wert gewesen als alles andere, erzaehlt Rena W. und tatsaechlich lies sich die juedische Ghettopolizei damit bestechen. Die Schwester aber starb wenige Tage spaeter.<br />
Ein Jude, der aus dem Vernichtungslager Chelmo fluechten konnte, gab Anfang 42 im Ghetto Warschau detaillierte Auskunft ueber den Massenmord im Vernichtungslager. Mitte 42 wurde aufgezeichnet, dass Mordechai Anilewitz, der sich auf einer Mission nach Zaglebie befand die Geruechte ueber Chelmo bestaetigen konnte.</p>
<p>Berichte ueber Massenmorde verbreiteten sich schon ab 41 durch Emisaere der Jugendbewegungen und durch die verborgene Presse in den Ghettos. Nach der bekannt gewordenen Ermordung von Deportierten aus dem Ghetto Wilna, wurde Anfang 42 von dort ausgehend durch die Jugendbewegungen die Einschaetzung verbreitet, dass alle Juden in Europa vernichtet werden sollten. Die Annahme setzte sich allmaehlich als Gewissheit durch.</p>
<p>Sicher ist, dass auch die Bewohnerinnen des Ghettos Litzmannstadt im September 42, als die Deportationen wieder aufgenommen wurden, sicher wussten, dass die Transporte in Tod fuehren.</p>
<p>Die Erinnerungen von Rena W. an das Leben im Ghetto Litzmannstadt sind traumatisch. Die ertsen zwei Jahre ging sie zur Schule, die von der Ghettoverwaltung betrieben wurde. Ihrer Mutter sei es sehr wichtig gewesen, dass sie lernen wuerde, um nach dem Krieg studieren zu koennen, erinnert sie sich. In der Schule gab es am Anfang Suppe und Kotletts fuer die Schuelerinnen und Schueler, dann wurden zunaechst die Kotletts gestrichen und spaeter auch die Supppe. Schliesslich wurde die Schule liquidiert. Sie selbst begann in einer Naeherei zu arbeiten. Die Arbeitsbedingungen waren unmenschlich und forderte viele Menschenleben. Doch war im Ghetto die Ansicht verbreteitet, dass die Arbeit vor den Deportationen schuetzte. Als diese im September 42 wieder aufgenommen worden seien, bestaetigt Rena W. waere den Bewohnerinnen und Bewohnern des Ghettos klar gewesen, dass die Transporte in den Tod gehen wuerden. Alle Bewohnerinnen und Bewohner haetten sich vor den Haeusern aufstellen muessen, erinnert sie sich mit Grauen, und wer der Selektion der SS zum Opfer gefallen waere, waere von einem Lastwagen mitgenommen worden.</p>
<p>Im Ghetto Warschau herrschte schon Anfang 42 schreckliche Klarheit ueber die Deportationen. Ephraim P. erzaehlt, dass schon nach den ersten Transporten klar war, dass sie in Vernichtungslagern enden.</p>
<p>Als die Deutschen in das Haus der Familie von Ephraim P. kamen, um die Familie zu holen, waren die Mutter und Schwestern auf Weisung des Vaters an an einem anderen Ort. Als die Deutschen begannen das Ghetto zu verkleinern und Strassenzug um Strassenzug liquidierten, uebten Ephraim P. und sein Bruder hinter einen Schrank zu steigen, der vor einer kleiner Ausbuchtung in der Wand stand. Als die Nazis den Vater, Funktionaer bei Beitar bereits gestellt hatten, suchten sie im Schrank weiter, doch nicht dahinter. Der Vater haette nach Einmarsch der Nazis nach Palaestina auswandern wollen, erzaehlt Ephraim P. Doch der Familie fehlte das Geld. Nun wurde er in den Tod geschickt, waehrend Ephraim P. und sein Bruder sich, hinter den Schrank gezwaengt, vor dem Gas verstecken konnten. Ohne Vater lebten sie in dem stark verkleinerten Ghetto. Als die Deportationen 43 wieder aufgenommen wurden, begannen die Vorbereitungen fuer den Aufstand, der zu Ostern ausbrechen sollte. Bunker wurden angelegt und Dachboeden verbunden. Einer der Kaempfer sagte zu Ephraim P., dass sie den Transporten ein Ende setzen wuerden. Kein Jude aus dem Ghetto wuerde mehr nach Treblinka gebracht. Ab jetzt, sagte er zu Ephraim p., wuerden sie alle im Ghetto sterben. Und Ephraim P. und sein Bruder zogen sich weite Kleider an, einige Nummern zu gross um fuer die Arbeit in einer der Fabriken rekrutiert zu werden. Sie verabschiedeten sich von der Mutter. Diese nahm vier Goldringe ab und gab jedem der Soehne zwei. Ephraim und sein Bruder kamen bei Skoda unter und schafften es, sich in den Naechten in die Bunkeranlagen der Polen zu stehlen, die den Juden eigentlich verboten waren. Der Aufstand brach aus und als sie ins Ghetto zurueckkehrten, um nach der Mutter und den Schwestern zu schauen, waren diese nicht mehr da. Ganze Strassen waren verbrannt. Die Deutschen konnten mit den Aufstaendischen nicht anders fertig werden, als ganze Strassen anzuzuenden. Ephraim P. erzaehlt, von seinen Erinnerungen ueberwaeltigt, dass seine Familie schrittweise ausgeloescht worden waere. Sein Bruder hatte Thyphus und der einzige Ort, an den er in bringen konnte, war eine Art Krankenhaus, dass noch verblieben war. Als er am naechsten Morgen nach ihm schauen wollte, war das Krankenhaus liquidiert. Er selbst wurde nur wenig spaeter von der Arbeit weg mit allen anderen juedischen Arbeitern zum Umschlagplatz gebracht und nach Majdanek transportiert. <a href="http://derpartisan.com/2011/07/09/israel-pt-3124-von-warschau-nach-beer-sheva/">Hier beginnt seine Zeit als Zwangsarbeiter in den den letzten Kriegsjahren.</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://derpartisan.com/2011/12/07/israel-pt-6124-von-kishiniev-nach-teheran/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Israel &#8211; pt. 3(1)/24 &#124;&#124; Von Warschau nach Beer Sheva</title>
		<link>http://derpartisan.com/2011/07/09/israel-pt-3124-von-warschau-nach-beer-sheva/</link>
		<comments>http://derpartisan.com/2011/07/09/israel-pt-3124-von-warschau-nach-beer-sheva/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 09 Jul 2011 18:32:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Israel fuer Deutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Holocaust]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Zionismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://derpartisan.com/?p=575</guid>
		<description><![CDATA[Mein Bewohner Ephraim P. wurde von den Nazis in jungen Jahren ins Warschauer Ghetto gezwungen. Nach dem Aufstand wurde er ins Konzentrationslager Majdanek deportiert und begann dort seine Karriere als Zwangsarbeiter. In Majdanek hat er den Speisesaal der Lagerverwaltung gereinigt &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2011/07/09/israel-pt-3124-von-warschau-nach-beer-sheva/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Mein Bewohner Ephraim P. wurde von den Nazis in jungen Jahren ins Warschauer Ghetto gezwungen. Nach dem Aufstand wurde er ins Konzentrationslager Majdanek deportiert und begann dort seine Karriere als Zwangsarbeiter. In Majdanek hat er den Speisesaal der Lagerverwaltung gereinigt und entkam so den todbringenden Baustellen. Er fand hier und dort Speisereste, waehrend die KZ Haeftlinge, die den ganzen Tag riesige Steine schleppen mussten, lediglich den Tod fanden. <span id="more-575"></span></span><span class="Apple-style-span" style="font-family: Verdana, sans-serif;">Von den Arbeiterkolonnen, die auf die Baustellen geschickt wurden, sei kaum jemand zurueckgekommen, erzaehlt er. Im weiteren Verlauf des Krieges kam er nach Tschechien in dieSkoda-Werke, wo er bei der Reparatur deutscher Armeefahrzeuge eingesetzt wurde und nach Polen zum Bau von Panzersperren, die acht Meter tief in die Erde gegraben werden mussten, um die vorrueckenden Russen aufzuhalten. Sein Zwangsarbeiterhorror setzte sich als Haeftling des KZ Buchenwald fort, als er, im Arbeitslager Dora interniert, in die Produktionsstaetten der V2 Raketen kam. Der Horror von Zwangsarbeit und Konzentrationslagern schien fuer ihn ein Ende zu finden, als er im KZ Ravensbrueck auf einen Gueterzug des schwedischen Roten Kreuzes kam. Folke Bernadotte hatte eine Rettungsaktion fuer skandinavische KZ Haeftlinge eingefaedelt und konnte diese schliesslich auch auf juedische KZ Insassen des Konzentrationslagers Ravensbrueck ausdehnen. In dem Lager, in dem mehrheitlich Frauen interniert waren, befand sich auch Ephraim P. Bei einer Deportation zum Ende des Krieges wurde der Zug, mit dem er und andere Haeftlinge verlegt wurden, aufgrund von Luftangriffen auf Hamburg aufgehalten. Er erinnert sich, dass der Zug zum stehen gekommen sei und gewaltige Explosionen und Flakfeuer aus allen Richtungen zu hoeren gewesen seien. Ihm gelang es im Tumult mit einem Kammeraden vom Zug zu springen und in die Waelder zu entkommen. Als sie der Hunger in ein deutsches Dorf getrieben hat, wurden sie von Militaerpolizisten aufgegriffen, verpruegelt und nach Ravensbrueck gebracht. Von dort gelangte er schliesslich mit dem schwedischen Roten Kreuz nach Ludwigslust in ein Lager, von dem es weiter nach Schweden gehen sollte. Gerade mal 17 Jahre alt endete sein Alptraum dort mit der Befreiung des Lagers durch die Amerikaner. Noch bevor er auf die rettenden Zuege von Folke Bernadotte kam, wurde er von einem Kapo in Ravensbrueck hart geschlagen, nachdem er sich geweigert hatte, die Zigaretten aus dem Paeckchen des Roten Kreuz herauszugeben.</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Nach Kriegsende ist er in einer Wagenkolonne nach Polen zurueck. In Warschau hat er von zionistischen Aktivisten einen gefaelschten griechischen Pass erhalten, und ist mit einer Gruppe “griechischer” Fluechtlinge in die Tschechoslowakei gereist. Polnische Grenzer haetten den “Griechen” an der Grenze ihre Verpflegung genommen, erinnert sich Ephraim P. Von der Tschechoslowakei gelangte er ueber die tschechoslowakisch-deutsche Grenze nach Muenchen und Landsberg. Im Camp For Displaced Persons in Landsberg kam er mit den Aktivisten der zionistischen Bewegung HaShomer HaTzair (Junge Waechter) in Kontakt, die dort das Kibbuz “Mordechai Anilevitz” (benannt nach dem Kommandanten des Aufstandes im Warschauer Ghetto) fuehrten. Aufgrund der Ueberbelegung des Lagers in Landsberg kam Ephraim P. nach Biberach ins Jordanbad, an das er sich noch lebhaft erinnert. Er wurde dort schliesslich von einem Sekretaer des Kibbuz Mordechai Anilevitz aufgesucht und fuer die tschechoslowakisch-deutsche Grenze rekrutiert, wo er juedischen Fluechtlingen aus Osteuropa helfen sollte die amerikanische Besatzungszone in Deutschland zu erreichen. Die Fluchthilfebewegung Bricha half juedischen Holocaustueberlebenden illegal nach Palaestina zu gelangen. Ephraim P. erinnert sich an die Anstrengungen, Ueberlebende in die amerikanischen Besatzungszonen in Deutschland und Oesterreich zu schleussen, von wo sie zu den Fluechtlingsschiffen am Mittelmeer gelotst wurden. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Organisiert worden sei die illegale Flucht, so erzaehlt Ephraim P., von den zionistischen Bewegungen. Diese hatten eine ganze Reihe von Kibbuzen entlang der Fluchtrouten aufgebaut. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Er erzaehlt, dass er und einige Kammeraden die Ueberlebenden vor der tschechoslowakisch-deutschen Grenze uebergeben bekommen haetten. Die Fahrt zwischen den Stuetzpunkten auf der Fluchtroute zu den Haefen am Mittelmeer sei in Zuegen oder auch in Militaerfahrzeugen der juedischen Brigade verlaufen. Die Kaempfer der Brigade haetten sehr viel geholfen, sagt er. Sie seien Juden wie wir gewesen, schiebt er als Erklaerung nach. So ausdrueklich unerwuenscht dem Koenigreich die Flucht von Juden nach Palaestina war, so subversiv war die Unterstuetzung von Bricha durch juedische Soldaten im Dienst der britischen Armee. Ephraim P. hat Gruppen von Holocaustueberlebenden aus Osteuropa in die Camps for Displaced Persons in Bayern geleitet, wo sich Kibbuze gebildet hatten, die ihnen als Schleusenpunkte dienten. Ueberall, wo er war, sei die zionistische Bewegung HaShomer HaTzair engagiert gewesen. In Bayern sei er oft gewesen, wie er seinem Gedaechtnis entlocken kann, und in Muenchen, so ist er sich sicher, sei ein Museum unter Kontrolle der Fluchthelfer gestanden. Er erinnert er sich an die Kibbuze in Foehrenwald, Feldafing und Landsberg. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Seine Gruppen, so ist er sich sicher, seien im weiteren Verlauf ihrer Flucht nach Marseille gekommen, um dort an Bord der Fluechtlingsschiffe der Hagana zu gelangen. Ephraim P. selbst ist mit seiner letzten Gruppe, die er begleitet hat, bis zu einem Fluechtlingsschiff in Marseille gelangt. Und auch andere Bewohner und Bewohnerinnen von mir sind in Marseille an Bord der Schiffe gegangen, die von der paramilitaerischen Hagana zum Zweck der Flucht nach Palaestina erworben wurden.</span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Das Problem auf der Fluchtroute von Osteuropa nach Suedfrankreich sei der Grenzuebertritt gewesen, sagt Ephraim P. In den Zuegen in der amerikanischen Besatzungszone und in Frankreich wurde nicht wirklich nach illegalen Fluechtlingen kontrolliert und in den Armeefahrzeugen, die von der juedischen Brigade organisiert wurden, hatten sie freie Passage. Die tschechoslowakisch-deutsche Grenze bei Karlsbad musste dagegen zu Fuss ueberquert werden, durch den Wald entlang der Gleise und durch einen Tunnel. Fuer diesen Marsch mussten Ephraim P. und seine Kammeraden das Gelaende sehr gut kennen. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Interessant ist dabei, dass der Transfer ueber die Grenze in beide Richtungen lief. Juden aus Osteuropa, die, unterstuetzt von zionistischen Bewegungen, auf die Fluechtlingsschiffe des Mittelmeers gelangen wollten, in eine Richtung und osteuropaeische Juden, die zurueck in ihre Haeuser wollten in die andere Richtung. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Waehrend die Displaced Persons in der amerikanischen Besatzungszone auf viele Camps aufgeteilt waren, wurden die Juden in der britischen Besatzungszone in Bergen-Belsen gesammelt, um sie kontollieren zu koennen. Dem Koenigreich war viel daran gelegen, die Juden am Uebertritt der Zonengrenze zu hindern. Als Mandatsmacht in Palaestina war den Briten an den Einreiserestriktionen gelegen, die sie ueber das Mandatsgebiet verhaengt hatten, weshalb sie juedische Fluechtlingsbewegungen schon in Europa nach Moeglichkeit verhindern wollten. </span></p>
<p><span style="font-family: Verdana, sans-serif;">Die Literatur weisst die Flucht ueber die amerikanische Besatzungszone in Oesterreich nach Italien als Hauptroute der Fluchtbewegung aus. Nach Kriegsende setzte die Hagana alles daran, Holocaustueberlebende zur Flucht in den Yishuv zu helfen. <span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Ahron G., der beim R.E.M.E. Ingenieurscorps gedient hat, dass der juedischen Brigade zugeordnet war, half mit, Holocaustueberlebende aus Oesterreich nach Italien zu schleussen, von wo sie zu den Fluechtlingsschiffen gelangten. Er erzaehlt, dass die Brigade den Fluchthelfern Uniformen und Armeefahrzeuge gestellt hatte, um Holocaustueberlebende als Angehoerige des britischen Militaers getarnt aus der britischen Besatzungszone zu holen. </span></span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Fuer viele Juden, die nach Palaestina ausreisen wollten, war Oesterreich die Drehscheibe nach Italien. Dabei war der oesterreichisch-italienische Grenzuebertritt ueber weiter Strecken hinweg nur ueber einen Alpenpass moeglich. Als Befehlshaber fuer Bricha in der Sektion Oesterreich wurde Asher Ben-Natan von der Hagana gesandt. Ben-Natan wurde spaeter erster israelischer Botschafter in Deutschland und Gruender der israelisch-deutschen Gesellschaft.</span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Meine Bewohnerin Tova G. hat die Alpenpaesse mit 17 ueberqueert, nachdem sich die Familie auf den Weg von Bukarest nach Palaestina gemacht hat. Sie erzaehlt, dass ihre Route von Rumaenien nach Ungarn fuehrte, von wo sie Bricha Aktivisten dann ueber die gruene Grenze in den amerikanischen Sektor in Oesterreich geschleust haetten. Auf den Alpenpaessen lag Schnee und in Italien kamen sie in einem „Kibbuz“ bei Rom unter, der von der zionistischen Bewegung „Junge Zionisten“ kontrolliert wurde. Von dort gelangten sie schliesslich zu ihrem Schiff im Hafen von Neapel. Ihr ganzes Geld, dass sie hatten, war in der Unterwaesche ihrer Mutter versteckt.</span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Den umgekehrten Weg schlugen Maria C. Und ihre Mutter ein, denen es nach der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen Belsen noch gelungen ist, in den amerikanischen Sektor zu gelangen. Bricha Aktivisten halfen den Beiden ueber die deutsch-tschechoslowakische Grenze nach Karlsbad zu gelangen, wobei ihr Grenzuebertritt durch einen Wald fuehrte. Ueber Prag wurden sie weiter geschleusst, bis sie schliesslich zurueck in Lodz waren. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Verdana, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Fuer Ephraim P. endet die eigene Flucht im Internierungslager auf Zypern. Er gelangte in Marseille auf das Hagana Fluechtlingsschiff Yagur. Begeistert erzaehlt er von den Stuetzpunkten der Fluchtbewegung auf dem Weg nach Suedfrankreich. Als die Yagur in Haifa ankam, lag gerade eine frische Militaeroperation der Briten an. Ephraim P. sah den Hafen von Haifa mit Stacheldraht gesichert, kam auf ein Deportationsschiff, das gegen Ausbruch ebenfalls mit Stacheldraht gesichert war, und wurde nach Zypern gebracht, ins britische Internierungslager hinter Stacheldraht.</span></span></span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://derpartisan.com/2011/07/09/israel-pt-3124-von-warschau-nach-beer-sheva/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>schwarz rot gold weiß rot II</title>
		<link>http://derpartisan.com/2010/03/01/schwarz-rot-gold-weis-rot-ii/</link>
		<comments>http://derpartisan.com/2010/03/01/schwarz-rot-gold-weis-rot-ii/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 09:12:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Holocaust]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.derpartisan.com/?p=484</guid>
		<description><![CDATA[Jeder kennt unsere geschichtliche Last, die unvergängliche Schande, kein Tag, an dem sie uns nicht vorgehalten wird. Martin Walser Daher könnte man Juden mit einiger Berechtigung als „Tätervolk“ bezeichnen. Martin Hohmann “Morgens in Jad Vaschem die Fotos vom unmenschlichen Warschauer &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2010/03/01/schwarz-rot-gold-weis-rot-ii/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp"><img title="Deutsches Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau" src="http://www.derpartisan.com/wp-content/uploads/2010/03/auschwitz14-300x240.jpg" alt="Deutsches Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau" width="300" height="240" /></div>
<p>Jeder kennt unsere geschichtliche Last, die unvergängliche Schande, kein Tag, an dem sie uns nicht vorgehalten wird.<span id="more-484"></span><br />
<a href="http://www.hdg.de/lemo/html/dokumente/WegeInDieGegenwart_redeWalserZumFriedenspreis/index.html">Martin Walser</a><br />
Daher könnte man Juden mit einiger Berechtigung als „Tätervolk“ bezeichnen.<br />
<a href="http://www.tagesschau.de/inland/meldung270492.html">Martin Hohmann</a><br />
“Morgens in Jad Vaschem die Fotos vom unmenschlichen Warschauer Ghetto, abends fahren wir ins Ghetto in Ramallah. Da geht einem der Deckel hoch”<br />
<a href="http://www.welt.de/politik/article750858/Wenn_es_aus_deutschen_Bischoefen_spricht.html">Bischoff Hanke</a><br />
&#8220;Ich fürchte, dass kaum jemand den Antisemiten, die es in Deutschland gibt, leider, die wir bekämpfen müssen, mehr Zulauf verschafft hat als Herr Scharon und in Deutschland ein Herr Friedman mit seiner intoleranten und gehässigen Art&#8221;<br />
<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,199445,00.html">Moellemann</a><br />
&#8220;Ich kann in den Aktionen der israelischen Armee keinen Abwehrkampf gegen den Terrorismus sehen &#8211; sondern nur Vernichtung&#8221;<br />
<a href="http://www.nahost-politik.de/deutschland/bluem.htm">Norbert Bluem</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wer sich den Anforderungen der Moderne nicht gewachsen sieht, sexuell zu kurz kommt und ökonomisch zurückbleibt, kann gegen die Moderne, die alles verkompliziert, nur dann zurückschlagen, wenn seinem Frust ein konkretes Ziel gegeben wird. In Form eines gemeinschaftlich getragenen Feindbildes.</p>
<p>Systembedingte und überindividuelle Dynamiken, die das eigene Fortkommen behindern, bleiben unbeachtet, zu Gunsten einer wahnwitzigen Weltanschauung, bei dem alles um konkrete Heils- und Unheilsbringer gruppiert ist.</p>
<p>In der verkehrten Auffassung falscher Verhältnisse steckt der Keim des Antisemitismus.</p>
<p>Wem die Moderne als Bedrohung erscheint,  bemüht sich nicht darum, komplizierte Dynamiken zu verstehen, sondern darum, die Wurzel allen Übels durch Schuldzuschreibung greifbar zu machen.</p>
<p>Die gemeinschaftliche Deutung der Realität und die Festlegung der Schuldigen, bereitet dem kollektiven Frustabbau den Weg.</p>
<p>In dieser Weltsicht haben Verschwörungen und Paranoia nicht nur ihren Platz, sondern dienen als tragende Säulen.</p>
<div><a href="http://www.welt.de/print-welt/article270732/Laut_Umfrage_sehen_EU_Buerger_in_Israel_die_groesste_Gefahr_fuer_den_Weltfrieden.html">65% der Deutschen – ca. 2 von 3 – waren 2003 der Meinung, dass Israel die größte Gefahr für den Weltfrieden darstellt.</a></div>
<p>Der Antizionismus baut auf nie überwundenen antisemitischen Ressentiments. Israel wird in Deutschland  über Projektionen wahrgenommen, die einer verkehrten Weltsicht entspringen. Und den Beschädigungen der deutschen Psyche.</p>
<p>Bei den Deutschen ist es mehr als nur die Aversion gegen die  Erfolgsgeschichte des Staates Israel, in der die Enttäuschung über die Moderne sich in der Wut auf ein modernes &#8220;Gebilde&#8221; auslässt, dem Unheil und Verderben zugeschrieben werden. Die Vorwürfe, Israel sein Apartheit, Aggression und religiöser Wahn gründen nicht in einer Analyse des demokratischen Einwandererstaates sondern in der Psyche der Israel&#8221;kritiker&#8221;.</p>
<p>In Deutschland wird das antimodernistische Ressentiment vom Drang nach Revision der Geschichte begleitet. Die Gemeinschaft der Deutschen sieht sich - trotz aller angestrenten schwarz-rot-geilen Bemühungen um Normalität  - durch den Holocaust  diskreditiert . Die Rehabilitation des Volkskörpers will nicht gelingen, was unbegriffene  moderne Zeiten nur noch gefährlicher erscheinen lässt.</p>
<div>
<div>Auschwitz soll deshalb auf verschiedene Weise entsorgt werden. Durch den Bau von Denkmälern wie in Berlin, <a href="http://www.derpartisan.com/2010/02/16/schwarz-rot-gold-weis-rot-i/">Aufrechnung wie in Dresden</a>, Generalisierung wie überall betrieben. Das Gedenken wird als als hohle Mahnung gegen Diskriminierung allgemeiner Art entsorgt.<br />
Der Geschichtsrevisionismus, der aus Hitlers willigen Helfern ein Volk kostruiert, dass unter einer kleinen Gruppe von Nazidespoten zu leiden hatte, hat an seiner Popularität nichts eingebüßt, seit den Jahren, weit vor meiner Geburt, als im Heimatbuch meines Geburtsdorfes festgehalten wurde, dass zur betreffenden Zeit &#8220;der Krieg über Deutschland hereingebrochen ist&#8221;.</div>
</div>
<div>Besonders in Mode ist neben Opfermythos die extreme Geschichtsrelativierung, die Israelis als neue Nazis benennt.</div>
<div>
<div>Instrumentalisierung des Holocaust, Faschismus und Vernichtungsdrang lauten  die  Vorwürfe an Israel, die stets wird der Ruf nach Bestrafung so laut, dass dem Antisemitismus der Schleier der Israelkritik endgültig genommen wird. Internationaler Gerichtshof, Boykott und iranische Atombombe. Die Straflust ist eine wahre Obsession.</div>
<div><a href="http://www.honestly-concerned.org/Temporary/Antisemitismus-in-Deutschland_Kurzbericht.pdf">Nach einer Studie der Universität Bielefeld von 2004</a> stimmen 57,3 % der Deutschen der Aussage &#8220;Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser&#8221; eher (33,2%) bzw. voll und ganz (35,1%) zu. Der Aussage &#8220;Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben&#8221; stimmen 23,9 % der Deutschen eher und weitere 27,3% voll und ganz zu.</div>
</div>
<div>Wo ist die Auseinandersetzung, die Adorno und andere ideologiekritsche Sachbverständige eingefordert haben, um abzusichern, dass Ausschwitz nie wieder sei?</div>
<div>In ideologiekritischer Betrachtung ist der antisemitische Wahn, der sich bis zum Holocaust gesteigert hat, nicht mit dem Sturz von Nazideutschland verschwunden und muss auch im vermeintlich nachfaschisischen Deutschland aufgespürt werden.</div>
<p>Im Grunde sind die Lehren aus dem Holocaust nicht so schwierig, wie es gerne angeführt wird. Es geht nicht um die Erörterung der Schuld nachfolgender Generationen, sondern um die besonderen Verantwortung Deutschlands - als Nachfolgestaat des Dritten Reichs - eliminatorischen Antisemitismus NIE WIEDER den Weg zu bereiten. Ein angemessenes Gedenken an Auschwitz wäre es - über die ohnehin viel zu spät bezeugte Sympathie mit den Opfern hinaus -  Solidarität mit denen zu zeigen, die in den Fokus der Erben jener völkermordverursachnden Ideologie gekommen sind. Das Gedenken an den Holocaust ist eine Aufforderung, unbedingte Solidarität mit dem Staat Israel zu zeigen.</p>
<p>Deutschland, dessen Existenzrecht nach Auschwitz nur mit der besonderen Verantwortung für den jüdischen Staat gedacht werden kann, darf die Augen vor der angedrohten Zerstörung Israels nicht verschliessen.</p>
<p>Deutschland hat demonstiert, wie grenzenlos der antisemitische Wahn ist und die Geschichte hat gelehrt, wie wirkungslos sich das Appeasement hinsichtlich des eliminatorisch gesinnten Antisemitismus verhält.</p>
<p>Das Gedenken an den Holocaust kann nicht in einer Reihe von Denkmälern entsorgt werden. Es fordert zu einer ernsthafteren Auseinandersetzung auf, um zu verhindern, dass Auschwitz je wieder sein wird. Es mahnt aus der Geschichte zu lernen, dass der antisemitische Wahn nicht bei Drohungen und Vorbereitungen zum Völkermord halt macht.</p>
<p>Zu Hitlers Zeiten in die islamische Welt exportiert, hat der antisemitische Wahn dort Wurzeln geschlagen und blüht in fruchtbarer Verschlingung mit dem Islamismus auf. In Europa musste er sich dageen zum Antizionismus wandeln. Trotzdem ist die Ideologie der Apokalyptiker in Teheran und die ihrer Sympathisanten in Europa verwandt mit den Weissen von Zion und den Propagandisten der Endlösung der Judenfrage.</p>
<p>Den Machthabern im Iran kommen in Europa allerhand apologetische Dienste zu. Ihnen wird entweder unterstellt überhaupt nicht nach der Bombe zu streben oder zugestanden diese zu besitzen (hier fehlt es der pro-iranischen antizionistischen Front an Stringenz). Und stets wird darauf hingewiesen, dass alles, was sie verlautbaren, doch ganz anders gemeint ist.<br />
Dieses obsessive Eintreten für eine Wahnehmung, der das iranische Streben nach der Bombe und die Vernichtungsphantasien hinsichtlich Israel, verschleiert bleibt, ist Dienst am Antisemitismus.</p>
<p>Auch die Verdrehung der iranischen Aggression gegen Israel (die nicht nur im Griff nach der Bombe, sondern auch durch den Terrorismus seiner Statthalter im Libanon und im Gaza zum Ausdruck kommt) ist so aufzufassen.</p>
<p>Um einen evtl. israelischen Präventivschlags als letztes Mittel zum Überleben des jüdischen Staates als initiale Gewalt darzustellen, auf die der Iran mit dem Streben nach der Bombe quasi nur reagiert, ist nur unter bewusster Verdrängung des Verstandes zu Gunsten der Propaganda möglich. Trotzdem findet sich diese Sichtweise überall</p>
<p>Antisemitismus ist mehr als mit den Juden ein Problem zu haben und<br />
tatsächlich hat der Iran mit dem jüdischen Staat weder einen Grenz- noch einen Flüchtlingskonflikt. Im Iran sind Fanatiker an der Macht, nach deren Verständnis der Welt die Moderne nioch viel mehr als Bedrohung erscheint, als den deutschen Globalisierungsgegenern von rechts und links, die sich so gerne solidarisch mit den Mullahs geben.</p>
<p>Ungeachtet des eigentlich himmelschreidenden Unterschieds, der zumindest zwischen linker und iranischer Agenda hinsichtlich Frauen- und Minderheitenrechten und dem Umgang mit Homosexualität besteht. Es ist zu offensichtlich, dass die Verbrüderung allein dem gemeinsamen Feind geschunden ist. Mit missionarischem Eifer treiben die Machthaber in Teheran deren Tilgung von der Landkarte voran und bekommen dafür mächtig Schützenhilfe aus sogenannten antiimerialistischen Kreisen in der ideologischen Wiege des planvollen Vernichtens der Juden.</p>
<p>Es sei den Antizionisten einmal unterstellt, dass sie die Vernichtung Israels gar nicht wollen, sondern sich vom nuklearen Iran eine Zurechtstutzung der israelischen Stellung erhoffen. Hier wirkt sich die ausgebliebene Aufarbeitung von Auschwitz besonders fatal aus. Da es sich in radikalste Steigerung antisemitischer Ressentiments, Millionen Menschen umbringen zu müssen, um die Welt zu retten, schwer hineindenken lässt, wird er schlicht verleugnet und denen, die ihn ernst nehmen, Instrumentalisierung vorgeworfen. Alles nur Vorwand für einen Krieg gegen das große iranische Volk etc. Pp.</p>
<p>Auch in Deutschland ging der tatsächlichen Judenvernichtung der Entschluss und die Planung voraus. So unmöglich es ist, sich vorzusetellen, wie die Rationalität in den Dienst der effektiven Ermordung von Millionen Menschen gestellt werden konnte, muss akzeptiert werden, dass es geschehen ist und in einer anderen Form wieder aufgenommen werden soll. Und wie Netanyahu richtig festgestellt hat, wird das irrationale Hinschlachten nicht bei den Juden halt machen.</p>
<p>Ein fanatisches Regime, das droht Israel von der Landkarte zu tilgen, schickt sich an, in den Besitz von Atombomben zu kommen.</p>
<p>Aus dem Holocaust sollte die Lehre gezogen werden, den Wahn eliminatorisch gesinnter Antisemiten nicht zu unterschätzen und alles zu tun, dass es zu keinem weiteren Völkermord an den Juden kommt.</p>
<p>Gerade hier muss der Holocaust als Mahnung stehen, die Zeichen der Zeit zu erkennen, bevor ein weiteres unbegreifliches Verbrechen geschieht.</p>
<p>Ich schaue aus Tel Aviv mit der größten Bestürtzung auf Deutschland, wo es scheinbar nicht wenige gibt, denen eine Bombe in den Händen der apokalyptischen Is lamisten nicht unrecht wäre und denen es einen Lustgewinn zu bereiten scheint, sich dieses Szenario auszumalen und seinem Zustandekommen das Wort zu reden.</p>
<p>Der Iran droht Israel von der Landkarte zu streichen. Gerade in Deutschland sollte dies zu einer unbedingten Solidarität mit dem jüdischen Staat führen. Von einer Vorreiterrolle bei Sanktionen bis zur Unterstützung eines Luftschlages.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://derpartisan.com/2010/03/01/schwarz-rot-gold-weis-rot-ii/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Sirenen und zwei Minuten Stillstand</title>
		<link>http://derpartisan.com/2009/04/21/sirenen-und-zwei-minuten-stillstand/</link>
		<comments>http://derpartisan.com/2009/04/21/sirenen-und-zwei-minuten-stillstand/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 11:05:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Holocaust]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.derpartisan.com/?p=209</guid>
		<description><![CDATA[Als heute morgen um 10 die Sirenen im ganzen Land aufheulten, sind Millionen still gestanden im Gedenken an Millionen planvoll ermordeter Juden. In Ohnmacht vor dem antisemitischen Wahn, dem so unendlich viele Menschen in den deutschen Konzentrationslagern zum Opfer gefallen &#8230; <a href="http://derpartisan.com/2009/04/21/sirenen-und-zwei-minuten-stillstand/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="postbody">Als heute morgen um 10 <a class="postlink" href="http://www.haaretz.com/hasen/spages/1079917.html">die Sirenen im ganzen Land aufheulten</a>, sind Millionen still gestanden im Gedenken an Millionen planvoll ermordeter Juden. In Ohnmacht vor dem antisemitischen Wahn, dem so unendlich viele Menschen in den deutschen Konzentrationslagern zum Opfer gefallen sind.<span id="more-209"></span></div>
<p>In den deutschen Medien wird derweil Fuer und Wider des Fernbleibens Deutschlands von der Antirassismuskonferenz der UN eroertert. Vielfach erhebt sich die Ansicht, wonach es aufrichtiger gewesen waere, dem iranischen Praesidenten dort argumentativ zu begegnen, statt seinen Auftritt zum Anlass zu nehmen, sich dem Boykott vieler anderer Staaten anzuschliesen.</p>
<p>Vergessen wird dabei, dass Antisemitismus ist kein Vorurteil ist und Antisemiten nicht durch Widerspruch von ihrem Wahn abzubringen sind .</p>
<p>In der Kritik an Israel, wie sie von Achmadineschad ernet bemueht wurde, offenbart sich das antisemitische Ressentiment. Je genauer der Blick auf die Vorgaenge der UN-Konferenz gegen Rassismus gerichtet wird, desto gruseliger erscheint die ganze Veranstaltung.<br />
Der iranische Praesident hat noch einmal aller Welt erlaeutert, dass er im Holocaust nichts als einen falschen Vorwand fuer den Staat Israel sieht. Die Konferenz bietet ihm ein Forum fuer die Delegitimation des juedischen Staates.</p>
<p>Kaum ist ein Tag seit seinen Tiraden vergangen und schon wird sich angeschickt, den iranischen Praesidenten auf ein Neues zu dechiffrieren und umzudeuten, da antisemitischer Wahn und seine eliminatorische Gesinnung eine positve Bezugnahme in Europa verbieten. Dabei wird dem Mann unrecht getan. Er bemueht sich nach Kraeften beim Wort genommen zu werden. Er verleugnet den Holocaust um Israel die Legitimation zu entziehen.</p>
<p>Obwohl Israel weder einen Fluechtlings- noch einen Grenzkonflikt noch sonst einen Interessenkonflikt mit dem Iran hat, wird diese Delegitimation immer und immer wieder ins Feld gefuehrt. Z.B. beim Holocaust-Karrikaturenwettbewerb.</p>
<p>Wer den antisemitischen Wahn in der Diskusion herausfordert, laeuft Gefahr, sich mit Berichtigungen begnuegen zu muessen, die die “Schwere dessen, wogegen anzugehen ist, kaum in Bewegung setzen wuerden”, wie Adorno in “Aufarbeitung der Vergangenheit” formuliert hat.</p>
<p>In seinem antisemitischen Wahn befangen, sieht der iranische Praesident in Israel nichts als die dunklen Machenschaften einer zionistischen Verschwoerung, von der Gefahr ausgeht. Israels Existenz gilt ihm als Bedrohung mit der verfahren werden muss. Dieser Wahn treibt ihn zu der Foerderung den juedischen Staat <a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,381752,00.html">von der Landkarte zu tilgen.</a></p>
<p>Die Gefahr, die der iranische Praesident dabei wittert ist die Gefahr der Moderne, mit der sich der erzkonservative Islam nicht vermitteln kann. Israel ist hier in antisemitischer Manier eine Projektionsflaeche.</p>
<p>In der Ablehnung der Moderne liegt wohl der Anschluss fuer seine europaeischen Anhaenger. In den antisemitischen Tiraden findet der staendige Betrug um das versprochene Glueck einen Schuldigen. Nicht zufaellig wird Israel in Europa <a class="postlink" href="http://www.welt.de/print-welt/article270732/Laut_Umfrage_sehen_EU_Buerger_in_Israel_die_groesste_Gefahr_fuer_den_Weltfrieden.html">als Gefahr fuer den Weltfrieden</a> wahrgenommen.</p>
<p>Im Gegensatz zum gewoehnlichen Vorurteil kann dem antisemitischen Ressentiment nicht argumentativ begegnet werden. Wenn Antisemiten reden, dann stellen sie das Gesagte nicht zur Ueberpruefung. Unmoeglich wird die Auseinandersetzung mit ihnen, wenn die Anklage gegen Israel so sehr in ein Wahnsystem verstrickt ist, dass jedes Widerwort an ihr abprallt, bzw. noch als Beweis fuer die Reichweite des zionistischen Einflusses geltend gemacht wird.</p>
<p>Der iranische Praesident zeigt keinerlei Faehigkeit seine “Ansichten” auf die Realitaet zu reflektieren. Er redet um Wirkung zu erziehlen. Seine “Wahrheit” steht fuer ihn bereits fest.</p>
<p>Vergebliche Liebesmueh, den Thesen mit Antithesen kommen zu wollen, wo es gar keine Thesen sind.</p>
<p>Die Konferenz bietet bietet eine denkbar unguenstige Sprechsituation fuer vernuenftige Kraefte. Der iranische Praesident schneidet einer Sprechsituation, in der es zu kommunikativer Verstaendigung kommen koennte, das Waser ab. Aus der Notwendigkeit heraus, dass sein Wahn keiner vernuenftigen Pruefung stand halten koennte.</p>
<p>Die ganze Konferenz ist Buehne fuer Antisemitismus im Gewand der Kritik an Israel.<br />
Dem Ressentiment freien Lauf gelassen.</p>
<p>Das Wahnsystem des iranischen Praesidenten kann nicht gebrochen werden, da die herbeihalluzinierte zionistische Verschwoerung, die es zu tilgen gilt, ihm den Vorwand bietet, sich nicht mit der Moderne arrangieren zu muessen.</p>
<p>Dem eliminatorischen Wahn, wonach Israel von der Landkarte getilgt werden muesse, um dann endlich eine bessere “Welt ohne Zionismus” zu haben, eine Buehne zu bieten ist eine moralische Bankrotterklaerung fuer die UN und teilnehmende europaeische Staaten tun sich keinen Gefallen damit, sich dort einspannen zu lassen.</p>
<p>Die Ueberlebenden der Shoa haben in Israel eine Zufluchtstaette gefunden. Ein juedischer Staat, der es nicht gestattet, die Juden noch einmal zur Schlachtank zu fuehren.</p>
<p>Eine Heimstaette, die ihnen gerade heute von einer UN-Versammlung madig gemacht, wo nicht gar abgesprochen wird.</p>
<p>Gerade der heutige Gedenktag an die Opfer der Shoa mahnt an, die eliminatorischen Absichten von Antisemiten ernst zu nehmen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://derpartisan.com/2009/04/21/sirenen-und-zwei-minuten-stillstand/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

